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Die Morgenfabrik: Stabilität durch Effizienz und Wandlungsfähigkeit

04.04.2013
Unternehmen, die ressourcen- und energieeffizient produzieren und auf sich rasch ändernde Markt- und Umfeldbedingungen reagieren können, haben in der globalisierten Wirtschaft strategische Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI stellt auf der diesjährigen Hannover Messe seine Benchmarkingtools vor, die Unternehmen dabei helfen können, wandlungsfähiger und damit wettbewerbsfähiger zu werden. Zudem werden Forschungsergebnisse zu Rohstoff- und Materialeffizienz, Recycling und abfallarmer Produktion auf dem Stand der Fraunhofer-Gesellschaft (D18 in Halle 2) präsentiert.

Die Morgenfabrik und deren zukünftige Produktionsprozesse werden im Ausstellungsobjekt des Fraunhofer ISI aufgegriffen. Zentraler Anlaufpunkt am Stand ist eine Augmented-Reality-Wand, die wichtige Inhalte rund um die Fabrik und die Produktionsprozesse von morgen aufgreift. Auf der Wand sind Hotspots markiert, die Forschungsthemen und -ergebnisse anreißen, Fragen aufwerfen und neugierig auf mehr Informationen machen. Die weiterführenden Informationen sind über eine App abrufbar. Hierfür können Besucher iPads vor Ort nutzen und/oder sich die Forschungsergebnisse nach Hause schicken lassen.

Ressourcen- und energieeffiziente Produktion
Den Schwerpunkt der diesjährigen Messepräsenz bilden Forschungsergebnisse zur ressourcen- und energieeffizienten Produktion. Diese ist nicht nur aus ökonomischen, ökologischen oder gesellschaftlichen Gründen notwendig, sondern auch politisch gewollt. „Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, geeignete Maßnahmen zu identifizieren, zu bewerten und umzusetzen, weshalb Ressourceneffizienz momentan noch eine untergeordnete Rolle in den Investitionsentscheidungen der Unternehmen spielt. Hinzu kommt, dass den Entscheidungsträgern in den Unternehmen Managementinstrumente wenig bekannt sind“, so Dr. Christoph Zanker, Leiter des Competence Centers Industrie- und Serviceinnovationen. Das Fraunhofer ISI ist an zahlreichen Projekten beteiligt, die bei der Lösung der beschriebenen Probleme helfen können. Ergebnisse aus den Projekten http://www.dywamed.de/dywamed/index.php und der Effizienzfabrik http://www.effizienzfabrik.de/, werden auf der Hannover Messe präsentiert.
Planungsmodule für effiziente Fabrik
Das ebenfalls auf der Hannover Messe präsentierte Benchmarking-Portal http://www.industriebenchmarking.eu/ des Fraunhofer ISI ist eine spezifisch für produzierende Unternehmen eingerichtete Plattform zur Unterstützung eigener Benchmarking-Analysen – online und in Echtzeit. Sie richtet sich an Unternehmen, die ihre Innovations- und Produktionsstrategie sowie die Leistungsfähigkeit ihres Produktionssystems bewerten wollen. „Auf der Hannover Messe präsentieren wir zwei brandneue Module: Ein Performance-Benchmarking zum Vergleich der Leistungsfähigkeit des eigenen Unternehmens mit einer Datenbasis von mehr als 1.500 Unternehmen aus der gesamten deutschen Industrie sowie ein Modul zur gezielten Analyse der Flexibilität und Wandlungsfähigkeit industrieller Wertschöpfungsketten mit einer Datenbasis von mehr als 200 Unternehmen aus der Hightechindustrie“, beschreibt Projektleiter Dr. Oliver Som das Angebot des Fraunhofer ISI.
Enormes Einsparpotenzial durch effizientere Nutzung von Rohstoffen
Einen weiteren, wichtigen Punkt auf der Hannover Messe nehmen Projekte ein, die sich mit Ressourceneffizienz und Rohstoffen beschäftigen. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Maßnahme „r²: Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Rohstoffintensive Produktionsprozesse“ http://www.r-zwei-innovation.de/ untersuchte das Fraunhofer ISI in 22 Vorhaben die Zusammenarbeit rohstoffintensiver Unternehmen miteinander und mit Forschungseinrichtungen. Ziel war es, gemeinsam den effizienten Einsatz von Ressourcen zu erforschen und die Entwicklung neuer Technologien zur Steigerung der Ressourceneffizienz voranzubringen. Würden alle Ergebnisse der r²-Vorhaben deutschlandweit umgesetzt, wäre es möglich, pro Jahr rund 80 Millionen Tonnen Material einzusparen und die Rohstoffproduktivität um rund fünf Prozentpunkte zu steigern. Weiterhin ließen sich der Energieverbrauch um etwa 75 Terawattstunden und die Treibhausemissionen um etwa 60 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr reduzieren.

Rohstoffsicherheit durch Recycling
Um die Entwicklung von Recyclinglösungen für Elektromotoren geht es im BMBF Verbundprojekt MORE unter Federführung der Siemens AG. Im Beitrag des Fraunhofer ISI zu diesem Projekt wird die künftige Versorgungslage der für die Herstellung der Motoren benötigten Metalle erforscht und damit die Sicherheit der globalen Rohstoffzugänge eingeschätzt. Von den Ergebnissen hängen die notwendigen nationalen Anstrengungen ab, um eine Kreislaufführung und Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen aufzubauen.
„Grüne“ Kommunikationstechnologien gefragt
Dass auch Kommunikationstechnologien in Unternehmen, aber auch im privaten Bereich effizienter werden müssen, zeigen aktuelle Entwicklungen. Die Welt wird immer vernetzter. Allein die Internetnutzung der Deutschen ist in den vergangenen zwei Jahren um insgesamt 24 Prozent gestiegen. Das soziale Netzwerk Facebook verarbeitet mittlerweile jeden Tag Daten in einer Größenordnung von über 500 Terabyte. Zum Vergleich: Dies entspricht ungefähr 125 Millionen MP3-Songs. Und auch das Surfen im Internet mit dem Handy wird immer beliebter. Mittlerweile nutzen schon 34 Prozent regelmäßig ihr Mobiltelefon, um online zu gehen. Diese Entwicklungen belasten jedoch zunehmend die Energiereserven, denn obwohl die Geräte immer effizienter werden, benötigen sie in Summe immer mehr Energie und Ressourcen, was energieeffiziente Technologien notwendig macht. Um Green IT voranzubringen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) das Technologieprogramm „IT2Green − Energieeffiziente IKT für Mittelstand, Verwaltung und Wohnen“ http://www.it2green.de/de/1250.php ins Leben gerufen. Zehn Modellprojekte wurden ausgewählt, um in Rechenzentren, Telekommunikationsnetzen sowie Büro- und Heimanwendungen den Energieverbrauch zu senken. Erste Ergebnisse werden auf der Hannover Messe präsentiert.
Weitere Präsenzen des Fraunhofer ISI auf der Hannover Messe
Am Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg in Halle 25, am Stand H 12 wird das Innovationscluster REM 2030 http://www.rem2030.de/rem2030-de/index.php des Fraunhofer ISI vorgestellt. In dem Projekt dreht sich alles um die Mobilität der Zukunft vor dem Hintergrund von Klimaschutz und knapper Ressourcen. Neben Innovationen in der Antriebstechnologie ermöglichen besonders Informations- und Kommunikationstechnologien eine neue Form der Mobilität. Es wird notwendig, Mobilität als Gesamtzusammenhang von Fahrzeugen, technischen Infrastrukturen, organisatorischen Konzepten, intermodalen Verkehrsansätzen und Betreibermodellen zu begreifen und zu konzipieren. Das Projekt ist ein Baustein zur Entwicklung der Mobilität von morgen und steht unter dem Leitthema einer effizienten regionalen Individualmobilität 2030.

Am Stand der Fraunhofer-Allianz Syswasser http://www.syswasser.de/ in Halle 1 (E16) präsentiert das Fraunhofer ISI seine Ergebnisse und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit von Wasserinfrastruktursystemen. Das Geschäftsfeld Wasserwirtschaft analysiert die Herausforderungen auf die Siedlungswirtschaft zum Beispiel durch den demografischen und klimatischen Wandel und unterstützt die Akteure der Wasserwirtschaft dabei, strategische Prozesse durchzuführen, spezifische Ziele zu definieren und daraus kurz- und langfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit abzuleiten.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der breiten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI
Perspektiven für Entscheidungen
Breslauer Straße 48
76139 Karlsruhe
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Anne-Catherine Jung MA
Telefon +49 (0) 721 / 68 09 - 100
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Twitter: @Fraunhofer_KA

Anne-Catherine Jung | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de

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