Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MDA - Dichtungen: kleines Bauteil, große Wirkung

25.02.2013
Neue Werkstoffe und Beschichtungen / Reibungsreduzierung als Entwicklungsziel

In der Hierarchie der Maschinenkomponenten rangieren sie als "C-Teile". Optisch sind sie ebenfalls recht unscheinbar, und ihr Preis bemisst sich sehr oft eher in Cent als in Euro oder Dollar. Aber in elektromechanischen, pneumatischen und hydraulischen Antrieben können sie über die Lebensdauer, Ausfälle und Umweltverträglichkeit zum Beispiel von Werkzeugmaschinen, Baumaschinen oder Windkraftanlagen entscheiden. Deshalb haben die Dichtungen auf der MDA (Motion, Drive & Automation) im Rahmen der HANNOVER MESSE vom 8. bis 12. April ihren großen Auftritt.

Dr. Christian Geis vom VDMA-Fachverband Fluidtechnik: "Dichtungen sind für die Hydraulik und Pneumatik wichtige Bauteile beziehungsweise Konstruktionselemente. Moderne Dichtungen mit optimierten Geometrien und neuen Werkstoffpaarungen helfen, Reibung zu reduzieren und Verschleiß zu minimieren. Auch werden die Gebrauchsdauer und die Zuverlässigkeit des Dichtsystems erhöht."

Besonderes Augenmerk gilt dabei der Hydraulik. Peter-Michael Synek, stellvertretender Geschäftsführer des VDMA-Forschungsfonds Fluidtechnik, ergänzt: "Dichte fluidtechnische Systeme sind hinsichtlich des Umweltschutzes ein Muss, gilt es doch, Leckagen zu vermeiden. Darüber hinaus müssen sich die Dichtungshersteller den heutigen Herausforderungen wie Rohstoffeffizienz und Nachhaltigkeit sowie dem allgemeinen Preisdruck und Trend zur Null-Fehler-Toleranz stellen."

Das Thema Reibungsreduzierung wird in den Messegesprächen der Aussteller mit den Besuchern intensiv diskutiert werden. Dynamische Dichtungen - das heißt Dichtungen, bei denen sich die Dichtelemente zueinander bewegen - erzeugen Reibung, die man gerade bei schnell laufenden Wellen oder Lagerungen vermeiden möchte, um Energie zu sparen.

Der Zielkonflikt zwischen Dichtwirkung und Reibung ist nicht einfach zu lösen. Auf der MDA werden Dichtungssysteme gezeigt, die eine unverändert hohe Zuverlässigkeit gegenüber Leckagen mit einem verringerten Reibkoeffizienten verbinden. Erreicht wird dies zum Beispiel durch eine optimierte Konstruktion der Dichtungskontur mit Hilfe moderner Simulationswerkzeuge. Das ist Feinarbeit, die sich lohnt: Beispiele zeigen, dass Wälzlagerhersteller die dichtungsbedingte Reibung auf diese Weise um rund ein Drittel reduzieren können. Das Resultat sind leichter laufende energieeffiziente Antriebe.

Ein verringerter Reibkoeffizient lässt sich auch durch neue Beschichtungsmaterialien erreichen, die die Gleiteigenschaften der Dichtungsoberfläche verbessern. Damit reduziert man zugleich den "Stick-slip-Effekt", der auch als "Montagmorgeneffekt" bezeichnet wird und das ruckförmige Bewegen nach längerem Stillstand bezeichnet.

Dieser Effekt ist in vielen Antriebssystemen unerwünscht. Es gibt bereits Dichtungen, die mit Nanobeschichtungen versehen sind, um bessere Gleiteigenschaften zu gewährleisten.

Ein weiteres Trend-Thema in der Dichtungstechnik ist die Entwicklung neuer Werkstoffe, die eine sehr gute Dichtwirkung auch unter widrigen Bedingungen ermöglichen. Ein Beispiel: Hunger DFE wird auf der MDA Elastomerdichtungen für Hydraulikzylinder ausstellen, die speziell für Tieftemperatureinsätze entwickelt wurden und in vielen Bereichen des Maschinen- und Anlagenbaus sowie in der Luftfahrt und im Fahrzeugbau zur Anwendung kommen können. Das in Zusammenarbeit mit einem Elastomerhersteller entwickelte Tieftemperaturmaterial NBR-TT lässt den verlässlichen Einsatz in einem Temperaturbereich von -50 bis +100 Grad Celsius zu, ohne dass die für einen Dichtungswerkstoff wichtigen Eigenschaften wie zum Beispiel Rückstellvermögen und Elastizität beeinträchtigt werden.

Es entspricht der Bedeutung der Dichtungen für die moderne Antriebstechnik, dass auch das parallel zur MDA ausgerichtete MDA-Forum neueste Entwicklungen der Dichtungstechnik aufzeigen wird.

Die MDA wird in den Hallen 20 bis 25 ausgerichtet sowie in den Automationshallen 15, 16 und 17. Dabei spielt die Halle 17 eine besondere Rolle. Dort zeigen MDA-Aussteller Komponenten für die Automatisierungstechnik und markieren damit den Übergang von der Fluidtechnik zur Leitmesse Industrial Automation.

Über die HANNOVER MESSE

Das weltweit bedeutendste Technologieereignis wird vom 8. bis 12.
April 2013 in Hannover ausgerichtet. Die HANNOVER MESSE 2013 vereint elf Leitmessen an einem Ort: Motion, Drive & Automation, Industrial Automation, Energy, Wind, MobiliTec, Digital Factory, ComVac, Industrial Supply, SurfaceTechnology, IndustrialGreenTec und Research & Technology. Die zentralen Themen der HANNOVER MESSE 2013 sind Industrieautomation und IT, Energie- und Umwelttechnologien, Antriebs- und Fluidtechnik, Industrielle Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. Russland ist das Partnerland der HANNOVER MESSE 2013.
Pressekontakt:
Ansprechpartnerin für die Redaktion:
Brigitte Mahnken
Tel.: +49 511 89-31024
E-Mail: brigitte.mahnken@messe.de

Brigitte Mahnken | Deutsche Messe Hannover
Weitere Informationen:
http://www.hannovermesse.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Prüfvorgänge servicefreundlich gestalten
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Modulare Steckverbinder in Snap-in-Rahmen
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften