Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Materialprüfer spüren mit Mikroflugzeug Schäden an Brücken und Gebäuden auf

26.03.2013
Immer mehr tonnenschwere Lastwagen fahren Tag für Tag über Autobahnen und belasten vor allem die Brücken.

Diese müssen daher regelmäßig kontrolliert werden, was kompliziert und teuer ist. Denn wenn Prüfingenieure mit schwerem Gerät anrücken, muss die Fahrbahn meistens gesperrt werden.


Mit diesem 1,2 Meter großen Oktokopter können Ingenieure des Fraunhofer Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren und der Saar-Uni Schäden an Brücken und Gebäuden einfach erfassen.
Foto: Fraunhofer IBP

Abhilfe können hier die Flugroboter schaffen, die Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP und der Universität des Saarlandes entwickelt haben. Diese Mikrofluggeräte erfassen detailliert Schäden an Brücken und Gebäuden. Auf der Hannover Messe stellen die Saarbrücker Forscher die Prüfsysteme am saarländischen Messestand (Halle 2, Stand C40) vom 8. bis 12. April vor.

Abbröckelnder Beton ist oft ein Anzeichen dafür, dass es um die Bausubstanz von Gebäuden oder Brücken nicht mehr gut bestellt ist. Doch ist die Fassade nur oberflächlich betroffen? Oder ist die Statik schon so weit gefährdet, dass eine Brücke aus Sicherheitsgründen gesperrt werden muss? „Um den Zustand von Gebäuden oder Brücken zu kontrollieren, muss man bislang einen großen Aufwand betreiben“, erklärt Christian Boller, Institutsleiter des Fraunhofer IZFP und Professor für Zerstörungsfreie Prüfung und Qualitätssicherung an der Universität des Saarlandes. „Vor allem bei schlecht begehbarem Gelände dauert das oft sehr lange und ist entsprechend teuer.“

Forscher des Fraunhofer IZFP und der Saar-Uni setzen bei der Inspektion der Bausubstanz auf eine Neuerung: Mit sogenannten Multikoptern – Mikroflugzeugen mit mehreren Rotoren – und anderen Robotern sind sie in der Lage, Schäden visuell unkompliziert zu ermitteln. „Der Flugroboter fliegt beispielsweise ein komplettes Gebäude in einem bestimmten Muster ab“, berichtet Christian Eschmann, der als Ingenieur am Fraunhofer IZFP das neuartige Prüfgerät federführend mitentwickelt hat. „Dabei macht das hochauflösende Kamerasystem des Fluggerätes Bilder von jedem einzelnen Gebäudeteil.“
Mit spezieller Software können die Wissenschaftler die Bilder anschließend auf dem Computer weitestgehend zusammensetzen und auswerten, wobei der Automatisierungsgrad stetig verbessert wird. „2D- und 3D-Aufnahmen geben uns genauen Aufschluss darüber, wie es um die Bausubstanz bestellt ist“, erklärt der Ingenieur weiter. Risse, die bisher aufwändig von Personen über Hebebühnen erfasst werden, können nun hochauflösend digital fotografiert werden. Dadurch lassen sich ganze Rissmuster automatisiert ermitteln. Diese sind ein Indikator für den Schadensfortschritt.

Zusammen mit Wissenschaftlern am Lehrstuhl von Professor Boller an der Universität des Saarlandes werden eine Vielzahl an Technologien erprobt. Das beginnt mit dem modularisierten Aufbau der Fluggeräte und Robotik selbst und geht über in Fragen der anzuwendenden Sensorik und Flugregelung. Derzeit sind die herausfordernden Themen das Fliegen im Schwarm oder die Verwendung weiterführender Sensorik, wie man sie aus der zerstörungsfreien Prüfung kennt, zum Beispiel Ultraschall-, Laser-, Infrarot- oder Radarsensoren. Mit solchen Verfahren kann man die Geometrie der zu inspizierenden Konstruktionen oder sogar das Innenleben der Konstruktionen erfassen.

„Damit könnten diese Fluggeräte wie auch Roboter am Boden interessante ‚Helfer‘ in möglichen Katastrophengebieten sein, in die man Menschen nicht entsenden möchten, wenn die Situation noch ungewiss ist“, erläutert Christian Boller.

Fragen beantwortet:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christian Boller
Lehrstuhl für zerstörungsfreie Prüfung und Qualitätssicherung
Universität des Saarlandes
& Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren
Tel.: +49-681-9302 3800
E-Mail: info@izfp.fraunhofer.de

Der saarländische Forschungsstand (Halle 2, Stand C 40) wird organisiert von der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer der Universität des Saarlandes (KWT). Sie ist zentraler Ansprechpartner für Unternehmen und initiiert unter anderem Kooperationen mit Saarbrücker Forschern. www.uni-saarland.de/kwt

Melanie Löw | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/kwt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Prüfvorgänge servicefreundlich gestalten
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Modulare Steckverbinder in Snap-in-Rahmen
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise