Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KIT zeigt Innovationen auf der Hannover Messe 2011

29.03.2011
Innovationen rund um Mobilität, Energie, Bionik sowie Nano- und Mikrotechnologie zeigt das KIT auf der Hannover Messe 2011 vom 4. bis 8. April. An seinem Stand (Halle 2, Stand C18) präsentiert das KIT einen Rennporsche als Hybridfahrzeug, Entwicklungen in der Batterieforschung, Materialien und Prozesse für druckbare Elektronik, das Netzwerk KIC InnoEnergy für ein europäisches Energieversorgungssystem und das Kompetenzbündnis Energy Solution Center (EnSoC). Darüber hinaus trägt das KIT zu weiteren Ständen und Sonderschauen bei.

KIT-Hauptstand, Halle 2 (Research & Technology), Stand C18

Porsche GT3 R Hybrid. Ein reinrassiges Rennfahrzeug fungiert als Labor, weshalb es auch Race Lab genannt wird. Der Verbrennungsmotor im Heck des 911 GT3 R Hybrid wurde vom 911 GT3 R übernommen. Die zweite Antriebseinheit auf der Vorderachse ist die sogenannte Portalachse mit zwei integrierten Elektromaschinen. Sie arbeiten beim Bremsen im Generatorbetrieb, erzeugen dadurch elektrische Energie und speichern sie in einem elektrischen Schwungrad. Beim Boosten kann der Fahrer diese Energie als zusätzliche Antriebskraft nutzen. Somit verfügt der 911 GT3 R Hybrid temporär über einen teilelektrischen Allradantrieb. Das Zusammenspiel der Antriebseinheiten wird über den Hybridmanager und die Systemsteuerung durch intelligente Regelalgorithmen realisiert. Die hohe Energieeffizienz des Fahrzeugs sorgt für weniger Tankstopps und damit für höhere Rundenzahlen. Wissenschaftler des KIT haben zu diesem in nur elf Monaten entwickelten Hochleistungshybridfahrzeug erheblich beigetragen. Der Porsche GT3 R Hybrid nahm 2010 an mehreren internationalen Langstreckenrennen teil, unter anderem am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, einem der härtesten Rennen der Welt. Zuletzt belegte das Fahrzeug beim 1000 km Rennen in Zhuhai, China Platz 1 unter den GT Fahrzeugen.

Batterieforschung. Wissenschaftler des KIT schaffen die Grundlagen für Batterien mit hoher Speicherkapazität, Zuverlässigkeit und Lebensdauer. Die Arbeiten umfassen die gezielte Synthese, Charakterisierung und Funktionalisierung von nanoskaligen Materialien sowie den Aufbau und die Anwendung entsprechender Prozesstechnik. Anfang des Jahres hat das KIT das neue Helmholtz-Institut Ulm - Elektrochemische Energiespeicherung in Kooperation mit der Universität Ulm gegründet. Assoziierte Partner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Ebenso wurde jüngst das Gemeinschaftslabor BELLA (Batteries and Electrochemistry Laboratory) ins Leben gerufen, in dem das KIT und die BASF SE gemeinsam neue Batteriematerialien entwickeln.

Elektronik aus der Druckmaschine. Gedruckte Elektronik ist ein Beispiel dafür, wie die Nanotechnologie vorhandene Produkte modifiziert und künftige Märkte eröffnet. Sie beruht auf der Herstellung elektronischer Bauteile mithilfe von Standarddruckverfahren wie Tintenstrahldruck, Siebdruck, Offsetdruck oder Tiefdruck. Wissenschaftler des KIT befassen sich mit der Synthese neuer druckbarer organischer und anorganischer Materialien, mit deren elektronischer Funktionalität und der Formulierung und Herstellung von Drucktinten. Weitere Schwerpunkte sind die Fertigung von organischen Solarzellen und Leuchtdioden sowie industrielle Beschichtungs- und Trocknungsprozesse, um die Erkenntnisse aus dem Labor auf die Massenproduktion zu übertragen. Am Stand sind organische Leuchtdioden (OLED) und gedruckte Solarzellen, leuchtende Nanomaterialien und eine Walze zur Gravurbeschichtung zu sehen. Zudem gibt es einen Drucker, der Folien bedruckt, die wie ein Transistor funktionieren.

KIC InnoEnergy. In der europäischen Knowledge and Innovation Community (KIC) InnoEnergy haben sich exzellente Akteure – Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Universitäten und Business Schools – zusammengeschlossen, um neue Energietechnologien schneller auf den Markt zu bringen und ein nachhaltiges Energiesystem für Europa zu schaffen. Das vom European Institute of Innovation and Technology (EIT) geförderte Netzwerk schafft dynamische Verbindungen zwischen Industrie und Wissenschaft und fördert unternehmerisches Denken und Handeln. Den Aufbau von KIC InnoEnergy koordiniert das KIT.

Deutsch-französische Kooperation. Im Rahmen von KIC InnoEnergy kooperieren das KIT und das Commissariat à l'énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA) in verschiedenen Bereichen der Energieforschung. 2011 bauen KIT und CEA ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Biomasse, Nanotechnologie und Technologieakzeptanz weiter aus und beteilligen sich gemeinsam an Programmen der European Energy Research Alliance (EERA). Der Stellenwert, den das KIT der deutsch-französischen Kooperation zumisst, zeigt sich auch in der Lehre: Die grenzüberschreitenden Aktivitäten wie Doppelstudiengänge und Doppelpromotionen sind in der Deutsch-Französischen Initiative KIT-DeFI gebündelt.

EnSoC. Das Energy Solution Center, zu dessen Gründungsmitgliedern das KIT gehört, bündelt Kompetenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Sein Ziel ist, eine Spitzenposition in der Entwicklung der sogenannten numerischen Simulation und Optimierung einzunehmen. Dazu fördert es die Arbeit an Verfahren und Programmen zum Einsatz von Höchstleistungsrechnern (High Performance Computing) in der Energiewirtschaft. Das EnSoC stellt eines von insgesamt vier in Baden-Württemberg geplanten HPC Solution Centers dar.

Weitere Themen des KIT auf der Hannover Messe 2011:

Bionik (Halle 2, Stand A01). Das KIT beteiligt sich an der Sonderschau „Bionik, das geniale Ingenieurbüro der Natur". Eine am KIT entwickelte Zugdreiecksmethode ermöglicht ohne aufwendige Computeranalysen, die Lebensdauer technischer Bauteile durch Kerbformoptimierung zu steigern. Verformungsbilder, die durch einfache Belastungsversuche an elastischen Proben ermittelt werden, erleichtern und erweitern den Einsatz dieser Methode zusätzlich.

MeRegioMobil (Halle 2, Stand D30). Auf dem Gemeinschaftsstand E-Energy zur Integration von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien in die Stromversorgung präsentiert das KIT das Projekt MeRegioMobil, das darauf zielt, die Infrastruktur für eine große Zahl von Elektrofahrzeugnutzern zu konzipieren, aufzubauen und zu erproben. Dabei dient ein Smart Home Labor als Prototyp für den energieeffizienten Haushalt der Zukunft, der Elektroautos als Stromspeicher und -verbraucher einbindet.

Nano- und Mikrotechnologie (Halle 6, Stand H18). Mit der Karlsruhe Nano Micro Facility (KNMF) ist das KIT auf der Sonderschau „Mikro, Nano, Materialien“ des IVAM Fachverbands für Mikrotechnik vertreten. Das KNMF ist eine Hightech-Plattform zum Strukturieren und Charakterisieren vielfältiger Funktionsmaterialien auf der Nano- und Mikroskala. Sie steht Nutzern aus nationalen und internationalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zur Verfügung.

Hochtemperatur-Supraleitung (Halle 13, Stand C51). Das KIT zeigt auf der Sonderschau „SuperConductingCity“ Entwicklungen und Anwendungen der Hochtemperatur-Supraleitung. Schwerpunkte liegen auf Hochstromleitern für Wechselstromanwendungen in der Energietechnik, auf Komponenten wie supraleitende Strombegrenzer und strombegrenzende Transformatoren sowie auf Magneten für Fusionsreaktoren, Spektroskopie, Weltraumtechnik und Sonderanwendungen.

EIFER (Halle 13, Stand D10). Vor mehr als acht Jahren beschlossen EDF und das KIT (damals Universität Karlsruhe) die Gründung von EIFER. Als gemeinsames Forschungsinstitut, das sich den Themen Energie und Umwelt widmet, intensiviert EIFER die wissenschaftliche Zusammenarbeit der beiden Partner durch gemeinsame Projekte zu industrierelevanten Themen. Bei EIFER bauen über 110 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein interdisziplinäres Know-How in den Bereichen Energieeffizienz und nachhaltige Entwicklung von Städten und Regionen auf und erarbeiten innovative Lösungen für die dezentrale Energieerzeugung.

bioliq® (Halle 27, Stand N71). Am Stand der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR e. V.) ist das KIT mit dem bioliq®-Verfahren vertreten: Auf dem Campus des KIT entsteht eine Pilotanlage zur Herstellung von Biomassekraftstoffen der zweiten Generation. Biogene und vorwiegend trockene Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft werden durch thermochemische Prozesse über mehrere Stufen zu hochwertigen BTL-Kraftstoffen (Biomass-to-Liquid) und chemischen Grundstoffen veredelt.

NanoMat (Halle 2, Stand D30). Das Netzwerk für Materialien der Nanotechnologie NanoMat mit Geschäftsstelle am KIT besteht aus renommierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Es gehört seit 2000 zu den Kompetenznetzen in Deutschland und ist Sprachrohr für die Arbeitsgemeinschaft der Nanozentren (AGeNT). Auf der Hannover Messe zeigt NanoMat Exponate zur Oberflächenvergütung und ein Live-Experiment zum neuen Salvinia-Effekt zwischen Lotus und Gecko.

Ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Messe AG, Dr. Wolfram von Fritsch, zur Hannover Messe 2011 finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins look|KIT und unter:

http://www.pkm.kit.edu/img/24007_KIT_Magazin_Ausg1_2011_RZ6.pdf

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften