Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kieler Nanoforschung auf der Hannover Messe

21.04.2017

Winzige Details mit großer Wirkung: Zum ersten Mal zeigt der Forschungsschwerpunkt Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) auf der Hannover Messe, wie aus Kieler Spitzenforschung breite Anwendungsmöglichkeiten für die Industrie entstehen. Gemeinsam mit den anderen drei Forschungsschwerpunkten der CAU präsentiert sich KiNSIS in Halle 2, „Research & Technology“ der weltweit größten Industriemesse und stellt Beispiele aus den Kieler Laboren zu Nanowissenschaften und Oberflächenforschung vor. Vorträge zu aktuellen Forschungsthemen ergänzen das Programm vom 24. bis 28. April 2017.

Von intelligenten Materialien für die Zukunft über optimierte Medizintechnik bis zu neuen Verfahren für die Oberflächenbearbeitung: In interdisziplinärer Zusammenarbeit von Physik, Chemie, Ingenieurwissenschaften und Lebenswissenschaften entstehen im Forschungsschwerpunkt KiNSIS molekulare Maschinen und Oberflächen, die durch ihre Nanostrukturen ganz neue Eigenschaften erhalten.


In verschiedenen Anwendungsgebieten zur Oberflächenbearbeitung werden Plasmajets eingesetzt, ob Desinfizierung, Bleichen von Zähnen oder Beschichtungsprozessen. Ein Vortrag am 26. April erläutert die Rolle von Prozessplasmen in der Nanotechnologie.

Foto/Copyright: Julia Siekmann, Uni Kiel


Verbindungen zwischen Aluminium und Kunststoff halten normalerweise nicht. Mit einem auf der Hannover Messe vorgestellten Ätzverfahren lassen sich Metalle jedoch mit fast allen Materialien verbinden.

Foto: Julia Siekmann/CAU

Anhand von Exponaten und Vorträgen demonstrieren Sonderforschungsbereiche (SFB) und Arbeitsgruppen des Schwerpunkts die Vielfalt der Kieler Nanoforschung und ihre Anwendungsmöglichkeiten für die Industrie. Vorgestellt werden unter anderem von der Natur inspirierte Haftmaterialien, smarte Oberflächen dank organischer Leuchtdioden, hochempfindliche Magnetfeldsensoren, schaltbare Moleküle als schonendes Kontrastmittel in der Medizin sowie Prozessplasmen für die Nanotechnologie.

„Ohne Grundlagenforschung an Universitäten gibt es keine Innovationen. Beispiele aus unserem Schwerpunkt KiNSIS zeigen, wie wir aktuelle Forschung in die Industrie bringen. Begünstigt wird das besonders durch das interdisziplinäre Umfeld an der Universität Kiel“, sagt Rainer Adelung, Co-Sprecher des Forschungsschwerpunktes und Professor für Funktionale Nanomaterialien.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der gleichnamigen Arbeitsgruppe haben jüngst ein neues Verfahren zur Oberflächenbehandlung entwickelt, das ebenfalls auf dem KiNSIS-Stand vorgestellt wird. Damit können Metalle erstmals mit nahezu allen Materialien, auch Kunststoffen, dauerhaft verbunden werden.

„Der Trend geht zu individualisierten Objekten, die einzeln im 3D-Drucker hergestellt werden, zum Beispiel biokompatible Implantate für die Medizintechnik“, so der Materialwissenschaftler weiter. „Dafür brauchen wir Techniken, die nicht nur Kunststoffe, sondern auch Metalle und Keramiken drucken. Und Material, das entsprechend verarbeitet werden kann.“ Diese Kompositmaterialien für die Industrie 4.0 zu entwickeln, ist nur eines der Themen, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkt KiNSIS zurzeit arbeiten.

Der CAU-Stand befindet sich in Halle 2, C07.

Vorträge Forschungsschwerpunkt KiNSIS:
24.4.2017, 11:00 Uhr, Vortrag "Im Norden verhaftet: Smarte Oberflächen zum an die Decke gehen", Dr. Lars Heepe
25.4.2017, 11:30 Uhr, Vortrag: "Materialien für die Industrie 4.0 verbinden, was nicht zusammengehört: Von Aluminium & Teflon bis Kupfer & Silikon", Professor Rainer Adelung
26.4.2017, 11:30 Uhr & 13:00 Uhr, Vortrag: "Prozessplasmen in der Nanotechnologie", Professor Holger Kersten
27.4.2017, 11:30 Uhr, Vortrag: "Organische LEDs in Funktionalen Bauelementen: Mehr als nur eine Display-Technologie", Matthias Bremer

Bildmaterial steht zum Download bereit:
http://www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-115-1.jpg
Bildunterschrift: In verschiedenen Anwendungsgebieten zur Oberflächenbearbeitung werden Plasmajets eingesetzt, ob Desinfizierung, Bleichen von Zähnen oder Beschichtungsprozessen. Ein Vortrag am 26. April erläutert die Rolle von Prozessplasmen in der Nanotechnologie.
Foto/Copyright: Julia Siekmann, Uni Kiel

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-115-2.jpg
Bildunterschrift: Organische Leuchtdioden kennt man bereits von Smartphones oder großen TV-Geräten. Welche Anwendungen die flächigen Emitter noch möglich machen wie Leuchttapeten oder die Verwendung in hochintegrierten optischen Sensoren, stellt ein Vortrag am 27. April vor.
Foto/Copyright: Jan Balke

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-115-3.jpg
Bildunterschrift: Dieses intelligente Haftmaterial lässt sich per UV-Licht biegen und strecken. Dadurch können winzig Objekte präzise transportiert und positioniert werden, was Anwendungen in der Robotik denkbar macht. Die Oberfläche des Materials wurde nach dem Vorbild von Käferfüßen entwickelt. In einem Vortrag am 24. April werden ähnliche Beispiele aus der Bionik erläutert.
Foto/Copyright: Emre Kizilkan

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-115-4.jpg
Bildunterschrift: Klebeverbindungen zwischen dem Leichtbaumetall Aluminium und Kunststoff halten normalerweise nicht. Mit einem neuen Ätzverfahren für Oberflächen lassen sich Metalle jedoch mit fast allen Materialien dauerhaft verbinden. Außerdem werden sie dadurch wasserabweisend und erhalten somit einen „eingebauten Korrosionsschutz“. Das Verfahren wird in einem Vortrag am 25. April vorgestellt.
Foto/Copyright: Julia Siekmann, Uni Kiel

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-115-5.jpg
Bildunterschrift: Schaltbare Moleküle, wie sie im SFB 677 erforscht werden, bieten zahlreiche Anwendungsfelder, von selbsttönenden Brillengläsern über magnetische Schalter bis hin zu Kontrastmitteln in der Medizin. Werden schaltbare Kontrastmittel in den Körper injiziert, können sie mittels grünem Licht aktiviert werden und deaktivieren sich mit der Zeit. Operationen können so länger und schonender durchgeführt werden.
Foto/Copyright: SFB 677

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-115-6.jpg
Bildunterschrift: Hochempfindliche Magnetfeldsensoren messen extrem kleine Magnetfelder. Die Sensoren aus dem SFB 1261 sollen in Zukunft zur Detektion von biomagnetischen Feldern, etwa des Gehirns oder des Herzens, eingesetzt werden. Foto/Copyright: SFB 1261

Kontakt:
Julia Siekmann
Kommunikation KiNSIS
Telefon: +49 431 880 4855
jsiekmann@uv.uni-kiel.de

Details, die nur Millionstel Millimeter groß sind: Damit beschäftigt sich der Forschungsschwerpunkt „Nanowissenschaften und Oberflächenforschung“ (Kiel Nano, Surface and Interface Science – KiNSIS) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Im Nanokosmos herrschen andere, nämlich quantenphysikalische, Gesetze als in der makroskopischen Welt. Durch eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Materialwissenschaft, Chemie, Physik, Biologie, Elektrotechnik, Informatik, Lebensmitteltechnologie und verschiedenen medizinischen Fächern zielt der Schwerpunkt darauf ab, die Systeme in dieser Dimension zu verstehen und die Erkenntnisse anwendungsbezogen umzusetzen. Molekulare Maschinen, neuartige Sensoren, bionische Materialien, Quantencomputer, fortschrittliche Therapien und vieles mehr können daraus entstehen. Mehr Informationen unter http://www.kinsis.uni-kiel.de

Weitere Informationen:

http://ww.uni-kiel.de/hannovermesse/de/ausstellung/kiel-nano-surface-and-interfa... Exponate Forschungsschwerpunkt KiNSIS
http://www.uni-kiel.de/hannovermesse/de Das vollständige CAU-Programm:
http://www.hannovermesse.de/aussteller/christian-albrechts-universitaet-zu-kiel/...

Dr. Boris Pawlowski | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hohe Akzeptanz vor Markteinführung - Die Entwicklung des Großschranksystems VX25 von Rittal
24.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Rittal digitalisiert Fertigung - Produktion weltweit nach Industrie 4.0
25.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics