Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017

Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle im Energiesystem der Zukunft. Durch ihn lassen sich große, regenerativ gewonnene Energiemengen auch über längere Zeiträume zuverlässig speichern.

Unter dem Motto "Sector coupling: Forschung für ein integriertes Energiesystem" stellen Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Hannover Messe (24. - 28. April 2017) grundlegende Komponenten für die Herstellung und Nutzung des vielseitig verwendbaren Energieträgers vor.


Modell eines stark vergrößerten Zellelements, aus einem am Institut für elektrochemische Verfahrenstechnik entwickelten Elektrolyse-Zellstapel. Derartige Zellstapel werden für die großtechnische Wasserstofferzeugung im Megawatt-Maßstab entwickelt. Zu erkennen sind die funktionalen Schichten, die am Forschungszentrum Jülich weiter entwickelt werden.

Copyright: Forschungszentrum Jülich / Regine Panknin


Reaktor für die Brenngaserzeugung: In dem autothermalen Reformer werden sogenannte Mitteldestillate (Kerosin, Diesel, leichtes Heizöl) in wasserstoffreiches Gas umgewandelt. Die elektrische Leistungsabgabe des bereitgestellten Wasserstoffs beträgt für dieses Gerät 10 Kilowatt.

Copyright: Forschungszentrum Jülich / Wilhelm-Peter Schneider

In Halle 27, Stand D68 informieren sie unter anderem über Fortschritte bei der Entwicklung von Brennstoffzellen und Wasserstoff-Elektrolyseuren. Am Gemeinschaftsstand NRW (Halle 2, Stand B30) präsentiert das Forschungszentrum seine Maschinenbau- und Mechatronik-Expertise – eine Spezialvakuumkammer dient als Beispiel für maßgeschneiderte Anlagen und Geräte für die Spitzenforschung. Auch das Jülich Supercomputing Centre ist auf der Hannover Messe vertreten:

Im Ausstellungsfahrzeug „InnoTruck“ sind Filme über komplexe Simulationen der Jülicher Computerexperten zu sehen – sie zeigen die Funktionsweise des menschlichen Gehirns und globale Klimasimulationen.

Die Energiewende erfordert Technologien, mit denen sich die Schwankungen von Wind- und Sonnenstrom abfedern lassen. Für die Überbrückung längerer Zeiträume bietet sich vorrangig Wasserstoff an: der universell einsetzbare Energieträger kann zwischengelagert oder in ein taugliches Gasnetz eingespeist werden. Er lässt sich zu flüssigen Kraftstoffen weiterverarbeiten oder mithilfe von Brennstoffzellen direkt als Treibstoff nutzen. Gewonnen werden kann Wasserstoff durch die elektrochemische Spaltung von Wasser.

Wasserelektrolyse: Neue Materialien für die Wasserstoffherstellung

Die sogenannte PEM-Elektrolyse soll es künftig ermöglichen, Wasserstoff aus "grünem" Strom in großen Mengen herzustellen. Um Netzstörungen durch die starken Schwankungen von Strom aus Windkraft- und Solaranlagen zu vermeiden, werden zusätzliche Einrichtungen benötigt, die schnell auf sprunghafte Schwankungen reagieren können.

"Verglichen mit klassischen alkalischen Verfahren arbeiten PEM-Elektrolyseure in einem größeren Lastbereich, und haben auch eine höhere Leistungsdichte. Deshalb eignen sie sich besonders für den Betrieb mit Stromspitzen regenerativ gewonnener Energie", so Bernd Emonts vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK-3). "Darüber hinaus kommen sie ohne bedenkliche Chemikalien aus."

Nachteil der PEM-Elektrolyse sind die noch hohen Kosten. Insbesondere die als Katalysatormaterial verwendeten Edelmetalle treiben den Preis in die Höhe. Die Jülicher Wissenschaftler versuchen deshalb nicht nur die Effizienz des Verfahrens zu steigern, sondern entwickeln gleichzeitig kostengünstige, nachhaltige Materialien für die PEM-Elektrolyse. Auf ihrem Messestand in Halle 27 ist ein stark vergrößertes Modell einer Elektrolysezelle zu sehen, an der die Experten des IEK-3 Messebesuchern ihre Forschung erklären.

Brennstoffzellen: Umweltfreundliche und effiziente Stromquellen

Brennstoffzellen wandeln Wasserstoff oder wasserstoffreiche Brennstoffe durch elektrochemische Reaktionen in Elektrizität um – und sind damit umweltfreundliche und effiziente Stromquellen. Sogenannte Hochtemperatur-Brennstoffzellen liefern elektrische Wirkungsgrade von bis zu 60 Prozent, wobei sich die entstehende Abwärme noch zusätzlich nutzen lässt. "Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich arbeiten seit mehr als zwanzig Jahren daran, diese Technologie immer weiter zu verbessern", so Bernd Emonts.

"Von elektrischer Grundlagenforschung über die Erzeugung von Brenngas bis hin zur Entwicklung von neuen Zellen – die Forschung auf diesem Gebiet ist weitreichend und vielfältig." Auf der Hannover Messe stellen die Jülicher Experten drei ihrer Projekte aus diesem Bereich vor: Reaktoren zur Brenngaserzeugung, Hochtemperatur-Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen (HT-PEFC) und Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC). Zu sehen sind unter anderem Zell- und Zellstapelkomponenten, auf Bildschirmen werden dazu Simulationen gezeigt.

Energiesysteme der Zukunft

Erneuerbare Energien werden einen großen Anteil im Energieversorgungssystem der Zukunft übernehmen. Doch der dafür notwendige technologische Wandel bedarf sorgfältiger Planung. Deshalb nutzen Jülicher Verfahrens- und Systemanalytiker sowohl Literatur- und Datenrecherchen als auch Modellbildung und Systemsimulationen um etwa Effizienz, Emissionen und Kosten von möglichen Energiesystemen zu bestimmen. Auf der Hannover Messe zeigen sie mehrere Videos über ihre Forschung. Der Fokus liegt dabei auf den Nutzungssektoren "Haushalte", "Industrie" und "Transport".

Maßgeschneiderte Anlagen und Verfahren für Wissenschaft und Praxis

Der Jülicher Institutsbereich Engineering und Technologie (ZEA-1) stellt seit über 40 Jahren erfolgreich hochkomplexe und innovative Instrumente und Anlagen für die Forschung und Industrie bereit. Dafür werden spezielle Technologien und Verfahren in Engineering, Mechatronik und Automation direkt am ZEA-1 entwickelt. Auf dem Gemeinschaftsstand NRW (Halle 2, Stand B30) der Hannover Messe zeigen die Technologie-Experten eine Spezialvakuumkammer, die an dem neuen Beschleunigerkomplex FAIR in Darmstadt verwendet werden soll. "Die Anforderungen an das Vakuum in dem Beschleuniger und den Kammern sind sehr hoch, da Experimente mit Anti-Protonen durchgeführt werden", erklärt Prof. Ghaleb Natour, Direktor des ZEA-1. "Der Druck muss um 14 Größenordnungen kleiner sein als der normale Atmosphärendruck." Die Vakuumkammern sind Teil des HESR, einem Hochenergiespeicherring für Antipronenstrahlen, den das ZEA-1 zusammen mit dem Jülicher Institut für Kernphysik im Auftrag des Forschungszentrums entwickelt – sind jedoch auch für vielfältige andere Anwendungen geeignet.

Supercomputer-Simulationen im "InnoTruck"

Auch das Jülich Supercomputing Centre ist auf der Hannover Messe vertreten: Das Ausstellungsfahrzeug "InnoTruck" ist das zentrale Element einer deutschlandweiten, mobilen Informations- und Dialoginitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Zu dem breit gefächerten Veranstaltungsangebot gehören auch sechs Multimediasäulen im Obergeschoss des InnoTrucks. Dort sind unter anderem Filme über komplexe Simulationen der Jülicher Computerexperten zu sehen – sie zeigen die Funktionsweise des menschlichen Gehirns und globale Klimasimulationen.

noPlaybackVideo

DownloadVideo

Klimasimulationen des Jülich Supercomputing Centre (Länge: ca. 4 Minuten)
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Weitere Informationen:

Institut für Energie- und Klimaforschung Elektrochemische Verfahrenstechnik (IEK-3)

Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik Engineering und Technologie (ZEA-1)

Jülich Supercomputing Centre (JSC)

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe:
Gemeinschaftsstand Hydrogen + Fuel Cells + Batteries, Halle 27, Stand D68
Innovationsstand Nordrhein-Westfalen, Halle 2, Stand B30

InnoTruck: Technik und Ideen für morgen

Ansprechpartner:

Dr.-Ing. Bernd Emonts (Wissenschaftliche Koordination & ständige Vertretung des Institutsleiters), IEK-3
Tel.: +49 2461 61-3525
E-Mail: b.emonts@fz-juelich.de

Dr.-Ing. Martin Müller (Verfahrenstechnik Elektrolyse), IEK-3
Tel.: +49 2461 61-1859
E-Mail: mar.mueller@fz-juelich.de

Dr. Marcelo Carmo (Elektrochemie Elektrolyse), IEK-3
Tel.: +49 2461 61-5590
E-Mail: m.carmo@fz-juelich.de

Prof. Dr. Werner Lehnert (Hochtemperatur-Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen), IEK-3
Tel.: +49 2461 61-3915
E-Mail: w.lehnert@fz-juelich.de

Prof. Dr. Ralf Peters (Brenngaserzeugung), IEK-3
Tel.: +49 2461 61-4260
E-Mail: ra.peters@fz-juelich.de

Dipl. Ing. Knut Dahlhoff (Fertigung und Montage), ZEA-1
Tel.: +49 2461/61-1504
Email: k.dahlhoff@fz-juelich.de

Prof. Ludger Blum (Festoxid-Brennstoffzelle), IEK-3
Tel.: +49 2461 61-6709
E-Mail: l.blum@fz-juelich.de

Herr Dipl. Ing. Nikolaos Margaritis (Festoxid-Brennstoffzelle), ZEA-1
Tel.: +49 2461/61-9587
E-Mail: n.margaritis@fz-juelich.de

Herr Dr.-Ing. Wilfried Behr (Festoxid-Brennstoffzelle), ZEA-1
Tel.:+49 2461/61-2156
E-Mail: w.behr@fz-juelich.de

Dr-Ing. Martin Robinius (Verfahrens- und Systemanalyse), IEK-3
Tel.: +49 2461 61-3077
E-Mail: m.robinius@fz-juelich.de

Prof. Dr. Ghaleb Natour, Direktor des ZEA-1
Tel.: +49 2461 61-5045
E-Mail: g.natour@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Dr. Regine Panknin
Pressereferentin
Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461 61-9054
E-Mail: r.panknin@fz-juelich.de

Dr. Regine Panknin | Forschungszentrum Jülich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2017/2017-04-21-hannovermesse-2017.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive