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Entwicklungshilfe 4.0: Ein Reha-Handschuh aus dem 3D-Drucker

12.04.2017

HTWK-Studenten präsentieren Open-Source-Handorthese auf der Hannover Messe

Eine neue Hand aus dem Drucker – im Internet finden sich mittlerweile zahlreiche Bauanleitungen für Handprothesen, die mit minimalen Materialkosten per 3D-Drucker dort hergestellt werden können, wo sie gebraucht werden. Denn für viele Menschen auf der Welt ist Medizintechnik unerschwinglich.


Die „Exohand“ wird wie ein Handschuh getragen und kann per Motor die einzelnen Finger beugen und strecken.

Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig

Zwei Maschinenbau-Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) haben die Open-Source-Idee nun auf den Reha-Bereich übertragen. Auf der Hannover Messe stellen sie den Prototyp einer aktiven Orthese für die Handrehabilitation vor.

Die „Exohand“ wird wie ein Handschuh getragen und kann per Motor die einzelnen Finger beugen und strecken. Diese maschinelle Unterstützung kann nach einem Schlaganfall oder einer Operation helfen, die Beweglichkeit der Hand wiederherzustellen.

„Die Exohand lässt sich mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker und zugekaufter, handelsüblicher Mechanik ganz einfach zusammenbauen“, erklärt Frank Schmidt. Seit zwei Jahren tüftelt der Maschinenbau-Ingenieur zusammen mit seinem Kommilitonen Michael Sanne an der Orthese. Betreut werden sie dabei von Mechatronik-Professor Detlef Riemer.

Zur diesjährigen Hannover Messe stellen die Studenten nun die dritte Entwicklungsstufe der Exohand vor. Die Bauanleitung und Software zu den Reha-Geräten wollen die Studenten im Internet frei verfügbar machen. Dank Rapid Prototyping sollen die Produktionskosten so für den Anwender unter 250 Euro pro Exemplar liegen.

Die Vision der jungen Leipziger ist klar: „Wir wollen, dass der Zugang zu medizinischen Produkten nicht davon abhängt, wo man geboren wurde. In Deutschland zahlt die Krankenkasse die Kosten für notwendige Rehamaßnahmen. Aber in vielen Ländern dieser Welt sind Hightech-Medizinprodukte für die Mehrheit der Menschen unerschwinglich. Doch mittlerweile gibt es weltweit sogenannte Fablabs oder MakerSpaces, in denen die Menschen 3D-Drucker nutzen können. Unsere Exohand könnte man sich dort selbst zusammenbauen“, so Frank Schmidt.

Bis dahin ist allerdings noch einiges an Entwicklungsarbeit nötig. Denn getestet haben die Maschinebaustudenten ihre Exohand bislang nur an sich selbst. Um die Hand guten Gewissens im Internet verfügbar machen zu können, muss sie gemeinsam mit Therapeuten und Patienten weiter optimiert werden. Von der Hannover Messe erhoffen sich die Maschinenbaustudenten deshalb Kontakte zu interessierten Entwicklern, potenziellen Partnern und Investoren.

Selbst in die Exohand schlüpfen können Besucher der Hannover Messe am Messestand der HTWK Leipzig, Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ in Halle 2, Stand A38, vom 24. bis 28. April 2017.

Rebecca Schweier | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.htwk-leipzig.de

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