Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Condition Monitoring reduziert Servicekosten für Hydrauliksysteme

26.01.2009
Sonderschau zeigt neue Trends in der Zustandsüberwachung von Maschinen

Der Aspekt "Total Cost of Ownership (TCO)" erlangt auch in der Industrie zunehmend mehr Bedeutung. Es stehen nicht mehr nur Produktionsleistung oder Automatisierungsgrad im Vordergrund, sondern vielmehr die Gesamtkosten für eine hohe Verfügbarkeit. Wie diese minimiert werden können, erfahren Maschinen- und Anlagenbauer auf der diesjährigen Sonderschau "Condition Monitoring Systems" der HANNOVER MESSE (20. bis 24. April 2009).

Alle zwei Jahre findet die internationale Leitmesse der Antriebs- und Fluidtechnik "Motion, Drive & Automation" (MDA) im Rahmen der HANNOVER MESSE statt. Dabei geben die Trendsetter der Branchen Hydraulik, Pneumatik, elektrische sowie mechanische Antriebstechnik ein Stelldichein der Superlative. Manfred Kutzinski, Projektleiter der Deutschen Messe AG, erklärt: "Die Beteiligung befindet sich trotz der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen auf hohem Niveau."

Um die Erwartungen der Besucher nach neuen effizienteren Trendlösungen zu erfüllen, fördert die Deutsche Messe die Etablierung von Sonderschauen wie Wasserhydraulik in Halle 23 oder E-Motive in Halle 24. Bereits zum dritten Mal findet die Sonderschau "Condition Monitoring Systems" (CMS) in Halle 24 statt. Sie befindet sich inmitten der Antriebs- und Fluidtechnik. Diese Branchen profitieren sehr intensiv von den Möglichkeiten moderner Überwachungssysteme für Maschinen und Anlagen.

Ölqualitäts-Check für Serieneinsatz und zur Nachrüstung

Was früher hauptsächlich Idealisten und Trendsettern im Maschinen- und Anlagenbau vorbehalten war, öffnet sich nun auch den Massenmärkten. Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung sind Ölanalysegeräte. Peter Michael Synek, Projektmanager beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) und Mitorganisator der CMS-Sonderschau, erwähnt: "Während CM Systeme vor einigen Jahren noch groß und teuer waren, gibt es mittlerweile Low-cost-Lösungen, die in die Maschinenkonstruktion integriert sind - entweder von Anfang an oder zum Nachrüsten."

In der CMS-Sonderschau in Halle 24 stellt beispielsweise Argo-Hytos solche "Mini-Laboratorien" vor, die weniger als 1 000 Euro kosten und zu jeder Zeit detektieren, wie es dem Hydrauliksystem geht. Die aus einem gemeinschaftlich durchgeführten Entwicklungsprojekt des Herstellers und des Instituts für Fluidtechnische Antriebe und Steuerungen (IFAS) in Aachen entstandenen Sensoren wurden im Feldtest mit einem Betonpumpenhersteller sowie einem Papiermaschinenhersteller auf Herz und Nieren getestet. Die Messung der Viskosität ist aufwändig, aber mittlerweile durch kleine Sensoren machbar. Durch die sofortige Eingruppierung der Hydraulikflüssigkeit in die unterschiedlichen ISO- bzw. NAS Klassen, erkennen Anwender nicht nur den Zustand, sondern auch jede Veränderung. Diese kann durch hohe Scherkräfte - also harte Beanspruchung - oder durch Ölvermischungen ausgelöst werden.

Bevor nun eine Maschine oder ein Fahrzeug Schaden nehmen, meldet der Sensor einen Kontrollwert oder eine rasch auftretende Fehlentwicklung innerhalb des Hydrauliköls an die Steuerung. "Das zeigt eindeutig die wirtschaftlichen Vorteile von Condition Monitoring, weshalb wir die CMS-Sonderschau bewusst im Zentrum der MDA platziert haben", fasst Manfred Kutzinski zusammen. Heute gehe es nicht mehr darum, dass solche Zusatzsysteme den Nimbus von "Nice to have" besitzen, sondern dass sie ganz klare Auskünfte über schädigende Zustände liefern, die hohe Kosten für Service und Reparatur nach sich ziehen können.

Rechtzeitiges Reagieren spart Geld

Automatisierte Ereigniserkennung umschreibt den Trend zu Condition-Monitoring-Systemen sehr treffend. Wichtig für den Erfolg solcher Maßnahmen ist die zielgerichtete Beurteilung der erhaltenen Messwerte. Diese findet bereits im erwähnten Ölanalysesensor statt. Er besitzt das Expertenwissen, das für den optimalen Einsatz von Systemen zur Früherkennung notwendig ist, gewissermaßen "on Board" und muss die Ergebnisse nur noch über eine RS232-Schnittstelle oder Analogwertübertragung (4 - 20 mA) an die Steuerung melden.

Auch in diesem Jahr rechnet die Deutsche Messe mit rund 20 000 Besuchern allein auf der Sonderausstellung "Condition Monitoring Systems". Gerade für Hydraulikanwender gibt es dort wieder interessante Dinge zu erfahren. Schließlich entwickelt sich die Online-Ölanalyse immer weiter - technisch wie auch preislich. Anwender müssen sich dann zwangsläufig die Frage stellen, ob sie auf eine Investition unter 1 000 Euro verzichten wollen, um stattdessen immer mit der Gefahr von Pumpen-, Motor- oder Aggregatschäden zu leben.

Denn im Grunde genommen genügt ein einziger Ölanalysesensor im System, um den Ist-Zustand zu erfassen und mit diesem Wissen die Verfügbarkeit erhöhen zu können. Die Anwendungsbreite von CM-Sensoren ist vielfältig. Sie erkennen die Ölqualität, eine Ölvermischung, die Verwendung von biologisch schnell abbaubaren Druckflüssigkeiten, Ölverschmutzung und viele weitere wichtige Indikatoren für einen reibungslosen Maschinen- und Anlagenbetrieb.

Brigitte Mahnken-Brandhorst | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.hannovermesse.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Die GFOS stellt auf der HMI aus: Mit gfos.MES in Richtung Industrie 4.0
20.02.2018 | GFOS mbH

nachricht Hannover Messe 2018: Wasserschwert statt Laserschwert
01.02.2018 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics