Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biogas und Ökostrom: TU Wien präsentiert Energiespeicherkonzept

01.04.2015

Weltneuheit bei der Hannover Messe 2015: Die TU Wien hat eine Methodeentwickelt, mit der man umweltfreundlich und wirtschaftlich Energie speichern kann. Alternativenergie wird genutzt, um aus Biomasse wertvolles Methan herzustellen.

Photovoltaik und Windkraft werden immer wichtiger – doch woher kommt der Strom, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Die TU Wien verfolgt einen neuen Ansatz für die Speicherung von Alternativenergie:


Die Zukunft der Energieversorgung: Energie aus Ökostrom, gespeichert in Gas

Man koppelt Kleinkraftwerke mit Biogasanlagen und nutzt die überschüssige elektrische Energie in Zeiten von Produkionsspitzen dazu, sauberes Methan aus Bioabfällen zu erzeugen. So lässt sich Energie CO2-neutral mit hohem Wirkungsgrad speichern und ins bereits bestehende Erdgasnetz einspeisen. Diese neuartige Konzept wird auf der Hannover Messe 2015 erstmals öffentlich vorgestellt.

Spezielle Gas-Filtertechnik

Das Herzstück der Anlage ist die Gas-Filtertechnologie (Gas-Permeation), die an der TU Wien entwickelt wurde. „Wir verwenden spezielle Membranen, um aus dem Biogas das wertvolle Methan herauszufiltern“, erklärt Prof. Michael Harasek. Den Erfolg dieser Technik konnte er bereits in großen Versuchsanlagen im Industriemaßstab demonstrieren. Nun entwickelte Harasek mit seinem Team ein Konzept, mit dem sich neben Methan auch der zweite Hauptbestandteil von Biogas nutzen lässt – nämlich das Kohlendioxid.

„Ökostrom wird genutzt, um Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten. Den dabei gewonnenen Wasserstoff setzen wir mit dem aus dem Biogas abgeschiedenen Kohlendioxid um und gewinnen dabei nochmals Methan“, erklärt Harasek. „Durch diese Methanisierung von CO2 kann die Methanausbeute aus Biogas verdoppelt werden!“

Kohlendioxid zu Methan umwandeln

Eine Biogasanlage liefert rund um die Uhr gleichmäßig Methan und CO2. Die elektrische Energie, die aus Photovoltaik, Windkraft oder anderen alternativen Stromquellen kommt, kann hingegen stark schwanken. „Das ist kein Problem, wir können das CO2 einfach zwischenspeichern und überschüssigen Strom in Spitzenzeiten zur Elektrolyse verwenden“, sagt Michael Harasek.

Letzten Endes wird die elektrische Energie in Form von Methan gespeichert – einem hochreinen, umweltfreundlichen Brennstoff, der in das bereits bestehende Erdgasnetz eingespeist werden kann. Somit ist es nicht nötig, eigens eine neue Infrastruktur dafür zu errichten.

Die Filtertechnologie kommt dabei auf zweifache Weise zum Einsatz – abhängig davon, ob gerade überschüssiger Strom für die Elektrolyse zur Verfügung steht oder nicht. Dieselbe Membran filtert einerseits das Biogas und andererseits das Gas, das bei der Methanisierung von CO2 entsteht.

Nur das Methan wird durchgelassen, nicht umgesetztes Kohlendioxid und Wasserstoff werden wieder zurückgeführt, sodass das gesamte CO2 schließlich Schritt für Schritt vollständig methanisiert werden kann.

Durch die Membran-Filtertechnik kann sehr reines Methan gewonnen werden. Somit ist es problemlos möglich, die bestehenden Richtlinien und Grenzwerte für die Einspeisung von Gas in lokale Erdgasnetze einzuhalten.

Keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung

Biogasanlagen lassen sich mit ganz unterschiedlichen Materialien betreiben – etwa mit Pflanzenabfällen oder auch mit Klärschlamm. „Die Vision für die Zukunft ist, viele kleine dezentrale umweltfreundliche Kraftwerksanlagen zu haben, die auf CO2-neutrale Weise Strom und Erdgas liefern – und zwar angepasst an den aktuellen Bedarf“, sagt Harasek.

Präsentiert wird das zum Patent angemeldete „Power to Gas Energiespeichersystem“ auf der Hannover Messe 2015 von 13. bis 17. April.

Neben dieser Neuheit präsentiert die TU Wien auf der heurigen Hannover Messe weitere zehn ressourcen- und energiesparende Lösungen in den Themenbereichen „Integrated Industry“, „Biotechnologie, Maschinen, Gebäude“ sowie „Energie- und Wasserversorgung“ (Halle13 – Stand E10).

Außerdem präsentieren zehn Start-Ups von AbsolventInnen bzw. aus Instituten der TU Wien innovative Produkte und Dienstleistungen im Rahmen der Start-Up-Schau „tech transfer“ (Halle 2 – Stand C06).

Bilderdownload: http://www.tuwien.ac.at/dle/pr/aktuelles/downloads/2015/biogas/

Rückfragehinweis:
Prof. Michael Harasek
Institut für Verfahrenstechnik,
Umwelttechnik und
Techn. Biowissenschaften
Technische Universität Wien
Getreidemarkt 9, 1060 Wien
T: 01-58801-166 202
michael.harasek@tuwien.ac.at

Aussender:
Dr. Florian Aigner
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
Operngasse 11, 1040 Wien
+43-1-58801-41027
florian.aigner@tuwien.ac.at

Energy & Environment ist – neben Computational Science & Engineering, Quantum Physics & Quantum Technologies, Materials & Matter sowie Information & Communication Technology – einer von fünf Forschungsschwerpunkten der Technischen Universität Wien. Geforscht wird an der Erschließung neuer Energiequellen, der Versorgung mit Energie sowie deren Speicherung und effiziente Nutzung. Das technische Know how wird durch Expertise in den Bereichen Klima, Umwelt, Wirtschaft und Rohstoffe erweitert.

TU Wien - Mitglied der TU Austria
www.tuaustria.at

Dr. Florian Aigner | Technische Universität Wien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hannover Messe Preview 2017: Industrie 4.0: Virtueller Zwilling steuert die Produktion
09.02.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Hannover Messe Preview 2017: Bauteil mit Verantwortung
09.02.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie