Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maschinenbau kämpft gegen Produktpiraten

16.04.2007
Kampagne "Pro Original" mit Stoßrichtung China

Deutschland hat sich 2006 zum weltweit zweitgrößten Maschinenbau-Produzenten der Welt gemausert. Die Exporte kletterten auf eine Rekordhöhe von 123 Mrd. Euro. Schwer zu schaffen macht den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern allerdings der Produktklau. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) schätzt den Schaden durch Produktpiraterie allein für 2006 auf über fünf Mrd. Euro. Nun will der Verband mit der breit angelegten Kampagne "Pro Original" gegensteuern, für die heute, Montag, auf der Hannover Messe der Startschuss gegeben wurde.

"Wir kämpfen seit Jahren mit allen traditionellen rechtlichen Mitteln gegen Produktpiraterie. Nun versuchen wir, den Kunden klar zu machen, dass es besser ist, Originalprodukte zu kaufen", erklärt VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse im Gespräch mit pressetext. Die Kampagne zielt vor allem auf China ab, das von der Mehrheit der Unternehmen als Haupt-Ursprungsland und Absatzmarkt der Nachbauten angesehen wird. Auf Messen und über Broschüren will der VDMA nun bei den asiatischen Käufern die Bewusstseinsstruktur stärken. "Wir beobachten, dass selbst die Chinesen nachdenklich werden, weil auch chinesische Unternehmen die Produkte der landeseigenen Konkurrenz nachbauen", so Hesse.

Zunehmend würden komplette Maschinen nachgebaut. "Während vor einem Jahr der Komplettnachbau noch bei 43 Prozent lag, liegt er heute bereits bei 60 Prozent", betont VDMA-Präsident Dieter Brucklacher. Es folgen Ersatzteile mit 42 Prozent und Komponenten mit 41 Prozent. Über zwei Drittel der Unternehmen werden einer aktuellen VDMA-Studie zufolge durch eigene Marktkenntnisse auf Plagiate aufmerksam. Gut die Hälfte konnten Plagiate der eigenen Waren auf Messen ausmachen. Die Produktpiraterie sorgt nach Einschätzung der Unternehmen für teils erhebliche Umsatzeinbußen. 18 Prozent der Unternehmen melden Umsatzrückgänge von zehn Prozent und mehr. Vier Prozent rechnen mit Einbußen von 20 Prozent.

Langfristig sehen über drei Viertel der betroffenen Maschinenbau-Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Produktfälschungen bedroht. Zunehmend will man das Problem nun mit präventiven Maßnahmen angehen. Dazu gehören etwa der technologische Kopierschutz, aber auch bei den Käufern will man ansetzen, um dort ein Bewusstsein für den Wert von Originalprodukten zu schaffen. An diesem Punkt setzt die Kampagne "Pro Original" an, die sich vorrangig zuerst an den Maschinenbau richtet, aber auch offen für weitere Branchen ist. "Die visuelle Klammer der Kampagne ist ein Logo mit dem Motto 'Choose the Original - Choose Success'. Die Kernargumente sind somit Qualität, Innovation, Effizienz, Erfahrung und Sicherheit", erklärt Brucklacher.

Für 2007 strebt der deutsche Maschinenbau das vierte Rekordjahr an. "Die Auftragseingänge unserer Branche laufen nach wie vor im zweistelligen Bereich und zwar im Inland wie auch im Ausland", sagt der VDMA-Präsident. Die Wachstumsprognose von vier Prozent könne durchaus übertroffen werden, gibt sich Brucklacher trotz Behinderung durch Produktpiraterie optimistisch. Der VDMA hoffe darüber hinaus auf eine Fortsetzung des Trends im Jahr 2008.

Jörn Brien | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.vdma.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie