Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universelle Steuerplattform gegen die Datenflut

04.04.2007
Chemnitzer Forscher wollen die Sensordaten im Auto zentral verarbeiten

Sie möchten ein neues Auto ohne Steuergeräte kaufen? Unmöglich! In einem ganz normalen Pkw befinden sich mindestens zehn dieser Geräte. Und in moderne Luxuslimousinen sind bereits mehr als 70 Steuergeräte eingebaut. Sie alle verarbeiten pausenlos Daten, die von Sensoren geliefert werden. Die Steuergeräte sorgen zum Beispiel dafür, dass das Licht automatisch bei Dämmerung zugeschaltet wird oder starten den Scheibenwischer, wenn es regnet. So vielfältig wie die Funktionen, die gesteuert werden müssen, ist auch die dahinterstehende Technik. "Was den Herstellern von Steuer- und Sensortechnik bisher fehlt, ist eine universelle Steuerplattform mit standardisierten Schnittstellen zur zentralen Verarbeitung der umfangreichen Sensordaten", sagt Prof. Dr. Ulrich Heinkel von der Professur Schaltkreis- und Systementwurf der TU Chemnitz. Viele der heute im Auto eingesetzten Steuergeräte seien noch nicht einmal aufeinander abgestimmt und erfüllen Doppelfunktionen.

Mit einer so genannten "Generalisierten Plattform zur Sensordatenverarbeitung" wollen die Forscher der TU Chemnitz die Datenflut im Auto endlich in den Griff bekommen. Seit April 2006 arbeiten sie an einem flexiblen System zur Erfassung und zentralen Speicherung von Sensordaten. Das Bundesforschungsministerium fördert die Nachwuchsforschergruppe innerhalb des "InnoProfile-Projekts" mit 2,1 Millionen Euro. Erste Ergebnisse stellen die Chemnitzer vom 16. bis 20. April 2007 auf der Hannover Messe vor.

Auf dem Stand "Forschung für die Zukunft" (Stand A34 und C39) in der Halle 2 zeigen sie einen "Car-to-Roadside-Demonstrator". Damit ist eine drahtlose Datenübertragung zwischen dem Fahrzeugcockpit und einer am Straßenrand positionierbaren Gerät ("Roadsite-Unit") möglich. Beispielsweise können dem Fahrzeugführer Daten über die aktuelle Verkehrssituation (z.B. Richtgeschwindigkeit und Verkehrslage) übermittelt werden. "Ein Verbund solcher Roadside-Units ermöglicht eine geschlossene, schnelle und hochgenaue Verkehrsdatenerhebung. Fahrzeugführer könnten innerhalb kürzester Zeit über veränderte Verkehrsverhältnisse informiert werden und entsprechend reagieren", versichert Projektleiter Daniel Kriesten.

Die neue Plattform soll übrigens flexible Schnittstellen enthalten, damit bereits im Auto vorhandene Sensoren angebunden werden können, ohne dass ein kostenintensives Redesign erforderlich wird. Daher wollen die Forscher neben den Schnittstellen CAN-Bus, MOST und FlexRay auch weitere standardisierte drahtlose (UMTS, Bluetooth) und drahtgebundene Übertragungsverfahren (z.B. USB, Firewire) in die generalisierte Plattform einbinden. "Zukünftig werden die Sensordaten quasi in einer Blackbox zentral gesammelt und für die Auswertung zur Verfügung gestellt. Die flexible Architektur des Steuergerätes spart nicht nur enorme Herstellungs-, Entwicklungs- und Wartungskosten beim Automobil, sondern bietet auch ein breites Anwendungsfeld für andere Industriezweige, schließlich verfügen auch immer mehr Gebäude und Produktionsanlagen über automatisierte Systeme", erläutert Informationstechniker Kriesten.

Maßgeblich im Projekt unterstützt werden die sieben Nachwuchsforscher der TU Chemnitz von kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region - darunter der Softwareanbieter Unicontrol Frankenberg, der Automobilelektronikhersteller Prettl Elektronik Radeberg sowie die Sensorspezialisten GEMAC Chemnitz und i2s Dresden. Der Wissenstransfer läuft bereits auf Hochtouren: "Die beteiligten Unternehmen überführen unsere Forschungsergebnisse sofort in ihre Produkte", berichtet Prof. Heinkel.

Weitere Informationen erteilt Daniel Kriesten, Telefon (03 71) 5 31 - 33 058, E-Mail daniel.kriesten@etit.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wirkstoffe aus dem Baukasten: Design und biotechnologische Produktion neuer Peptid-Wirkstoffe

13.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing

13.12.2017 | Informationstechnologie