Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Werkstoffe: faszinierende Neuentwicklungen auf der HANNOVER MESSE 2007

26.03.2007
  • Neue Forschungsergebnisse aus der Bionik
  • Aktuelles aus der Mikro- und Nanowelt
  • Verbundwerkstoffe - die Materialien für alle Branchen
  • Immer leichter, immer kostengünstiger, immer beständiger sollen Werkstoffe in nahezu allen industriellen Anwendungen sein. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Neue Werkstoffe und Materialien durch alle Schwerpunkte der HANNOVER MESSE 2007 (16. bis 20. April). Die Highlights auf diesem Gebiet verdichten sich auf den Fachmessen Subcontracting, Research & Technology, SurfaceTechnology und MicroTechnology. Schließlich gilt Materialforschung als besonders erfolgsträchtig, wenn sie inter­disziplinär und anwendungsorientiert angelegt ist. Rund 70 Prozent des Bruttosozialprodukts in westlichen Tech­no­logie­ländern, so schätzen Experten, basieren auf Werkstoffen.

    Innovationszentrum Ingenieurwerkstoffe

    Die Halle 5 im Bereich der Zulieferer wird für Ingenieure, Produktdesigner und Produzenten, für Einkäufer und Entwickler eine wahre Fundgrube in Sachen neue Materialien. Hier sind - neben Metallen, Kunststoffen, Gummi und Keramik - auch Verbundwerkstoffe zu sehen. Im Innovations­zentrum Ingenieurwerkstoffe werden von namhaften Herstellern und Instituten glasfaser- und kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe, Metallverbundwerkstoffe sowie Kunststoff-Metall-Verbundsysteme präsentiert und im angeschlossenen Werkstoff-Forum thematisiert. Die BayerMaterial-Science AG, einer der weltweit größten Hersteller von Polymeren und hochwertigen Kunststoffen, präsentiert hier vorrangig die Neuentwicklungen ihre Konzeptfahrzeuge "Senso" und "zaZen". Beim "Senso" feiert die "Smart SurfaceTechnology" ihre Weltpremiere im automobilen Einsatz. Dabei taucht eine neuartige Leuchtfolientechnik das Cockpit in ein blendfreies ambientes Licht. Beim "zaZen" besteht die einteilige transparente Dachkonstruktion aus dem neuen Hightech-Werkstoff Makrolon, die Kuppel reicht von der A-Säule bis zum Heckanschluss. Das Material verleiht der Dachfläche besondere Leichtigkeit.

    Schneller, besser, sicherer sollen auch die "Wunderkleber" sein, die u. a. im Automotive-Bereich besondere Qualitätsansprüche erfüllen müssen, vor allem wenn es um Miniaturisierung, Gewichtsersparnis und große Stückzahlen geht. Das Unternehmen DELO, ein Spezialist für Industrie-Klebstoffe, zeigt eine neue Klebstoff-Generation, die besonders für die Automobil-Elektronik interessant ist.

    Drei Sonderschauen - "Forum Automotive Materials" in Halle 4, "WeP - Wertschöpfungspartner ContiTech" in Halle 5 und "Gegossene Technik" in Halle 3 - ergänzen den Automotive-Anwenderbereich.

    Technische Keramik

    Im Vergleich zu Spezialmessen bietet die HANNOVER MESSE auch in diesem Jahr wieder den breitesten Überblick zum Thema Technische Keramik. Ein Schwerpunktthema auf dem "Treffpunkt Keramik" in Halle 5 werden die "Energieeinsparung und Umweltschutzaspekte durch die Anwendung keramischer Komponenten" sein. Dieses Thema reicht vom Umformwerkzeug, das mit umweltverträglichen Schmierstoffen betrieben wird, bis zum Partikelfilter. Für die Diskussion mit Experten eignet sich die HANNOVER MESSE besonders gut, weil viele Systemanbieter selbst als Aussteller in den anderen Hallen teilnehmen. Besonders engagiert sich hier das Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme. Auf dem Gemeinschaftsstand der TASK GmbH demonstrieren 32 spezialisierte Unternehmen ihre Leistungsstärke.

    Zum ersten Mal sind die Herstelltechnologien vertreten, um dem Besucher einen Einblick in die Fertigungskette zu ermöglichen. Für den Anwender schließt sich damit die Kette vom Rohstoff über die Maschinentechnik bis zum geprüften Bauteil. Es besteht die Möglichkeit, auf dem Stand E 40 eine Röntgenthomografie an keramischen Bauteilen ausführen zu lassen. Diese Technik kann auch bei Verbundbauteilen aus anderen Materialien angewendet werden.

    Highlights sind die aktuellen Forschungsprojekte aus dem Themenverbund Hochleistungskeramik der Fraunhofer-Gesellschaft. Im Demonstrationszentrum "Advancer" stehen Experten aus sieben Forschungseinrichtungen für Beratung zur Verfügung.

    Neues aus der Bionik

    Eisbären stehen Pate für eine transparente Wärmedämmung bei der solaren Wasseraufheizung, der Organismus von Wasserjagdspinnen ermöglicht die Entwicklung von Materialien, die beim Eintauchen ins Wasser dauerhaft trocken bleiben, Lotuseffekte verringern den Schmutz auf Oberflächen, in Anlehnung an die Strukturen von Grashalmen werden Faserverbundprofile entwickelt, die aufgrund ihrer Hohlräume einen extremen Leichtbau ermöglichen - die Tier- und Pflanzenwelt erweist sich auch bei neuen Werkstoffen als eine unerschöpfliche Quelle für ausgereifte Lösungen. In Halle 2, auf dem Forschungs- und Innovationsmarkt der HANNOVER MESSE, organisiert die TU Berlin (Technische Universität) Service­gesellschaft die Sonderpräsentation Bionik. Die oben beschriebenen Technologien werden von verschiedenen Universitäten und Instituten, u. a. dem Max-Planck-Institut für Metallforschung und dem Institut für Botanik an der Universität Dresden, vorgestellt.

    Weitere Highlights: Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zeigt "selbst reparierende Materialien", die auf Wundheilungsprozessen bei Pflanzen basieren. Nach bionischen Prinzipien entwickelte das österreichische Unternehmen Suntec-Orga GmbH ihre "Solarblume" zur Erzeugung von Warmwasser und/oder Warmluft sowie Strom. Zu Grunde gelegt wurden die Erkenntnisse aus der Pflanzenwelt über energetische Effizienz und Anpassung an die Naturgewalten, unter Wahrung ästhetischer Strukturen. Das Bionik-Innovations-Centrum Bremen wiederum zeigt bionische Ideen aus dem Meer, technologisch umsetzbare Vorbilder im Bereich der "Marinen-Bionik".

    Von der Erfindung zur sicheren Anwendung

    "Wer die Welt der Winzigkeiten erkennt und sich zu eigen macht, kann Material und Technik revolutionieren", erklärt Dr. Jürgen Lexow von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin. Diese Institution versteht sich bei den neuen Werkstoffen als Brückenbauer zum Anwender. Die vorrangige Aufgabe der BAM sind die Charakterisierung eines neuen Materials für den Einsatz in der Technik und die Schadensanalyse bei Fehleinsätzen. Die BAM-Projekte, die auf der HANNOVER MESSE diskutiert werden, reichen in den Forschungsbereich in Halle 2 ebenso hinein wie in die Oberflächentechnik. Spannende neue Projekte in der Nanotechnologie liefert der "Schauplatz Nano" sowohl auf der Fachmesse MicroTechnology wie auch - mit funktionalen Beschichtungen - im Bereich SurfaceTechnology.

    Die Bandbreite der Themen reicht von der Strukturanalytik von Nanokristallen, der Sicherheit von Wasserstofftanks in Kraft­fahrzeugen, der Standsicherheit von Windrädern bis zur neuen Kraftwerksgeneration, die den Anstieg des CO2-Ausstoßes in der Atmosphäre verringert. "Generell geht es um die Erhaltung und Weiterentwicklung des hohen Sicherheitsniveaus technischer Anlagen und Prozesse. Dabei stellt der Technologiefortschritt auch an die Prüftechnik extreme Anforderungen", so Lexow.

    Sonderschau material trends

    Neuheiten und Anwendungsfelder zeigt die Sonderschau "material trends" im Rahmen der Subcontracting in Halle 5. Anschaulich werden hier die Prozessketten vom Rohstoff bis zum Endprodukt demonstriert. Auf dieser Sonderschau werden am ersten Messetag die iF material Awards 2007 verliehen. Der Preis zeichnet herausragende Leistungen in den Kategorien Materialien und Materialanwendungen, Verfahren, Ideen und Produkte aus.

    Julia Born | Deutsche Messe
    Weitere Informationen:
    http://www.hannovermesse.de

    Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

    nachricht BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt
    24.04.2018 | Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

    nachricht IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge
    24.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

    Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

    Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

    Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

    Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

    Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

    Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

    Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

    At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

    Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

    Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

    Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

    Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

    Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

    Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

    Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

    Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

    Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

    Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

    Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

    Anzeige

    Anzeige

    VideoLinks
    Industrie & Wirtschaft
    Veranstaltungen

    infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

    24.04.2018 | Veranstaltungen

    Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

    23.04.2018 | Veranstaltungen

    Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

    23.04.2018 | Veranstaltungen

    VideoLinks
    Wissenschaft & Forschung
    Weitere VideoLinks im Überblick >>>
     
    Aktuelle Beiträge

    Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

    24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

    Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

    24.04.2018 | Medizintechnik

    RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

    24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

    Weitere B2B-VideoLinks
    IHR
    JOB & KARRIERE
    SERVICE
    im innovations-report
    in Kooperation mit academics