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Surface Technology mit PCE: Neuste Trends im Mittelpunkt

26.02.2007
Oberflächentechnik - Umweltschutz rechnet sich

Innovative Lackiertechniken, effiziente Materialien wie Wasser- und Pulverlacke, neue Galvanotechniken, Plasma-Oberflächentechnik und Nanobeschichtungen - die Entwicklungen zur umweltschonenden Oberfläche sind rasant. Die Leitmesse für Oberflächentechnik SurfaceTechnology mit Powder Coating Europe setzt vom 16. bis 20. April 2007 in Halle 6 der HANNOVER MESSE die neusten Trends in den Mittelpunkt.

Wasser- und Pulverlacke stehen nicht erst seit der Verordnung zur Senkung der Lösemittelemissionen (VOC-Richtlinie von 2001) hoch im Kurs. Die schadstofffreien und damit umweltfreundlichen Lacke gelten als einfach zu verarbeiten, die Verfahren als energie- und rohstoffsparend. Im Flugzeugbau beispielsweise sind sie bei der Innenraumlackierung mittlerweile unersetzlich geworden. Airbus entwickelte mit Spezialisten aus der Lackindustrie neue Beschichtungsverfahren, um die umweltschonenden Lacke besonders effizient einsetzen zu können.

Nach Schätzung des Deutschen Bundesministeriums für Umwelt sind rund 50 Prozent der lösemittelhaltigen konventionellen Lacke in der Industrie durch die "Umweltlacke" ersetzt worden. In der Lackverarbeitung wird die Emission laut Expertenmeinung bis Ende 2007 um mindestens 40 Prozent zurückgehen - vor allem dank spezieller Wasserlackiersysteme, moderner Pulverlackiertechniken, Oversprayrecycling und anderer alternativen Hybridverfahren. Trotzdem braucht es weitere Innovationen: "Die lösemittelhaltigen Lacke sind nicht komplett zu ersetzen, auch wenn neue Verfahren und Materialien gute Alternativen darstellen. Aber gerade in der Automobilindustrie oder bei der Kunststofflackierung sind lösemittelhaltige Lacke, wie z. B. Klarlack, bisher nicht adäquat zu ersetzen", erläutert Robert Kirchner, Unternehmensberater für die Lackindustrie.

Um die neue Umwelt-Richtlinie einzuhalten, setzen die Unternehmen gezielt auf innovative Verfahren, die gleichzeitig auch die Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Produktion erhöhen: "Kürzere Innovationszeiten, immer weiter steigende Qualitätsansprüche und die gesetzlichen Veränderungen setzen immer neue Lösungen und Prozesse in Gang", erklärt Kirchner.

So ist es mit neuen Anlagen möglich, giftige Stoffe aus dem Abwasser zu filtern, sodass 70 Prozent des Wassers wieder der Produktion zugeführt werden können. Oder anders ausgedrückt: Der Wasserverbrauch und damit die Abwassermenge werden um 70 Prozent reduziert, (Quelle: OFTECH Oberflächentechnik GmbH). Überhaupt gilt in der traditionellen Galvanotechnik: immer neuere und bessere Verfahren einsetzen, um dünne Beschichtungen zu entwickeln. Als richtungweisend hat sich hier ein patentiertes Verfahren eines Unternehmens aus Baden-Württemberg erwiesen. Durch eine geschlossene galvanische Beschichtungsanlage - speziell konstruierte Beschichtungszentren - ist es möglich, eine besonders umweltfreundliche, zugleich wirtschaftliche und äußerst präzise Oberflächenkonditionierung zu erreichen. Das Besondere an diesem Verfahren: Hier wird nicht in einem offenen Bad, wie es in der klassischen Galvanik der Fall ist, produziert, sondern es werden Prozess- und Spülflüssigkeiten in einem geschlossenen System per Unterdruck direkt in die Beschichtungszelle gefördert. Das Ergebnis: kürzere Prozesszeiten, eine hervorragende Reproduzierbarkeit und wenig Emission. Die partielle Beschichtung ermöglicht es, beispielsweise Bauteile aus Aluminium besser vor Verschleiß und Korrosion zu schützen - eine vollwertige Alternative für den Einsatz von Edelstahl.

Neben der traditionellen Galvanotechnik ist bei der Erzeugung dünner Schichten die industrielle Plasma-Oberflächentechnik von zentraler Bedeutung. Zum Korrosions- und Verschleißschutz von Maschinenbauteilen oder Fahrwerkteilen werden die unterschiedlichsten Verfahren sehr erfolgreich eingesetzt und vermeiden Schäden in Milliardenhöhe - jedes Jahr aufs Neue. Aber auch bei der Herstellung von Datenträgern und Anzeigesystemen für die Kommunikationstechnik hat sich die Plasma-Oberflächentechnik als besonders erfolgreich erwiesen.

Zukünftig gilt für die Oberflächentechnik, was auch für viele andere Branchen gilt: Die Entwicklungen in der Nanotechnologie sind maßgebend. Bei modernen Beschichtungen sind Nanoprodukte schon heute kaum noch wegzudenken. Sie sind besonders kratzfest, schmutz- sowie staubabweisend und zeigen erstaunliche Perspektiven in der Oberflächenkonditionierung. Deswegen nimmt bei der SurfaceTechnology mit Powder Coating Europe auch der SchauPlatz NANO einen großen Raum ein.

Julia Born | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.hannovermesse.de

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