Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Göttinger Wissenschaftler präsentieren Forschungsergebnisse

20.04.2006


Bestimmung der Hafteigengeschaften von Materialien - Testverfahren für verpacktes Sterilgut



Mit zwei Projekten aus der Physik und der Medizin beteiligt sich die Georg-August-Universität an der Hannover Messe, die vom 24. bis 28. April 2006 stattfindet. Das Institut für Materialphysik zeigt ein Verfahren, mit dem sich die Hafteigenschaften von unterschiedlichen Materialien erstmals quantitativ bestimmen lassen. Diese Messmethode ist für ein breites Materialspektrum universal einsetzbar und bietet die Möglichkeit, die jeweiligen Materialkompositionen gezielt zu optimieren. Einen wissenschaftlich abgesicherten Praxistest zur Prüfung von verpacktem Sterilgut und zum Nachweis der Keimfreiheit stellt die Abteilung Allgemeine Hygiene und Umweltmedizin vor. Diese neue Testeinheit, die für Routinekontrollen eingesetzt werden kann, soll einen Beitrag leisten zur Qualitätssicherung und zur Prävention von Infektionen. Die Göttinger Wissenschaftler präsentieren ihre Forschungsergebnisse auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Niedersachsen (Halle 2, Stand A10).

Unterschiedliche Materialien, die schichtweise aufgetragen werden und langfristig aufeinander haften sollen, finden sich bei einer Vielzahl von Alltagsgegenständen, etwa in der Autolackierung oder der Beschriftung von Verpackungen. "Um die Hafteigenschaften bestimmen zu können, werden bislang vor allem Testverfahren mit einer massiven plastischen Verformung eingesetzt", betont Privatdozentin Dr. Astrid Pundt vom Institut für Materialphysik. Ihr Forschungsteam hat nun eine quantitative Messmethode entwickelt: Ausgangspunkt bildet die Bestimmung einer kritischen physikalischen und chemischen Messgröße, bei der sich die Materialien voneinander lösen. Mit ihrer Hilfe lässt sich die so genannte Adhäsionsenergie berechnen. Sie gibt Aufschluss über die Anziehungs- und Anhangskräfte auf der Ebene von Atomen. Dabei können die Variablen "Material" und "Grenzflächenstruktur" je nach Anforderung angepasst werden, wie Dr. Pundt erläutert.


Mit neuen Methoden zur Prüfung von Sterilgutverpackungen hat sich die Abteilung Allgemeine Hygiene und Umweltmedizin beschäftigt. "Die Wahrscheinlichkeit, dass steril verpackte Produkte nach Transport und Lagerung wieder mit Keimen verunreinigt sind, darf nach europäischem Standard nicht höher sein als eins zu einer Million", betont Prof. Dr. Hartmut Dunkelberg. Die Prüfung der Barriereeigenschaften bei Verpackungsmaterialien erfolgt in der Wissenschaft unter standardisierten Testbedingungen mit periodischen Luftdruckabsenkungen und speziellen Keimbelastungen sowie der Kultivierung und Auszählung gewachsener Kolonien. Der von den Göttinger Forschern entwickelte Praxistest basiert auf diesem Prüfverfahren: Eine Testeinheit, die unter anderem aus einem Nährkarton für kultivierbare Bakterien und einer Ampulle mit Nährsubstrat besteht, wird in die Sterilverpackung eingebracht, zusammen mit dem jeweiligen Produkt sterilisiert, dann transportiert und gelagert. Zur Kontrolle der Sterilität muss die Testeinheit durch das Aufbrechen der Ampulle aktiviert werden.

Kontaktadressen:
PD Dr. Astrid Pundt, Telefon (0551) 39-5007, e-mail: apundt@ump.gwdg.de
Prof. Dr. Hartmut Dunkelberg, Telefon (0551) 39-4959, e-mail: hdunkel1@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Praxisnah: Rittal zeigt umfassende Lösungskompetenz für Industrie und IT
24.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Key Enabling Technologies auf der HANNOVER MESSE 2017
08.03.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise