Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berührungslose Messmethoden, virtuelle Operationsplanung oder Sporen als Enzymfabrik

19.04.2006


TU Graz präsentiert sich auf der Hannover Messe 2006

Die TU Graz präsentiert sich am weltweit wichtigsten Technologieereignis der Industrie: Vom 24. bis 28. April 2006 stellen sich Wissenschafter und Vertreter des Forschungs- und Technologiehauses der TU Graz auf der Hannover Messe 2006 einem internationalen Publikum vor. Der klare Fokus liegt dabei auf wirtschaftlich verwertbaren Technologie-Lösungen für Industrie und Wirtschaft.

Die TU Graz versteht sich als zuverlässiger Partner für Wissenschaft und Wirtschaft im internationalen Wettbewerb. Im Rahmen der "Research & Technology", der Fach-Messe für Forschung und Entwicklung auf der Hannover Messe 2006, präsentieren TU-Wissenschafter ausgewählte Forschungserfolge mit viel versprechendem Anwendungsspektrum: Von Online-Messtechnik für industrielle Prozesse über die Kombination von Methoden der digitalen Bildverarbeitung und der Computergrafik für den medizinischen Bereich bis hin zu natürlichen Katalysatoren in der Biotechnologie reicht die Leistungsschau der TU Graz in Halle 2, Stand A55, auf der größten Industriemesse der Welt.



Außerdem am Messestand: Das Forschungs- und Technologiehaus der TU Graz, die Serviceeinrichtung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, stellt das Leistungsspektrum vom Technologietransfer bis hin zur -verwertung vor.

Berührungslose Messmethoden: Kapazitätstomographie entschlüsselt Innenleben von Industriebehältern

Wenn Erdöl gefördert wird, muss das Gemisch aus Öl, Wasser und Erdgas zur Analyse der Materialverteilung zuerst an die Oberfläche gebracht werden. Auch bei zahlreichen industriellen Prozessen, wo sich verschiedene Stoffe in den Behältern vermengen, erfolgt die Erfassung und Analyse der benötigten Daten meist nicht im laufenden Betrieb und stört so den Arbeitsprozess. Um die Abläufe in den Behältern überwachen zu können, ist exaktes Wissen über die Verteilung der Materialien aber unbedingt notwendig.

Wissenschaftern des Instituts für Elektrische Messtechnik und Messsignalverarbeitung der TU Graz ist es gelungen, eine neue Methode der Online-Messung zu entwickeln, die eine Prozessoptimierung bereits während des Betriebs ermöglicht. Mit Hilfe spezieller Sensoren erfassen die Forscher die elektrischen Kapazitäten und errechnen daraus die Materialverteilung im Behälter. Die bereits zum Patent angemeldete "elektrische Kapazitätstomographie" mit breitem Anwendungsfokus von Schüttgutbeförderung bis hin zur Lebensmittelindustrie ermöglicht den laufenden Arbeitsprozess rasch, kostengünstig und ohne störende Eingriffe zu überwachen.

Kontakt: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Georg Brasseur
Email: brasseur@emt.tugraz.at, Tel: +43 (0) 316 873 7270

Virtuelle Operationsplanung: Informatiker nehmen Topographie des Tumors ins Visier

Diagnose Leberkrebs: Die operative Entfernung des Tumors ist für die Patienten meist die viel versprechendste Behandlungsmethode. Möglichst umfassendes Wissen über das befallene Gewebe und die Tumorgröße ist für einen Eingriff unerlässlich, damit gewährleistet ist, dass das Organ auch nach der Operation die wichtige Funktion der Blutreinigung erfüllen kann. Hauptinformationsquelle für die Operationsplanung ist die Computertomographie, die dem Mediziner aber lediglich zweidimensionale Querschnittsbilder des betroffenen Organs liefert.

Wissenschafter des Instituts für Maschinelles Sehen und Darstellen der TU Graz haben durch die Kombination von Methoden der digitalen Bildverarbeitung und der Computergrafik ein System entwickelt, das die Planung von lebensrettenden Operationen deutlich vereinfacht: Mit Hilfe computergraphischer Methoden blenden die Wissenschafter virtuelle Objekte in die reale Arbeitsumgebung ein, wo der Eingriff in dreidimensionaler Darstellung simuliert werden kann. Die Mediziner können durch diese "Topografie des Tumors und der Leber" den Eingriff präziser planen. Die dreidimensionale Darstellung von Organen mit gleichzeitiger Interaktionsmöglichkeit zeigt zugleich neue Perspektiven für die Ausbildung von Ärzten auf. Auf der Hannover Messe können Besucher selbst mit der virtuellen Leber interagieren.

Kontakt: Vertragsprof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Horst Bischof
Email: bischof@icg.tu-graz.ac.at, Tel: +43 (0) 316 873 5014

Sporen als Enzymfabrik: Biotechnologie nutzt Katalysatoren aus der Natur

Lebensmittel-, Textil-, oder Papierindustrie und Pharmazie profitieren bereits von den umweltfreundlichen und kostengünstigen Verfahren aus dem Bereich der Biotechnologie, wo Wissenschafter natürliche Mittel für industrielle Prozesse nutzen: Sie setzen Enzyme oder Mikroorganismen aus der Natur als Katalysatoren für Reaktionen im Labor ein. Die vielseitigen Eiweißmoleküle nach erfolgter Reaktion zurück zu gewinnen war bisher aber aufwendig und teuer.

Eine Forschergruppe des Instituts für Umweltbiotechnologie der TU Graz hat eine Methode entwickelt, mit der sie die wertvollen Katalysatoren schnell, umweltschonend und kostengünstig herstellen kann: Das Enzym wird dabei nicht aufwendig mit chemischen Verfahren an den Träger gebunden, sondern von bakteriellen Sporen als natürlichen Trägern produziert. Sporen aus der Natur sind überaus widerstandsfähig gegenüber den in chemischen Prozessen auftretenden hohen Temperaturen und pH-Werten und erhöhen die Stabilität des Enzyms. Das fest verwachsene Träger-Enzym-System kann zudem wiederholt verwendet werden. Ihr Biokatalyse-Erfolgsrezept mit breitem Anwendungsspektrum haben die Grazer Forscher bereits zum Patent angemeldet.

Kontakt: Ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Georg Gübitz
Email: guebitz@TUGraz.at, Tel: +43 (0) 316 873 8312

Der Messeauftritt der TU Graz wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie unterstützt.

Mag. Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.tugraz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikroben hinterlassen "Fingerabdrücke" auf Mars-Gestein

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vorhersagen bestätigt: Schwere Elemente bei Neutronensternverschmelzungen nachgewiesen

17.10.2017 | Physik Astronomie

Kaiserschnitt-Risiko ist vererbbar

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie