Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flugzeugwartung leicht gemacht

06.04.2006


Flugzeugtechniker arbeiten unter extremen Bedingungen. Im Projekt SNOW haben Fraunhofer-Wissenschaftler zusammen mit Industriepartnern ein speziell auf die Bedürfnisse von Wartungsarbeitern zugeschnittenes Assistenzsystem entwickelt. Auf der Hannover-Messe (24. bis 28. April) wird das EU-Projekt am Stand "Perspektiven für Zukunftsmärkte" D22 in Halle 2 zusammen mit weiteren Themen vorgestellt.

Intelligente Produkte und Umgebungen: SNOW - Service for nomadic Workers

Flugzeugtechniker haben keinen festen Arbeitsplatz. Sie prüfen die verschiedensten Teile eines Flugzeugs und sind dabei ständig in Bewegung. Im Projekt SNOW - Service for nomadic Workers - arbeiten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST zusammen mit EADS, SAP, Siemens Business Services, Loquendo, der Advanced Computer Vision GmbH und der TU Graz daran, die Techniker bei ihrer Arbeit besser zu unterstützen. Bisher müssen vor der Wartung alle Arbeitsprozesse ausgedruckt, auf Papier protokolliert und anschließend wieder in den PC eingegeben werden. Etwa 50 Prozent der Arbeitszeit vergehen bei der Suche nach den richtigen Informationen - und mit einem Stapel Papier in der Hand ist es schwer, das Triebwerk zu untersuchen. Immer wieder müssen die Arbeiten unterbrochen werden, um die Daten zu übertragen, die Informationen auszudrucken und die nächsten Schritte abzulesen. Ein PDA reduziert die Papierflut. Er wird über Sprach- oder Gestenerkennung gesteuert und stellt jederzeit alle wichtigen Informationen zur Verfügung. So können Techniker entweder online über eine W-Lan-Verbindung direkt auf den Server zugreifen oder - sollte die Verbindung einmal unterbrochen sein - die auf die im PDA gespeicherten Daten nutzen. Darüber hinaus lässt sich in kritischen Situationen per Mobiltelefon schnell der Kontakt zu Experten oder anderen Kollegen herstellen. Nicht zuletzt erlaubt das System schnelle und einfache Anmerkungen und Kommentare zu den einzelnen Arbeitschritten und Prozessen. Da Wartungsarbeiten häufig unter schwierigen Bedingung stattfinden, etwa wenn es durch laufende Triebwerke besonders laut oder in Maschinenräumen besonders dunkel ist, können die Wartungsinformationen als Bild oder Text ausgegeben oder vorgelesen werden.


Mirjam Kaplow, Telefon 0 30 / 63 92 18 23; mirjam.kaplow@first.fraunhofer.de

Mensch - Maschine - Interaktion - Rechner per Blick steuern

Den Rechner mit Blicken steuern - was zunächst wie Science-Fiction klingt, ist schon heute Realität. Auf der Hannover-Messe können Besucher selbst testen, wie sie sich per Augenbewegung durch ein Programm navigieren können. Forscher aus dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart nutzen dazu im Projekt EYCIN ein Trackingsystem, das die Augenbewegungen der Besucher misst.
Dr. Fabian Hermann, Telefon 07 11 / 9 70-23 26; fabian.hermann@iao.fraunhofer.de

Schneller vom Design zum Prototyp kommt man mit einer neuen Visualisierungs-Toolchain, die Wissenschaftler von der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK in München entwickelt haben. Die so erstellen Visualisierungen erreichen eine höhere Detailtiefe und hoch aufgelöste Anzeigen können verlustfrei skaliert werden. Neben der Verwendung in Prototypen, in denen verschiedene Anzeigen-Designs getestet werden, kann die so erstellte Mensch-Maschine-Schnittstelle auch als Bedienelement, zum Beispiel bei der Anlagensteuerung, eingesetzt werden.
Susanne Baumer Telefon 0 89 / 54 70 88-3 53; susanne.baumer@esk.fraunhofer.de

Mikroenergietechnik - Mit Power unterwegs

"Wir sehen Filme auf dem Handy oder Laptop, navigieren mit dem PDA, hören MP3. Doch die Betriebszeiten sind zwischenzeitlich so beschränkt, dass neue Konzepte für die Energiesysteme verfolgt werden müssen", sagt Christopher Hebling vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Unter Federführung des ISE arbeiten Wissenschaftler an neuen Technologien, mit denen sich höhere Energiedichten erreichen lassen oder die in Kombination mit Batterien in hybriden Energiesystemen die Betriebszeiten verlängern. Ein Ziel der Forscher ist auch eine optimierte Energieversorgung durch intelligentes Powermanagement.
Dr. Christopher Hebling, Telefon 07 61 / 45 88-51 95; christopher.hebling@ise.fraunhofer.de

Adaptronik - Die Lärmbremse

Bauteilverkleidungen laufender Maschinen dröhnen, Antriebe produzieren unerwünschte Schwingungen und belasten Mensch und technische Systeme. Abhilfe versprechen aktive adaptronische Strukturen: Sie sorgen dafür, dass Maschinen- oder Fahrzeugvibrationen - und damit auch der Lärm - geringer werden. Weitere Vorteile: In der Fertigung mehr Präzision, bei Produkten mehr Leichtbau, Komfort, Funktion und Sicherheit. Am Akustik-Aquarium lässt sich live erleben, wie die neuen Materialien Schwingungen dämpfen und Lärm abstellen. Auch am Stand Tech-Transfer, D16, ebenfalls in Halle 2 sind adaptronische Bauteile zu sehen.
Dr. Tobias Melz, Telefon 0 61 51/7 05-2 36; info@adaptronik.fraunhofer.de

Leichtbau - neue Konzepte für Automobil- und Flugzeugbau

Runter mit dem Gewicht ist die Devise der Automobilbauer. Leicht - aber dennoch sicher stabil und zuverlässig - ist die Anforderung an die Konzepte. Fraunhofer-Wissenschaftler zeigen eine neue Autotür, die 18 Prozent weniger wiegt als derzeit verwendete Modelle - bei verkürzter Produktionszeit.
Axel Storz, Telefon 07 11 / 9 70-36 60; axel.storz@teg.fraunhofer.de

Auch die Konstrukteure moderner Großraumflugzeuge müssen aufs Gewicht achten. Beim neuen Airbus A 318 werden die Rumpfteile nicht mehr mit einer Million Nieten verbunden, sondern in einer gigantischen Laserstrahlschweißanlage in einem Arbeitsschritt mit Versteifungselementen zusammengefügt. Das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden begleitet das Projekt Laserstrahlschweißen seit knapp zwei Jahren.
Dr. Ralf Jäckel, Telefon 0 3 51/ 25 83-444; ralf.jaeckel@iws.fraunhofer.de.

Polytronic - Kostengünstige Lösungen zur Datenübertragung in der Industrie

"Fiber to the home" - jedem Haushalt, jeder Maschine sein Glasfaserkabel zur Datenübertagung - mit optoelektronischen Mikro-Chips kommen Forscher aus dem Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik - Heinrich-Hertz-Institut HHI diesem Slogan näher. Kostengünstige, Licht leitende Polymerstrukturen könnten schon bald teuere Empfänger ersetzen, davon ist Wolfgang Schlaak vom HHI überzeugt: "Durch die Kombination von Polymeren mit Indium-Phosphid-Komponenten wie Dioden und Lasern haben wir ein neuartiges Konzept für die Integration optoelektronischer Mikrochips entwickelt." Neben dem HHI ist auch das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration in Teltow beteiligt.
Wolfgang Schlaak, Telefon 0 30 / 31 00 2-5 19; schlaak@hhi.fraunhofer.de

Außerdem am Stand: Die Fraunhofer-Patentstelle für die Deutsche Forschung PST, die sich als der Dienstleister für die wirtschaftliche Be- und Verwertung von Erfindungen und Technologien auch für "Perspektiven für Zukunftsmärkte" präsentiert. Ebenfalls in Halle 2 suchen am Stand D16 Tech Transfer Ausgründungen aus den Fraunhofer-Instituten Kunden und Partner.

Isolde Rötzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Prüfvorgänge servicefreundlich gestalten
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Modulare Steckverbinder in Snap-in-Rahmen
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie