Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit U-Boot zur Hannover Messe

17.04.2008
Mit einem etwas ungewöhnlichen Exponat präsentiert sich das Institut für Eingebettete Systeme/Echzeitsysteme in der kommenden Woche auf der Hannover Messe Industrie (21. bis 25. April): Die Wissenschaftler um Institutsdirektor Professor Frank Slomka wollen mit einem autonomen Unterwasser-Roboter vielseitige Kompetenzen auf ihrem Spezialgebiet demonstrieren und um Kooperationspartner für Forschungsprojekte im Grenzbereich zwischen Informatik und Elektrotechnik werben.
"Wir arbeiten an visionären neuen Anwendungen für eingebettete Systeme", sagt Slomka, seit einem Jahr Inhaber des neu eingerichteten Informatik-Lehrstuhls in Ulm und zuvor als einer der ersten Juniorprofessoren in Deutschland vier Jahre an der Universität Oldenburg.

Als Beispiele für den Einsatz dieser Systeme nennt er dezentrales Energiemanagement, Robotik, die Kraftfahrzeug-Elektronik und den Mobilfunk. Insofern dient das Mini-U-Boot bei der HMI nur als Blickfang. Seine eigentlichen Qualitäten transportiert der mittels Standardkomponenten aus dem Modellbau konstruierte Prototyp im Inneren.
"Bei der Implementierung der Steuerungscomputer haben wir Neuland betreten", berichtet Professor Slomka. So seien konsequent programmierbare Logikschaltungen eingesetzt worden, so genannte FPGAs also. Diese ermöglichten "eine flexible Auslegung der Hard- und Software-Architektur und die Studenten in einen modernen Hard-/Software Codesign-Entwurfsprozess einzuführen".

Entstanden sei der Roboter nämlich im Rahmen studentischer Arbeiten zu Lehrzwecken. "Im Vordergrund stand dabei, den Studenten eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen", so der Wissenschaftler. Nicht zuletzt deswegen sei auch ein möglichst kostengünstiges System angestrebt worden. Die inneren Qualitäten des Tauch-Roboters allerdings sind bemerkenswert. "Da die verwendete Hardware-Plattform skalierbar ist, wird ein und der selbe physikalische Aufbau in unterschiedlichen Komponenten des Roboters eingesetzt", beschreibt Frank Slomka die Grundkonzeption.

Entwickelt haben die Informatiker schließlich ein Regel- und Navigationssystem, ein Sonarsystem und ein Bildverarbeitungssystem. Damit operiert der mit einer Kamera im Bug bestückte und ausschließlich von sechs Propellern gesteuerte Roboter unter Wasser absolut autonom, kann jedoch bei Fahrten über Wasser mit neuen Missionen per Funk programmiert werden. Professor Slomka zufolge ein großer Vorteil ist das Echzeitsystem der Steuerung:

"Damit kann der Roboter ähnlich einer Fledermaus auf seine jeweilige Umgebung unverzüglich reagieren." Noch allerdings ist diese auf Schwimmbecken beschränkt, nicht nur der maximalen Tauchtiefe von zehn Metern wegen. Die Ulmer Wissenschaftler entwickeln aber bereits ein Gerät, das Tiefen bis zu 150 Metern erlauben soll, langfristig übrigens auch im Salzwasser.

Mögliche Anwendungen einer kommerziellen Version des Systems sieht Professor Slomka in der Erforschung von Karstquellen, etwa im Bereich des unweit Ulms liegenden Blautopfs, aber auch bei der Überwachung von Untersee-Pipelines oder von Seekabeln sowie im Einsatz bei Polizei oder Zoll zur Überwachung und zum Schutz von Seehäfen.

Weitere Informationen: Prof. Dr.-Ing. Frank Slomka, Tel. 0731/50-24180

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Key Enabling Technologies auf der HANNOVER MESSE 2017
08.03.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Digitale Nachrüstung für bestehende Maschinen und Anlagen
01.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen