Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorstellung auf Hannover Messe: Hubwagen mit Köpfchen erleichtert Arbeit im Wareneingang

16.04.2008
Wissenschaftler und Studierende der Universität Bremen entwickeln neues Produkt / BIBA und LogDynamics Lab bringen Warenfluss und Informationsfluss zusammen

Zählen, prüfen, Listen vergleichen und Posten abhaken: Sind die 20 Blumenkohlköpfe auf der Palette, die bestellten Babywindeln und die Pakete mit den Zahnpastatuben? Geht es nach den Vorstellungen der Forscher des Bremer Instituts für Produktion und Logistik GmbH (BIBA) an der Universität Bremen, gibt hier demnächst im Wareneingang des Supermarktes der "Intelligenter Hubwagen" schnell und zuverlässig Auskunft.

Er prüft das Gewicht der Sendung vom Großhändler und die wesentlichen Merkmale der gelieferten Ladung. Vorgestellt wird die Entwicklung erstmals während der Hannover Messe vom 21. bis 25. April (Halle 16, Stand E16).

Schlicht, pfiffig und einfach zu bedienen: Angetan von der Idee und der Umsetzung präsentiert die Bremer Investitions-Gesellschaft mbH das neue Produkt nun auf dem Bremer Messestand. Es ist ein handelsüblicher Hubwagen, wie er in jedem größeren Supermarkt zu finden ist.

Ausgestattet mit einer Waage, vier Antennen, einem RFID (Radio Frequency Identification)-Leser, einem kleinen Rechner mit Flachbildschirm und einem speziellen Computer-Programm wird er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Wareneingang jedoch zu einer mitdenkenden Hilfe. So wird die Arbeit leichter, denn was heute alles noch mühsam und zeitraubend Position für Position einzeln manuell abgeglichen werden muss, kann künftig der Hubwagen erledigen.

Der "Intelligente Hubwagen" entstand in einer Kooperationsarbeit zwischen dem BIBA und dem LogDynamics Lab. Die Entwicklung basiert auf Erkenntnissen aus dem Sonderforschungsbereichs 637 "Selbststeuerung logistischer Prozesse - ein Paradigmenwechsel und seine Grenzen" der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Bremen.

"Heutige Steuerungssysteme können nur selten optimal arbeiten, denn die Material- und Informationsflüsse laufen häufig getrennt ab", sagt Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter, BIBA-Geschäftsführer, Sprecher des SFB 637 und Leiter des Fachgebietes "Planung und Steuerung produktionstechnischer Systeme" am Fachbereich Produktionstechnik der Universität Bremen.

"Noch immer sind zahlreiche logistische Prozesse isoliert. Sie sind noch nicht miteinander verknüpft und synchronisiert, und so können sie der großen Dynamik in den logistischen Abläufe auch noch nicht gerecht werden", erklärt Scholz-Reiter. Daraus ergebe sich ein großes Optimierungspotenzial, weiß er aus seinen Forschungen. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien eröffneten hier vielfältige, neue Möglichkeiten.

"Wenn die Waren Informationen über sich selbst und über ihre Ziele mitbringen - zum Beispiel in dem Speicher eines RFID-Tags, der die produktbezogenen Daten enthält, und dieser Tag dann mit einem Transportsystem kommuniziert, könnten unter anderem auch dezentral Entscheidungen über die Wege der Waren getroffen werden", erklärt BIBA-Wissenschaftler Dipl.-Inf. Jakub Piotrowski. Gemeinsam mit Xi Kong und Christian Zabel, zwei Studierenden der Universität Bremen, hat er den "Intelligenten Hubwagen" entwickelt.

"Der Warenfluss könnte dann selbstständig auf Störungen im Transportsystem oder in den Bearbeitungsstationen reagieren", sagt er. In Simulationsstudien und Laboraufbauten seien die Vorteile einer solchen Selbststeuerung bereits gezeigt worden. Einer der in diesem Zusammenhang entwickelten Prototypen ist dieser mitdenkende Hubwagen, der nun das Forschungslabor verlassen und der Industrie vorgestellt werden soll.

"Das System sollte leicht zu handhaben und auch kostengünstig sein", sagt Piotrowski. Wichtig ist die Identifizierung und Überprüfung des Gesamtgewichts einer Palette. Dazu muss die Palette mit einem RFID-Transponder ausgestattet sein. Dieses zirka drei mal sechs Zentimeter große und rund vier Millimeter starke, technische Bauteil hat einen Speicher, der vom Lieferanten mit Daten zu den Waren beschrieben und statt der heute noch üblichen, langen Papierlisten an die Warenpalette geklebt wird.

Das System am Hubwagen im Supermarkt nimmt die Daten der gelieferten Ware über seinen Antennen auf, liest sie in seinen Rechner ein und vergleicht sie dort mit dem, was bestellt worden ist. Die Informationen dazu sind zuvor vom Empfänger der Ware in das Hubwagensystem eingelesen worden. Gibt es eine Differenz zwischen bestellter und gelieferter Ware, erkennt der Hubwagen das und zeigt es am Bildschirm an. So kann zum Beispiel fehlende Ware unverzüglich und ohne aufwändiges Zählen und Abgleichen langer Papierlisten nachgeordert werden.

Ihre Ansprechpartner:

Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter (Geschäftsführer des BIBA)
Telefon: 0421 218-55 76, E-Mail: bsr@biba.uni-bremen.de
Dipl.-Inf. Jakub Piotrowski (Projektleiter im BIBA)
Telefon: 0421 218-56 45 oder 0160 97 99 25 09, E-Mail: pio@biba.uni-bremen.de

Sabine Nollmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.biba.uni-bremen.de
http://www.biba.uni-bremen.de/press2008.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten