Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zur Zukunft des Alter(n)s in der Gesundheitsregion Augsburg/Schwaben

29.04.2013
Ein unter Federführung der Universität Augsburg eingereichtes Netzwerk-Konzept für präventive Gesundheitsdienstleistungen setzt sich in der ersten Runde der BMBF-Ausschreibung "Herausforderungen des demographischen Wandels erfolgreich meistern" durch.

Aus 78 Anträgen, die zur Ausschreibung "Herausforderungen des demographischen Wandels erfolgreich meistern" beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingegangen waren, wurden jetzt die zwölf besten Ideen für Gesundheits- und Dienstleistungsregionen ausgewählt.

Zu den Gewinnern dieser ersten Phase zählt ein für die Region Augsburg/Schwaben entwickeltes Konzept zum Aufbau von flexiblen und individualisierten Netzwerken für präventive Gesundheitsdienstleistungen im Alter. Sollte sich dieses von Wissenschaftlern der Universität Augsburg, des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF) und des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie (INIFES) zusammen mit der "Gesundheitsregion Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung (AHPV)" entwickelte Konzept auch in der zweiten Phase der Ausschreibung durchsetzen können, stehen der Stadt und der Region BMBF-Fördermittel in Höhe von mehreren Millionen Euro in Aussicht.

Gegenüber der weitverbreiteten Defizitperspektive auf das Alter gilt es mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen der 'alternden Gesellschaft' präventive Maßnahmen und Dienstleistungen zu entwickeln, um für möglichst viele Menschen im Alter Gesundheit, Aktivität, gesellschaftliche Teilhabe und Engagement zu erhalten. Die Region Augsburg/Schwaben hat sich in diesem Kontext bereits ausgezeichnet durch umfassend vernetzte, professionalisierte Versorgungs- und Unterstützungsnetzwerke insbesondere am Lebensende. So bildet die "Augsburger Hospiz- und Palliativ-Versorgung" (AHPV) zusammen mit rund 50 Partnern seit knapp einem Jahr eine offizielle bayerische Gesundheitsregion (siehe www.ahpv.de/verein/bayerische-gesundheitsregion.html).

Auf dieser Grundlage soll nun auch für die – gerade mit Blick auf den demographischen Wandel immer bedeutsamer werdende – Lebensphase des Altersübergangs, die insbesondere durch den Austritt aus dem aktiven Erwerbsleben gekennzeichnet ist, und für die daran anschließende Zeit des sog. 'Dritten Lebensalters' ein regionales präventives Dienstleistungsnetzwerk modellhaft entwickelt und umgesetzt werden. Besonders wichtig dabei ist ein Mix an innovativen Vernetzungsformen, mit denen die vielfältigen, individuellen Bedürfnisse und Bedarfe älterer Menschen im Übergang vom Berufsleben in die Altersphase flexibel und den jeweiligen Lebenssituationen angemessen adressiert werden können.

Mit dieser Idee zum Aufbau von flexiblen und individualisierten Netzwerken für präventive Gesundheitsdienstleistungen im Alter zählt Augsburg/Schwaben zu den zwölf Siegerregionen, die am 12. April von einer fachübergreifenden Jury aus 78 eingereichten Konzepten für Gesundheits- und Dienstleistungsregionen ausgewählt wurden und jetzt - gefördert vom BMBF - zu einer detaillierten Ausarbeitung ihrer Konzeptidee aufgefordert sind. Dieser Ausarbeitung des Augsburg/Schwaben-Antrags widmet sich nun ein umfassender Projektverbund aus Wissenschaft, Politik und Praxis.

Neben den bisherigen Antragstellern – der Universität Augsburg (Prof. Dr. Werner Schneider) in Kooperation mit dem Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF, Prof. Dr. Fritz Böhle) und dem Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (INIFES, Prof. Dr. Ernst Kistler) und der Gesundheitsregion Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung (AHPV, Dr. Dr. Eckhard Eichner) – wirken dabei zentrale regionale Akteure der Gesundheitsförderung und Prävention mit: das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, der Bezirk Schwaben, das Sozial- und Wirtschaftsreferat der Stadt Augsburg, die Hochschule Neu-Ulm, das Klinikum Augsburg, außerdem die IHK Schwaben, Verdi Bayern, der DGB Schwaben/Augsburg, die AWO, die Caritas sowie eine Reihe von Unternehmen aus der Stadt bzw. Region, darunter die Stadtsparkasse Augsburg, Manroland, MT-Aerospace, Xeller Training, Funke Consulting, AHPV e.V. und der Pflegedienst Deschler.

Die Antragsteller aus den zwölf ausgewählten Regionen erhalten für die kommenden drei Monate jeweils bis zu 50.000 Euro, um ihre Konzepte detailliert auszuarbeiten, Kontakte zu potentiellen Partnern zu knüpfen und Netzwerke weiter auszubauen. Danach wählt die Jury bis zu fünf Gewinnerregionen aus. Diese werden dann vom Bundesforschungsministerium für bis zu vier Jahre mit insgesamt 20 Millionen Euro bei der Umsetzung Ihrer Ideen unterstützt.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Werner Schneider
Soziologie mit Berücksichtigung der Sozialkunde
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon: 0821/598-5570
werner.schneider@phil.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften