Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuhause leben im Alter – aktuelle Veröffentlichung aus dem Institut Arbeit und Technik

10.03.2015

Neue Entwicklungen am „Gesundheitsstandort Haushalt“ -

In den letzten 20 Jahren hat sich beim Thema „Leben und Wohnen im Alter“ viel getan: viele ältere Menschen wollen so lange wie möglich in den eigenen vertrauten vier Wänden leben. Auf den „Gesundheitsstandort Haushalt“ kommen deshalb mit der wachsenden Zahl Älterer – darunter auch zunehmend Pflegebedürftige und dementiell Erkrankte – neue Herausforderungen zu.

Auf unterschiedlichsten Ebenen gibt es inzwischen Hilfen, Projekte und Initiativen, um alte und/oder behinderte Menschen beim selbständigen Leben zu Hause zu unterstützen. Eine aktuelle Studie aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) erfasst den derzeitigen Stand zum Thema „Leben im Alter“.

Wie der IAT-Forscher Wolfgang Paulus darin auflistet, kann der Gesundheitsstandort Haushalt in seiner Leistungsfähigkeit auf verschiedenen Wegen gestärkt werden. Eine wichtige Rolle spielen neue Wohnformen wie etwa gemeinschaftliche Wohnprojekte und Senioren-WGs sowie die Gestaltung des näheren Wohnumfeldes, des Quartiers mit wohnortnahen Einkaufsmöglichkeiten und Organisation des sozialen Umfelds und der Pflege.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reorganisation von pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten im Haushalt. Zusätzlich spielen haus- und bautechnische Maßnahmen z.B. zur Barrierefreiheit eine wichtige Rolle, die durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik ergänzt werden können. Telemedizin und eHealth eröffnen ganz neue Möglichkeiten, etwa mit der Fernüberwachung von Vitalparametern und Gesundheitsinformationen via Computer.

Die optimale Versorgung und Betreuung alter Menschen in ihrer angestammten Wohnung wird allerdings nur in interdisziplinärer Kooperation unterschiedlicher Professionen zu erreichen sein. „Die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen war in der Vergangenheit schwierig – ist aber auf dem Weg der Besserung“ beobachtet Wolfgang Paulus. Gerade bei den altersgerechten Assistenzsystemen gebe es seit einiger Zeit eine Kooperation zwischen Medizinern und Pflegern sowie Technikern und Sozialwissenschaftlern.

Die Telemedizin - und damit das Telemonitoring – kämpft seit Jahrzehnten um eine angemessene Finanzierung. „Diese Kämpfe waren bis in die Gegenwart hinein bis auf eine Ausnahme, die telemedizinische Behandlung des akuten Schlaganfalls, erfolglos; auch das neue e-Health-Gesetz, das jetzt im Referentenentwurf vorliegt, hat die daran geknüpften Hoffnungen bislang nicht erfüllt“ stellt Paulus fest. Positiv bewertet der IAT-Forscher die verbesserten Finanzierungsmöglichkeiten beim Einsatz der entlastenden Versorgungsassistentinnen („EVA“). Durch diese Delegationsmöglichkeit von ärztlichen Aufgaben an nicht-ärztliches Personal dürfte sich die Mangelsituation in einem wichtigen Teilbereich, gerade auf dem Lande, entschärfen lassen.

Ihr Ansprechpartner:
Wolfgang Paulus, Durchwahl: 0209/1707-131, E-Mail: paulus@iat.eu

Weitere Informationen:

http://www.iat.eu/forschung-aktuell/2015/fa2015-03.pdf (Studie)

Claudia Braczko | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften