Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vergleichende Untersuchung zur Familienpolitik in westlichen Wohlfahrtsstaaten

05.08.2011
Göttinger Soziologinnen erhalten Förderung für sozialwissenschaftliches Forschungsprojekt

„Der gesellschaftliche Umgang mit neuen sozialen Risiken: das Beispiel aktueller Politik für Kinder in westlichen Wohlfahrtsstaaten“ lautet der Titel des Forschungsprojekts, mit dem zwei Soziologinnen der Universität Göttingen beim ORA-Programm erfolgreich waren. Prof. Dr. Ilona Ostner und Dr. Carina Marten untersuchen zusammen mit Wissenschaftlern aus Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden, wie die Praxis kinderzentrierter Politik in den jeweiligen Ländern aussieht und welche staatlichen Interventionsprogramme es gibt. Das Projekt wird mit insgesamt einer Million Euro gefördert; auf die Universität Göttingen entfallen davon rund 250.000 Euro. Das ORA-Programm (Open Research Area Scheme) ist ein Förderprogramm für sozialwissenschaftliche Forschungsprojekte, das von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden gemeinsam getragen und finanziert wird.

Kinder und ihre Eltern stehen heute in allen europäischen Wohlfahrtsstaaten im Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Dabei geht es unter anderem um Kinder als „Armutsrisiko“, aber auch um Risiken, die das Handeln der Eltern für die Kinder bergen kann. Hier zeigt sich ein Wandel im staatlichen Handeln: Die untersuchten Länder entwickeln sich nach Ansicht der Forscher immer mehr zu Interventions- und Präventionsstaaten. Dadurch scheinen sich auch die Beziehungen zwischen Eltern und dem Staat und der Gesellschaft zu verändern. So wird von Eltern heute eine erstklassige Erziehung, Versorgung und Betreuung ihrer Kinder erwartet, gleichzeitig wird vielen Eltern jedoch unterstellt, diesen Erwartungen nicht zu genügen. Im Interesse des Kindeswohls sollen Gerichte und Behörden bereits dann einschreiten, wenn Risiken für Kinder möglich scheinen.

Die Göttinger Soziologinnen untersuchen, wie sich die Familienpolitik und die Art und Weise der staatlichen Intervention in den verschiedenen Ländern typischerweise voneinander unterscheidet. Die Wissenschaftlerinnen wollen den Status von Kindern, Ideen „guter“ Elternschaft, den Einfluss von Experten auf die Kinderpolitik und den Zeitpunkt und die Form des politischen Wandels vergleichend untersuchen. Dabei soll eine Systematik aktueller kinder- beziehungsweise elternzentrierter Interventionsprogramme erstellt werden. Außerdem wollen die Forscherinnen die treibenden Kräfte hinter neuen politischen Maßnahmen erfassen und aufzeigen, wie die Präventions- und Interventionsprogramme praktisch umgesetzt werden. Abschließend soll untersucht werden, ob sich die einzelnen Länder in ihrer Familienpolitik gegenseitig beeinflussen.

Kontaktadressen:
Prof. Dr. Ilona Ostner
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Sozialwissenschaften – Institut für Soziologie
Platz der Göttinger Sieben 3, 37073 Göttingen
Telefon (0551) 39-7243, Fax (0551) 39-7692
E-Mail: iostner@uni-goettingen.de
Dr. Carina Marten
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Sozialwissenschaften – Institut für Soziologie
Platz der Göttinger Sieben 3, 37073 Göttingen
Telefon (0551) 39-4142, Fax (0551) 39-7200
E-Mail: carina.marten@sowi.uni-goettingen.de

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie