Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbesserung der Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderung

19.02.2014
Forschungsprojekt macht komplexe Zusammenhänge in beruflichen Integrationsprozessen sichtbar und nutzbar

Am 18. Februar präsentierte das ITA in Flehingen die Ergebnisse eines gut zweijährigen Forschungsprojektes vor den Sozialdezernenten aller 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise.

Die regionale Arbeitsmarktforschung mit intensiven Erhebungsphasen in mehreren Kreisen beschäftigte sich dabei mit der Integration von Menschen mit wesentlicher Behinderung. Zum Projektabschluss liegt nun ein neuartiges, praxistaugliches und regionale Spezifika berücksichtigendes Verfahren vor, um Beschäftigungschancen von Menschen mit wesentlicher Behinderung im regionalen Arbeitsmarkt zu fördern.

Im Rahmen des Projektes erarbeitete das in Kaiserslautern ansässige Institut für Technologie und Arbeit (ITA) ein detailliertes Wirkmodell, anhand dessen die komplexen Zusammenhänge bei Übergängen von Menschen mit wesentlicher Behinderung von Schulen in den Arbeitsmarkt und in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) verdeutlicht und nutzbar gemacht werden.

Denn bei diesen Übergängen geht es darum, schulische und berufsbildende Phasen mit Möglichkeiten beruflicher Teilhabe in WfbM oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt derart zu verknüpfen, dass für Menschen mit wesentlicher Behinderung eine bestmögliche Passung aus individuellen Fähigkeiten und beruflichen Anforderungen gefunden wird.

In vier Kreisen (Bodenseekreis, Kreis Esslingen, Kreis Tübingen, Kreis Böblingen) wurde das entwickelte Verfahren praktisch erprobt. Anwender des Verfahrens sind die sog. Netzwerkkonferenzen, die es in Baden-Württemberg flächendeckend gibt. An Netzwerkkonferenzen nehmen alle regionalen Leistungserbringer und Dienste, Leistungsträger sowie die Akteure des Arbeitsmarktes teil, die zur Integration von Menschen mit Behinderungen am allgemeinen Arbeitsmarkt beitragen. Mit Hilfe des Verfahrens konnten die Teilnehmer dieser Konferenzen regionalspezifische Verbesserungsbedarfe ableiten. Die Anwendung des Verfahrens fand durchweg große Akzeptanz, da damit die regionalen Integrationsprozesse zielgerichtet und differenziert betrachtet und beurteilt werden können.

Das Institut für Technologie und Arbeit hatte im Jahr 2011 den Zuschlag für die Durchführung dieses Projektes vom Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS), Baden-Württemberg, erhalten. Leitendes Motiv bei der Umsetzung war die UN-Behindertenrechtskonvention, die eine Inklusion von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Belangen anstrebt und gegenwärtig auf Bundes- und Landesebene umgesetzt wird. Ein wichtiger Eckpunkt dieses Ansatzes ist die selbstbestimmte Teilhabe am Arbeitsleben und damit auch der Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt.

Für Menschen mit wesentlicher Behinderung ist die Teilhabe am Arbeitsleben häufig nur in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) möglich. Erfahrungen bestätigen jedoch, dass durch passgenaue Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten Menschen mit wesentlicher Behinderung in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Auch für die Unternehmen können sich vielfältige Bereicherungen und Potenziale hieraus ergeben. Trotz umfangreicher Aktivitäten sind allerdings die Optionen für die Beschäftigung am allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit wesentlicher Behinderung reduziert.

Über das Institut für Technologie und Arbeit (ITA):
Das Institut für Technologie und Arbeit (ITA) ist ein An-Institut an der Technischen Universität Kaiserslautern. Es wurde 1995 aus der Universität ausgegründet, ist gemeinnützig und beschäftigt derzeit ca. 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Institut verknüpft Grundlagenforschung mit interdisziplinären, anwendungsorientierten Konzepten zur Analyse und Gestaltung von Arbeit und Organisation und richtet sich an kleine, mittelständische und Großunternehmen der Produktions- und Dienstleistungsbranche, an Organisationen des Non-Profit-Bereichs und des Gesundheitswesens sowie an Öffentliche Verwaltungen. Im Themenfeld der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen als einem von mehreren Schwerpunktbereichen hat das Institut mittlerweile knapp 50 Forschungsprojekte erfolgreich abgeschlossen. http://www.ita-kl.de
Kontakt:
Institut für Technologie und Arbeit (ITA) e.V. an der TU Kaiserslautern
Trippstadter Straße 110, 67663 Kaiserslautern
Ansprechpartner für diese Mitteilung
Dr. Harald Weber (0631 20583-26, harald.weber@ita-kl.de, Mo-Do)

Dr. Frank Eierdanz | idw
Weitere Informationen:
http://www.ita-kl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie