Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Transfer-Projekt zieht Bilanz - Neue Wege zurück in den Beruf

15.09.2014

Das vertraute Umfeld hilft: Wenn Mütter über den beruflichen Wiedereinstieg nachdenken, ist die Kita dafür ein idealer Ort – das ist die Grundidee des Projektes „Neue Wege NRW“. Es bündelt Angebote von Arbeitsagenturen, Jobcentern, Jugendhilfe und anderen Akteuren. In elf nordrhein-westfälischen Regionen wurden diese Wege in den letzten drei Jahren beschritten. Nun zogen das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) und das Frechener Institut für innovative Bildung innovaBest in einem Workshop an der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit den Kooperationspartnern Bilanz.

250 Personen aus 120 Institutionen waren an dem Projekt beteiligt, das vom nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wurde. Sie entwickelten arbeitsmarkt- und berufsorientierende Veranstaltungen im Familienzentrum, gemeinsame Fortbildungen und Infomaterialen.

„Voraussetzung dafür war, es, dass sich die Beteiligten aus den verschiedenen Arbeitsbereichen kennenlernen“, so Hilde Mussinghoff von innovaBest. Dies gelang durch gemeinsame Fortbildungen: Die Fachkräfte, u.a. aus Jugendämtern und Jobcentern, lobten das entstandene Vertrauen und die kurzen Wege.

Wenn sich die Mütter in Elterncafés treffen, stellen Mitarbeiterinnen von Jobcentern und Arbeitsagenturen nun Möglichkeiten für den beruflichen Wiedereinstieg vor. Darüber hinaus werden Elternkurse angeboten, die bei der persönlichen Planung weiterhelfen. Und wenn die passende Kinderbetreuung fehlt, suchen Arbeitsmarkt- und Jugendhilfefachkräfte gemeinsam nach Lösungen.

Im Einzelfall gelingt dies oft, doch die Randzeiten bleiben weiterhin schwierig. „Leider haben hier die Veränderungen im Kinderbildungsgesetz keine Verbesserungen gebracht“, bedauert Projektleiterin Sybille Stöbe-Blossey vom IAQ. In einigen Regionen allerdings haben Jobcenter und Kommunen praktikable Lösungen gefunden, die sie informell unterstützen – wenn beispielsweise die Nachbarin oder Freundin das Kind am späten Nachmittag von der Kita abholen.

An dem 2011 gestarteten Projekt beteiligten sich Familienzentren, Jugendämter, Arbeitsagenturen und Jobcenter aus den Modellregionen Düsseldorf, Gelsenkirchen und Hamm, der Städte-Region Aachen, dem Kreis Borken und dem Rhein-Erft-Kreis. 2013 kamen zudem Transferregionen hinzu, die Kreise Mettmann, Paderborn, Recklinghausen und Warendorf sowie die Stadt Solingen.

Nach und nach sollen die erarbeiteten Instrumente, Kooperationsstrukturen und Erfahrungen nun landesweit verbreitet werden. „Dass das funktioniert, zeigen die Transferregionen“, fasst Karola Köhling vom IAQ zusammen: „Hier wurden in kurzer Zeit Strukturen aufgebaut und die entwickelten Konzepte mit und in den Familienzentren genutzt.“ Einige Jobcenter wollen nun die Elternkurse in ihr Regelangebot integrieren, weil sich gezeigt hat, dass sie die Mütter im vertrauten Umfeld des Familienzentrums gut beraten können.

Weitere Informationen: PD Dr. Sybille Stöbe-Blossey, Tel. 0203/379-1805, sybille.stoebe-blossey@uni-due.de

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0170/8761608, presse-iaq@uni-due.de

Katrin Koster | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen