Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Teil der Arbeitslosigkeit nach wie vor durch Mismatch bedingt

03.04.2014

Zwischen 2005 und 2010 ist im Zuge des Rückgangs der Arbeitslosenquote auch die Mismatch-Arbeitslosigkeit gesunken - der Teil der Arbeitslosigkeit, der auf eine mangelnde Passung zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen zurückgeführt werden kann.

Der Rückgang der Mismatch-Arbeitslosigkeit war dabei ähnlich stark wie der Rückgang der Arbeitslosigkeit insgesamt, geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Mismatch-Arbeitslosigkeit entsteht, wenn Arbeitslose und offene Stellen aufgrund der qualifikatorischen Anforderungen oder der regionalen Lage nicht zusammenpassen. Dadurch müssen in manchen Berufen, Branchen oder Regionen Arbeitslose überdurchschnittlich lange einen Job suchen. Zugleich dauert es in anderen Berufen, Branchen oder Regionen überdurchschnittlich lange, bis offene Stellen besetzt werden können.

Mismatch kann auf unterschiedliche Weise verringert werden: Arbeitslose können einen anderen Beruf erlernen, in eine andere Branche wechseln oder für einen Job umziehen. Betriebe können Bewerber oder auch Beschäftigte weiterqualifizieren, wenn sie noch nicht die gesuchten Kenntnisse haben.

Bei einer engeren Definition liegt Mismatch vor, wenn es beispielsweise innerhalb der Fertigungsberufe in manchen Bereichen Engpässe gibt, in anderen Bereichen aber ein Bewerberüberhang besteht. Bei einer breiten Definition spricht man erst von Mismatch, wenn Angehörige eines Fertigungsberufs in einen Dienstleistungsberuf wechseln müssten, um einen Job zu finden.

Legt man die breite Mismatch-Definition mit der groben Unterscheidung nach Landwirtschafts-, Fertigungs-, Dienstleistungs- und technischen Berufen zugrunde, sind zehn Prozent der Arbeitslosigkeit auf die Mismatch-Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Nimmt man dagegen die engere berufliche Mismatch-Definition und berücksichtigt auch die räumliche Dimension, entfallen rund 45 Prozent der Arbeitslosigkeit auf Mismatch.

Um die Mismatch-Arbeitslosigkeit zu senken, empfehlen die Arbeitsmarktforscher die Förderung von Fortbildungen und Umschulungen sowie die Unterstützung der regionalen Mobilität von Arbeitsuchenden. Ein weiteres Instrument sei zudem die Förderung von Existenzgründungen aus Arbeitslosigkeit.

Weitere Informationen:

http://doku.iab.de/kurzber/2014/kb0514.pdf

Wolfgang Braun | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE