Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strategien gegen schrumpfende Bevölkerung

24.02.2011
Anpassung der Infrastruktur federt demografischen Wandel ab

Zwei Phänomene charakterisieren den demografischen Wandel in Europa: Die Bevölkerung wird immer älter und schrumpft gleichzeitig. Zurzeit liegt die Geburtenrate in Deutschland bei durchschnittlich 1,4 Kinder je Frau. "Wenn die Bevölkerungszahl stabil bleiben soll, müssen die Eltern zwei Kinder bekommen", sagt Walter Bartl, vom Institut für Soziologie in Halle im Interview mit pressetext.

2,1 Kinder je Frau könnte die Zahl der Bevölkerung ersetzen. "Es gibt aber objektiv keinen Grund, warum eine stabile Bevölkerung besser sein sollte als eine schrumpfende oder wachsende", sagt Bartl. In seiner heute, Donnerstag, veröffentlichten Publikation "Personalpolitik in schrumpfenden Kommunen" beantwortet der Soziologe unter anderem die Frage, ob sich die kommunalen Folgen demografischer Schrumpfung politisch beeinflussen lassen - und wenn ja, wie?

Infrastruktur anpassen

Das Problem der Kommunen sei nicht die schrumpfende Bevölkerung. Problematisch sei, dass Infrastrukturen auf bestimmte Größen angelegt und immer weniger ausgelastet sind. "Wenn die Auslastung dramatisch zurückgeht, wird die Infrastruktur teuer", sagt Barl. Das gelte auch für Kinderbetreuung, Schulen, Universitäten und Krankenhäuser.

"Bevölkerungsrückgänge müssen keine Abwärtsspirale für die Kommune bedeuten", sagt der Sozialwissenschaftler. Obwohl die Kommune bei jedem fehlenden Steuerzahler eine Verlust von etwa 700 Euro verzeichnet. Um das auszugleichen hat die Kommune etwa die Möglichkeit einen Kredit aufzunehmen. Die Verluste könnten durch Steuereinnahmen wettgemacht werden - was die Kommunen aber kaum beeinflussen können.

Personalkosten mindern

"Was die Kommune ziemlich deutlich gestalten kann, ist einen Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben herzustellen", sagt Bartl. Das kann vorrangig durch Personalreduktion umgesetzt werden. Immerhin beliefen sich die Ausgaben der Kommunen für Beamte auf 25 Prozent.

Für die Untersuchungen interviewte Bartl 95 Experten in 21 Kommunen und ihnen nahe stehenden Organisationen. Das Dissertationsprojekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Element der Transformationsforschung im Sonderforschungsbereich 580 "Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch" gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena gefördert.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Designte Proteine gegen Muskelschwund

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Benzin und Chemikalien aus Pflanzenresten

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung

29.06.2017 | Energie und Elektrotechnik