Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft
Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Home Fachgebiete Gesellschaftswissenschaften Nachricht

Soziale Mindestsicherung: Arbeit und Anerkennung sind wichtiger als Geld

nächste Meldung
03.09.2008

Finanzexperte Prof. Dr. Friedrich Thießen von der TU Chemnitz analysierte die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der sozialen Mindestsicherung

Anzeige

Rund 350 Euro pro Monat zuzüglich Wohngeld erhält, wer in Deutschland kein eigenes Einkommen hat und auf die Leistungen angewiesen ist, die unter dem Schlagwort "Hartz IV" betitelt werden.


Ist das zu viel oder zu wenig, sind die Regelungen des deutschen Sozialleistungssystems gerecht oder ungerecht? Diesen Fragen näherte sich Prof. Dr. Friedrich Thießen, Inhaber der Professur Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre an der TU Chemnitz, in einer Studie. Kurzgefasst lauten die Ergebnisse: Gemessen an den von der Gesellschaft festgelegten Zielen der sozialen Mindestsicherung sind die Hartz-IV-Gelder nicht zu niedrig, sondern eher zu hoch.

Als gerecht wird das System dennoch von vielen nicht empfunden, weil es den Bedürftigen nur Geld gewährt und ihnen verwährt, was sie wirklich wollen: Arbeit und Anerkennung.

Die Sozialgesetzbücher II und XII legen aktuell in Deutschland fest, dass Bedürftigen "Leistungen der sozialen Mindestsicherung" zu gewähren sind. "Was sich hinter dieser sozialen Mindestsicherung verbirgt, ist leider nur sehr vage definiert. Im Sozialgesetzbuch XII findet sich die Konkretisierung, dass den Leistungsberechtigten die Führung eines Lebens ermöglicht werden soll, das der Würde des Menschen entspricht", berichtet Thießen. Die Kosten der sozialen Mindestsicherung werden in der Regel durch einen Warenkorb ermittelt, der alle Güter enthält, die die Ziele der sozialen Mindestsicherung gerade erfüllen.

Dann werden die Preise der Güter ermittelt und summiert. "Das Verfahren, mit dem dies in der Bundesrepublik geschieht, gilt als nicht in allen Teilen transparent. Es enthält teilweise pauschale Vorgehensweisen und nicht alle Teilschritte werden veröffentlicht", erklärt Thießen den Hintergrund seines Forschungsprojektes, in dem er die Mindestsicherung neu berechnete und analysierte.

Die Studie basiert auf Daten aus dem Jahr 2006. Grundlage der Untersuchung war "ein gesundes, rational handelndes Individuum frei von Sucht- oder anderen Erkrankungen oder Behinderungen", sagt Thießen. Gerechnet wurde für einen Mann zwischen 18 und 65 Jahren, der keine Kinder hat und in einem Ein-Personen-Haushalt lebt. Bei seinen Warenkörben hat der Finanzwissenschaftler die nur vage formulierten Ziele einmal eher eng und einmal eher weit ausgelegt. Die Preise wurden in einer mittelgroßen Stadt mit rund 250.000 Einwohnern ermittelt, größtenteils in Filialen von Kettenunternehmen, die nach eigenen Angaben keine regionalen Preisunterschiede haben. "Das bedeutet, dass die Ergebnisse der Studie insoweit für ganz Deutschland Gültigkeit haben", so Thießen.

Eine Kurzfassung der Studie finden Sie unter
http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl4//interessantes/
Soziale_Mindestsicherung_2008_ZusFas.pdf

Die Studie "Die Höhe der sozialen Mindestsicherung - Eine Neuberechnung "bottom up" ist in der Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Stuttgart, Jg.57 (2008) Heft 2 erschienen:
http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl4//interessantes/
Soziale_Mindestsicherung_2008_komplett.pdf

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Friedrich Thießen, Telefon 0371 531-26190, E-Mail finance@wirtschaft.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.tu-chemnitz.de
www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl4//interessantes/Soziale_Mindestsicherung_2008_ZusFas.pdf
www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl4//interessantes/Soziale_Mindestsicherung_2008_komplett.pdf

nächste Meldung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Nach der Wirtschafts- die Vertrauenskrise?
08.02.2010 | Institut für angewandte Innovationsforschung e.V.

nachricht People out and about make cities secure
08.02.2010 | University of Gothenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften >>>

Anzeige

B2B Suche

Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

Aktuell

Industrial Supply als neuer Marktplatz für Leichtbautechnologien

08.02.2010 | Messenachrichten

Hitzestress beeinträchtigt Produktivität im Meer

08.02.2010 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Early Artificial Pancreas Trials Show Benefits for Kids, Teenagers with Diabetes While Sleeping Overnight

08.02.2010 | Studien Analysen

Innovations Report TV
Reportagen, Interviews und
Video-Highlights auf:

www.innovations-report.tv

... in Kooperation mit
Science-TV & Inventions-TV
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>

Veranstaltungen

Banken setzen auf mehr persönliche Beratung

08.02.2010 | Veranstaltungsnachrichten

Casual Connect Europe 2010

08.02.2010 | Veranstaltungsnachrichten

Spurenstoffe im Wasserkreislauf

08.02.2010 | Veranstaltungsnachrichten

Live-Mitschnitte, Interviews und Hintergründe von den Meinungs-
führern aus Politik und Wirtschaft jetzt auf www.euroforum.tv

FindAndHelp