Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

She Figures 2009: Wissenschaftlerinnen heute - aktuelle europäische Daten zur Geschlechtergleichstellung in der Wissenschaft

26.11.2009
Haben Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt die gleichen Chancen? Sind sie unter den Studierenden in Europa in gleicher Weise vertreten? Erreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im gleichen Umfang Führungspositionen? Die Publikation "She Figures 2009" beantwortet diese Fragen mit europaweit vergleichbaren Daten.

Europa ist noch weit entfernt von einer Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern. Zwar nimmt der Anteil der Doktorandinnen in allen Fächern zu, trotzdem sind europaweit lediglich 30% der Wissenschaftler und 18 Prozent der höchst dotierten Professoren Frauen, obwohl die Anzahl der Wissenschaftlerinnen (6,3 Prozent) insgesamt mehr steigt als die der Wissenschaftler (3,7 Prozent).

Die She Figures 2009 differenzieren das Bild noch weiter: In den Hochschulen liegt der Wissenschaftlerinnenanteil bei 37 Prozent, in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen bei 39 Prozent und in der industriellen Forschung bei mageren 19 Prozent.

Im europäischen Vergleich zeigen die Indikatoren in Deutschland im Hinblick auf die Chancengleichheit von Frauen in Wissenschaft und Forschung ein unterdurchschnittliches Bild. Lediglich 21% der Wissenschaftler und 12% der höchst dotierten Professoren sind Frauen. Allerdings gibt es hier auch positive Entwicklungen: So konnte der Frauenanteil an den C4- und W3-Professuren im Vergleich von 2002 und 2007 um 4 Prozentpunkte gesteigert werden und bei der jährlichen Steigerungsrate der Zahl der Wissenschaftlerinnen liegt Deutschland mit 5,8% nur leicht unter dem europaweiten Durchschnitt.

"Trotz der positiven Entwicklung bei der Zahl der Wissenschaftlerinnen, zeigen die She Figures 2009, dass der Fortschritt zu langsam ist", so der EU-Kommissar für Wissenschaft und Technologie, Janez Poto?nik.

Mit den She Figures 2009 publiziert die Europäische Kommission - wie bereits 2003 und 2006 - ihre neueste Zusammenstellung von Statistiken und Indikatoren zu Frauen in der Wissenschaft mit Stand 2007. Die Publikation bietet ein übersichtliches und leicht lesbares Bild über den Stand der Geschlechtergleichstellung in der Wissenschaft. Zusammen mit den 27 EU-Mitgliedern werden Daten für Kroatien, Island, Israel, Norwegen, Schweiz und die Türkei präsentiert. Die Broschüre gibt einen Einblick über die Zahl der Wissenschaftlerinnen, die Verteilung über die Fächergruppen, ihren Anteil im Karriereverlauf sowie ihren Zugang zu Entscheidungspositionen.

Die She Figures entstehen aus einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission (Direktorat Forschung und Eurostat) und der Arbeitsgruppe "Statistical Correspondents". Diese Gruppe wurde 2001 von der Helsinki-Gruppe "Frauen in der Wissenschaft" eingesetzt, um statistische Daten zur Geschlechtergleichstellung in der Wissenschaft europaweit vereinheitlich zusammenzustellen. Die deutsche Delegation in der Arbeitsgruppe "Statistical Correspondents" wird durch das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS, einem Arbeitsbereich der GESIS, wahrgenommen. In der Helsinki-Gruppe "Frauen in der Wissenschaft" diskutieren seit 1999 die Europäische Kommission, die EU-Mitgliedsstaaten sowie im Forschungsrahmenprogramm assoziierte Länder gemeinsam Strategien, um die Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft zu beseitigen.

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung, Center of Excellence Women and Science (CEWS) ist Teil von GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. Gegründet wurde das CEWS im Jahr 2000. Es steht als wissens- und forschungsbasierte Dienstleistungseinrichtung Wissenschaftlerinnen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen und politischen Gremien mit seinen Angeboten zur Verfügung. Das Kompetenzzentrum bietet zielgruppenadäquate Informations- und Beratungsleistungen zu Fragen der Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung.

GESIS ist die Infrastruktureinrichtung für die Sozialwissenschaften und unterstützt wissenschaftliches Arbeiten durch die Bereitstellung entsprechender Beratungen, Daten und Informationen. Aufbauend auf umfangreichen Forschungsprogrammen bietet GESIS Dienstleistungen zu Daten (Archivierung, Bereitstellung, Aufarbeitung, Recherche, Dauerbeobachtung), Methoden (Beratung, Entwicklung komplexer Methoden) und Fachinformationen (Datenbanken mit Informationen zu sozialwissenschaftlicher Literatur und zu Forschungsaktivitäten). Ein weiterer Service sind die GESIS-Portale, in denen sozialwissenschaftliche Informationen und Daten einfach und nutzerfreundlich zugänglich gemacht werden. GESIS ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und u.a. an wichtigen europäischen Projekten wie den European Social Survey, dem europäischen Archivverbund CESSDA und dem OECD-Projekt Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) eteiligt.

Kerstin Hollerbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.gesis.org
http://ec.europa.eu/research/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Polymere aus Bor produzieren

18.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Humane Sachbearbeitung mit Künstlicher Intelligenz

18.01.2018 | Informationstechnologie

Modularer Genverstärker fördert Leukämien und steuert Wirksamkeit von Chemotherapie

18.01.2018 | Biowissenschaften Chemie