Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rostock ist der beste Platz, um sich mit Demografie zu beschäftigen

28.10.2011
„Rostock ist der beste Platz, um sich mit Demographie zu beschäftigen“, sagt Angelo Lorenti von der Universität La Sapienza in Rom. Er ist einer von 17 Nachwuchswissenschaftlern, für die am Wochenende in der Stadt an der Warnow das in diesem Jahr an der Universität Rostock gestartete dreijährige multinationale Doktorandenprogramm „Demo-Doc“ zu Ende geht.

Es richtet sich an Promovenden, die zu verschiedensten Fragen der Bevölkerungsentwicklung forschen. Programmpartner der Uni Rostock sind die Universität La Sapienza Rom, die Autonome Universität Barcelona und die Universität Lund in Schweden sowie das Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Rostock.

Angelo Lorenti beschäftigt sich in seiner Doktorarbeit mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Alterungsprozesses in Italien. Der Direktor des Max-Planck-Instituts, James W. Vaupel, legte den jungen Wissenschaftlern ans Herz, den Alterungsprozess der Menschen nicht nur in der Jetzt-Zeit zu beleuchten, sondern ihn geschichtlich einzuordnen und einen Bogen zur zukünftigen Entwicklung zu schlagen. „Solche Denkanstöße sind gut“, sagt Angelo Lorenti. „Der Austausch mit renommierten Wissenschaftlern und Doktoranden aus anderen Ländern schärft den Blick für das eigene Thema.“

Die Rektorin von Demo-Doc, Prof. Dr. Gabriele Doblhammer, ihres Zeichens Inhaberin des Lehrstuhls für Empirische Sozialforschung und Demographie an der Uni Rostock und Direktorin des Rostocker Zentrums zur Erforschung des demografischen Wandels, sagt: „Das Programm hat das Ziel, Doktoranden bereits sehr früh das Mitwirken in einem internationalen Forschernetzwerk zu ermöglichen“. Die Teilnehmer können Kurse an allen fünf Partnereinrichtungen besuchen und an einer der Partneruniversitäten forschen.

Diese Möglichkeiten schätzt der Doktorand der Uni Rostock, Matthias Leuchter. Er untersucht, inwieweit die steigende Lebenserwartung durch Zu- und Abwanderung beeinflusst wird. „Der Austausch mit anderen Doktoranden hat mir dabei einen neuen Blick auf das Thema eröffnet“, sagt Matthias Leuchter. „Wir können mehr lernen, als wenn wir nur die Situation in einem Land betrachten“, schätzt Prof. Doblhammer die Möglichkeiten des Programms.

Demo-Doc wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) innerhalb seines Programms „International promovieren in Deutschland (IPID) gefördert, um die Internationalisierung der deutschen Hochschulen zu unterstützen.

Diese Chance nutzt Joana Serret aus Barcelona. Sie untersucht das Heiratsverhalten der Spanier mit Blick darauf, wer aus ihrer Heimat Migranten heiratet und aus welchen Ländern diese kommen.

Während der Doktorandenschule in Rostock stellen die jungen Wissenschaftler renommierten Forschern ihre eigene Arbeit vor und können dann darüber diskutieren.

Andres Palacio stammt aus Kolumbien. Seit drei Jahren studiert der junge Mann, der sehr gut Deutsch spricht, an der Universität Lund in Schweden. Er will ergründen, warum Reiche in seiner Heimat eine höhere Lebenserwartung haben, Arme dagegen eher sterben. Er hat während der Doktorandenschule andere Denkweisen gehört und ist auch nachdenklicher geworden. „So kann man ein Problem besser verstehen“.

Als Sprecherin des Demo-Doc-Programms liegt Dr. Nadja Milewski von der Universität Rostock besonders am Herzen, dass die Nachwuchswissenschaftler von weltweit führenden Demografen Denkanstöße über die aktuellen Trends in der Bevölkerungsentwicklung erhalten haben. „Mit der Doktorarbeit allein ist es nicht getan“, sagt Dr. Milewski. „Wenn die jungen Wissenschaftler international sich über ihre Forschungsarbeiten austauschen können, ist das von großem Wert.“

Demo-Doc soll erproben, ob es möglich ist, ein Doktorandenprogramm der Demografie über Ländergrenzen hinweg zu etablieren. Und bei dem dann zwei oder mehrere Universitäten gemeinsam den Doktortitel verleihen.

Kontakt:
Universität Rostock
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Dr. Nadja Milewski
Fon: +49 (0)381 498 4396
eMail: nadja.milewski@uni-rostock.de
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
Fax: +49 (0)381/498 1032
eMail: ulrich.vetter@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics