Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im Rausch automobiler Geschwindigkeit: Die Frauen genießen, die Männer werden starr

06.01.2010
Neue Forschungsergebnisse des Kompetenzzentrums Frau und Auto der Hochschule Niederrhein

Wenn Männer im Cockpit eines Buggys Platz nehmen und in einer Auto-Rennsimulation den Formel-1-Parcours von Barcelona angehen, wird auch aus einem computeranimierten Spiel verblüffende Realität: Die Augen sind starr auf den Monitor gerichtet, die Lippen aufeinander gepresst, in den Kurven wird früh abgebremst, um Unfälle zu vermeiden - auch wenn der Computer von vornherein als Sieger fest steht.

Frauen erkennen das Spiel viel früher: Sie nehmen eine entspannte Körperhaltung ein, fahren im Durchschnitt schneller als die Männer, lachen häufig während des Rennens und genießen ganz offensichtlich den außergewöhnlichen Speed. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede des Erlebens automobiler Geschwindigkeit ermittelte das Kompetenzzentrum Frau und Auto der Hochschule Niederrhein und leitete daraus Wertangebote für potenzielle Kundinnen und Kunden durch die Automobilindustrie ab.

Ein Buggy, ausgestattet im Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik von Prof. Dr. Hans-Jürgen Lauschner mit der Software für eine Renn-Simulation, 56 Frauen und Männer aller Altersgruppen und sieben Master-Studentinnen und -Studenten, die durch Beobachtung und Befragung deren geschlechtsspezifische Unterschiede in Faszination und Emotion bei der Bewältigung eines Formel-1-Parcours ermittelten - das war die Startaufstellung. Am Ende des wissenschaftlichen Parcours' gab es bei zehn Hypothesen Ergebnisse, die Vorurteile teils zu bestätigen, teils zu widerlegen vermögen. Beispielsweise beim Wechselspiel zwischen Konzentration und Prestige: Den verzweifelten Anstrengungen der jüngeren männlichen Fahrer zum Trotz konnte das Prestige, als Sieger den Wettbewerb zu beenden und so eine externe hohe Belohnung für fahrerischen Glanz zu erringen, von keinem Teilnehmer erreicht werden. "Die Herausforderung, den schwierigen Parcours wettbewerbsgemäß zu meistern oder gar zu gewinnen, wurde offenbar von den Frauen gar nicht als prestigegeladene Herausforderung wahrgenommen", stellte Prof. Dr. Doris Kortus-Schultes fest, die Institutsleiterin. Nach dem Schwenken der Zielflagge gehen sie viel weniger selbstkritisch mit sich ins Gericht als die Männer.

Dementsprechend fällt auch das Vergnügen an der Simulation aus: Bei Männern ist es deutlich geringer als bei Frauen - weil es nichts zu gewinnen gab. Es kann jedoch auch daran liegen, dass sie bereits mehr Erfahrungen mit Renn-Simulation als Frauen haben und ihre Anforderungen deshalb höher liegen. Gerade bei jüngeren Fahrern ist jedoch auch Freude darüber feststellbar, komplexe Renn-Situationen fahrerisch gemeistert zu haben. Und auch bei dem Wunsch, ein dem virtuell gesteuerten Boliden vergleichbares Fahrzeug selbst zu besitzen, unterscheiden sie sich signifikant von Frauen und älteren Geschlechtsgenossen. Nachzulesen sind alle Ergebnisse in Band 5 der Schriftenreihe des Kompetenzzentrums Frau und Auto mit dem Titel "Auto und Geschwindigkeit", Cuvillier Verlag Göttingen.

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte