Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Online-Spieler: Gemeinsam statt einsam

25.08.2008
Sie spielen wegen den netten Leuten. Dies ist eines der aktuellen Ergebnisse einer Langzeituntersuchung von jugendlichen Online-Spielern, die von der Universität Leipzig durchgeführt und jetzt auf der Games Convention vorgestellt wurde.

Professor Dr. Bernd Schorb, Professor für Medienpädagogik und Weiterbildung an der Universität Leipzig und Leiter des Projektes betonte: "Das Medienkonvergenz Monitoring (MeMo) untersucht, wie Jugendliche ihren Medienalltag und somit ihren Alltag tatsächlich gestalten.

Die Ergebnisse zeigen, dass Online- SpielerInnen in der Mehrzahl nicht vereinsamte 'Problemfälle' sind, sondern mit anderen zusammen spielen und sozial eingebunden sind." :

"Ich spiele wegen den netten Leuten." Online-Spiele-Welten sind für Jugendliche soziale Treffpunkte: 78% der jugendlichen Online-SpielerInnen spielen im Internet gemeinsam mit Freunden aus der Schule, der Nachbarschaft oder aus dem weiteren direkten Umfeld. Und die Hälfte der jungen SpielerInnen hat sogar schon neue Freunde über das Online-Spielen gefunden. Vor allem das beliebte Rollenspiel World of Warcraft ist ein Treffpunkt, wo aus Netzbekanntschaften Freunde werden.

"Ein real life reicht!" Auch wenn das Soziale beim Online-Spielen für Jugendliche sehr wichtig ist, suchen Online-SpielerInnen in der Mehrzahl nicht nach einer virtuellen Welt, die ihre reale nachbildet oder ersetzt. Second Life als vieldiskutiertes Phänomen einer zweiten, virtuellen Welt ist zwar über 80% der Online-SpielerInnen bekannt, aber für die meisten Jugendlichen nicht attraktiv. Zwei Drittel derer, die Second Life noch nie probiert haben, möchten diese Online-Welt noch nicht einmal besuchsweise kennen lernen.

"Das Spiel kann schon süchtig machen." Jugendliche Online-SpielerInnen folgen nicht manisch dem Angebot, sondern reflektieren sich und ihre Erlebnisse beim Spielen. Dabei sind sie sich der Gefahren, die mit dem Spielen verbunden sein können, durchaus bewusst: Auf Grundlage eigener Erfahrungen thematisieren 60% der Online-SpielerInnen problematische Aspekte des Spielens im Netz. Die wichtigsten sind hier soziale Probleme beim Spielen (wie Beleidigungen und Betrügereien), der hohe Zeitaufwand und das Suchtpotenzial von Spielen.

Diese Ergebnisse wurden in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) präsentiert, die die wissenschaftliche Arbeit des Projektes fördert. Prof. Kurt-Ulrich Mayer, Präsident der SLM, verwies im Rahmen der Veranstaltung auf die Wichtigkeit der Ergebnisse: "Medieninhalte, das gilt auch für Computer- und Onlinespiele tragen in ganz erheblichem Umfang zur Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen bei. Wissenschaftlich erforschte Erkenntnisse über das Wie sind daher von zentraler Bedeutung für den Jugendmedienschutz, um Positives zu befördern und negativen Entwicklungen entgegenwirken zu können."

Das Medienkonvergenz Monitoring beobachtet seit 2003 die Entwicklung der Medienkonvergenz und ihrer Relevanz für Heranwachsende. In einer Teiluntersuchung widmet sich das Monitoring dem Phänomen der Online-Spiele. Seit 2005 wurden auf der Games Convention insgesamt 1000 junge Online-SpielerInnen befragt. Die Ergebnisse der soeben abgeschlossenen dritten Welle dieser Langzeituntersuchung basieren auf einer quantitativen Onlinebefragung von 367 und qualitativen Interviews mit 45 Online-SpielerInnen.

Die gesamten Ergebnisse der Untersuchung sind unter www.medienkonvergenz-monitoring.de als pdf-Datei abrufbar.

Weitere Informationen:

Maren Würfel und Matthias Kießling
Telefon: 0341 97-35888
E-Mail: redaktion-memo@uni-leipzig.de

Sandra Hasse | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de
http://www.medienkonvergenz-monitoring.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie