Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Online-Kommunikation für ältere Menschen

28.01.2016

Informationsplattform der FH St. Pölten für interaktives Fernsehen und Spiele: Ältere Menschen sind häufiger von sozialer Isolation betroffen als jüngere. Kommunikationstechnik könnte helfen, dem entgegenzuwirken. Doch es scheitert meist an der komplexen Handhabung der Geräte. Im Projekt BRELOMATE hat die Fachhochschule St. Pölten einen Prototyp für ein Online-Spiel entworfen, der nun gemeinsam mit kabelplus zu einer marktreifen Spiele-, Informations- und Kommunikationsplattform entwickelt werden soll.

„Die soziale Umwelt und Lebensqualität älterer, einsamkeitsgefährdeter Menschen könnte durch die Integration in die Welt der Kommunikationstechnologie verbessert und gefördert werden. Einfache Bedienung ist aber eine wesentliche Voraussetzung, damit ältere Menschen diese Angebote nutzen“, sagt Projektleiter Jakob Doppler, FH-Dozent am Department Medien und Digitale Technologien der FH St. Pölten.


Screenshot Brelomate

FH St. Pölten


Brelomate: Senioren beim Test

FH St. Pölten / Mark Hammer

Er koordiniert das Projekt BRELOMATE 2 (Breaking Loneliness with Mobile Interaction and Communication Technology for Elderly). In dem Vorhaben untersucht die FH St. Pölten in Kooperation mit der Firma kabelplus, wie Fernseher mit einem Steuerungstablet zum benutzerfreundlichen und kostengünstigen Herzstück einer Spiele-, Informations- und Kommunikationsplattform für ältere Menschen gemacht werden können.

Interaktives Fernsehen

Basis dafür ist ein Prototyp aus einem Vorläuferprojekt für eine Second-Screen-Variante des Kartenspiels „Schnapsen“, die über Tablet und Fernseher gespielt wird. Mittels Videotelefonie können sich die SpielerInnen gleichzeitig unterhalten. Dieser Prototyp soll nun zur Marktreife entwickelt und in einer Feldstudie getestet werden.

„Die Idee, das beliebte TV-Gerät über eine sogenannte Set-top-Box als Schnittstelle gemeinsam mit einem Tablet als Plattform zu nutzen, ist einzigartig. Das schafft eine neue Interaktionsqualität bei Spiele- und Online-Diensten für ältere Menschen. Dadurch fördert BRELOMATE die Autonomie und Partizipation älterer, mobilitätseingeschränkter Menschen bei moderner Online-Kommunikation“, so Doppler.

"In dem Projekt können wir gemeinsam mit der Fachhochschule einen wesentlichen Beitrag zum Entwickeln des interaktiven Fernsehens der Zukunft und von hilfreichen Online-Diensten für Senioren und Seniorinnen leisten“, sagt Manfred Binter, Prokurist von kabelplus.

Technik den Bedürfnissen der Menschen anpassen

Die Teilnahme älterer Menschen an neuen, digitalen Kommunikationsmöglichkeiten scheitert jedoch meist nicht am Desinteresse an der Technik, sondern an deren Komplexität. Ziel ist es daher, eine bedürfnisorientierte, einfach bedienbare und leistbare Plattform zu schaffen, und Menschen früh einzubinden.

„Ältere Menschen waren von Anfang an in den Entwicklungsprozess eingebunden. Dies ist sehr wichtig, um eine bedürfnisgerechte Entwicklung sicherzustellen. Die Testpersonen beschrieben den Prototyp des Vorläuferprojekts als einmalig, lebendig, bequem einfach und schnell erlernbar“, sagt Johannes Pflegerl, Leiter des Projekts zur Prototypentwicklung und des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten.

Didaktisches Konzept und „TechnikbotschafterInnen“

Mitarbeiter des Service- und Kompetenzzentrums für Innovatives Lehren & Lernen (SKILL) der FH St. Pölten entwickelten ein didaktisches Konzept zum Projekt. Es soll Lernprozesse der potentiellen NutzerInnen mit der entwickelten Plattform anregen und unterstützen.

Dazu gehört unter anderem ein Drehbuch für die Einschulung und das Vermitteln der Funktionen des Spiels durch andere Senioren und Seniorinnen oder „TechnikbotschafterInnen“, etwa junge Menschen oder helfende Personen im Umfeld der älteren Personen.

Beteiligt ist an dem Projekt auch das Department Informatik und Security der FH St. Pölten. Es untersucht die IT-Sicherheit des Systems.

Fotos:
Screenshot, Credit: FH St. Pölten
Tests Prototyp und Gruppenbild, Credit: FH St. Pölten / Mark Hammer
Test des Prototyps in der Wohnung, Credit: FH St. Pölten / Gernot Rottermanner

BRELOMATE (Breaking Loneliness with Mobile Interaction and Communication Technology for Elderly)
Die BRELOMATE-Projekte werden vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Rahmen des FFG-Programms benefit finanziert.
Projektwebseite: http://brelomate.fhstp.ac.at/
Video zum Projekt: http://carma.fhstp.ac.at/projects/brelomate2/media/

Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den sechs Themengebieten Medien & Wirtschaft, Medien & Digitale Technologien, Informatik & Security, Bahntechnologie & Mobilität, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 17 Studiengängen werden rund 2.600 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt zu den oben genannten Themen sowie institutsübergreifend und interdisziplinär. Die Studiengänge stehen in stetigem Austausch mit den Instituten, die laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickeln und umsetzen.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Jakob Doppler, MSc
FH-Dozent
Department Medien und Digitale Technologien
T: +43/2742/313 228 618
E: jakob.doppler@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/uber-uns/mitarbeiter-innen-a-z/doppler-jakob

Pressekontakt:
Mag. Mark Hammer
Marketing und Unternehmenskommunikation
T: +43/2742/313 228 – 269
M: +43/676/847 228 – 269
E: mark.hammer@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/presse
Pressetext und Fotos zum Download verfügbar unter: https://www.fhstp.ac.at/de/presse
Allgemeine Pressefotos zum Download verfügbar unter: https://www.fhstp.ac.at/de/presse/pressefotos-logos
Natürlich finden Sie uns auch auf Facebook und Twitter: www.facebook.com/fhstp, https://twitter.com/FH_StPoelten

Mag. Mark Hammer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wenn der Fluss krank ist – Fachseminar zu Gewässerökologie und Gewässerschutz

08.12.2016 | Seminare Workshops

Heimcomputer entdecken rekordverdächtiges Pulsar-Neutronenstern-System

08.12.2016 | Physik Astronomie

Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten

08.12.2016 | Energie und Elektrotechnik