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Ohne Mobilität keine gesellschaftliche Teilhabe im Alter: Abschluss des BMBF-Projekts COMPAGNO

31.03.2015

„COMPAGNO –Personalisierter Begleiter zur Nutzung lokaler und regionaler Mobilitätschancen für Menschen bis ins hohe Alter“ ist ein Projekt, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde und in dem das Institut für Assistenzsysteme und Qualifizierung (iAQ) maßgeblich mitwirkte. 

Die Verbundpartner entwickelten ein Assistenzsystem, das Menschen mit und ohne Behinderung bis ins hohe Alter darin unterstützt, sich sicher durch den Alltag zu bewegen. Realisiert wurde eine App, die zunächst Menschen auf ihren Fußwegen und im Öffentlichen Nachverkehr begleitet. Die Ergebnisse wurden am 19. März 2015 auf dem Abschluss-Workshop in Frankfurt am Main vorgestellt.


Mehr Mobilitätschancen für Menschen bis ins hohe Alter: COMPAGNO-App

(Foto: Institut für Assistenzsysteme und Qualifizierung)

Der Verlust der Mobilität ist eines der maßgeblichen Risiken des Alterns. Die Angst, Barrieren nicht mehr überwinden zu können, führt häufig zum Rückzug in noch beherrschbare Bewegungsräume. Auch finden sich ältere Menschen in einer komplexer und schneller werdenden Mobilitätswelt häufig nicht mehr zurecht. Von den Betroffenen wird ihre eingeschränkte Mobilität als ein Verlust an Lebensqualität wahrgenommen.

Mit Unterstützung der COMPAGNO-App planen die Nutzer einfach und bequem ihre Wege und lassen sich zu ihren Zielen navigieren. Anders als herkömmliche Navigationsgeräte, die sich meist auf den Autoverkehr fokussieren, berücksichtigt COMPAGNO das persönliche Profil des Nutzers.

Einerseits lässt sich die App hinsichtlich eigener Einschränkungen, zum Beispiel beim Treppensteigen, personalisieren. Dazu kann der Nutzer im Menü voreingestellte Profile wählen oder seine persönlichen Mobilitätsparameter, wie zum Beispiel Gehgeschwindigkeit oder Art der Wege, selbst einstellen.

Der COMPAGNO berechnet auf der Basis des Kartenmaterials die geeigneten Routen, berücksichtigt Umweltbarrieren und navigiert den Nutzer je nach Einstellungsprofil über barrierefreie Fußwege zum gewünschten Ziel. Neben der Fußgängernavigation wurden in der Testregion bereits Mobilitätsangebote des öffentlichen Nahverkehrs von der App einbezogen und mit den Fußwegen verkettet.

Neben den technischen Entwicklern und den Anwendungspartnern im Projekt COMPAGNO wurden sozialwissenschaftlich Fragestellungen durch das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) erarbeitet. Es stellte auf dem Abschluss-Workshop die empirischen Ergebnisse der Erprobung und Evaluation vor.

Wesentliche Ergebnisse waren auf der einen Seite die Meinungen der Befragten, die ihre Zufriedenheit mit dem Interface-Design betonten sowie die gute Resonanz auf die Sprachausgabe und den Mehrwert, der sich durch den Außerhaus-Notruf ergibt, hervorhoben.

Das verwendete Kartenmaterial der OpenStreetMap bietet durch seine Lizenzfreiheit und die Möglichkeit, Straßen und Wege mit bestimmten Attributen zu versehen, unschlagbare Vorteile für die personalisierte Fußgängernavigation. Die COMPAGNO-Partner werden zur Optimierung der Navigation auch weiterhin zusammenarbeiten.

Weitere Informationen:

http://compagno-mobil.de/
http://iaq-hd.de/

Jörg Marx | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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