Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Abkommen über europäische Datenerhebung

24.07.2009
Meyer-Krahmer: "Wir wollen mehr über das Altern lernen"

Die meisten älteren Europäer fühlen sich fit: Rund zwei Drittel der über 50-Jährigen geben an, bei guter Gesundheit zu sein. Es gibt aber auch große regionale Unterschiede: Die Deutschen schätzen ihren Gesundheitszustand deutlich schlechter ein, als er tatsächlich ist, während die Dänen sich für gesünder halten.

Das sind nur wenige von vielen interessanten Ergebnissen der europäischen Datenerhebung "Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE)". Diese Langzeiterhebung von Daten zur gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Situation von Menschen über 50 geht nun in eine neue Runde: Die Verantwortung geht von der Europäischen Union (EU) auf die einzelnen beteiligten Staaten über, die auch die Finanzierung der sieben nationalen Befragungen bis 2023 übernehmen.

Hochrangige Vertreter der beteiligten Länder und Institutionen haben dazu am Freitag in Schloss Ludwigsburg ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. "Die Zukunft dieses Forschungsprojektes ist damit weiterhin gesichert. Die Forscher können künftig noch mehr Fragestellungen bearbeiten und so mehr über das Altern lernen", sagte Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). "Das zeigt, welch hohen Stellenwert das Thema alternde Gesellschaft in Europa hat. Wir sind uns alle darin einig, dass die demographische Entwicklung eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft ist."

Das BMBF wird zusätzlich zu den in Deutschland für die Befragungen anfallenden Kosten die Mittel für den gemeinsamen organisatorisch-technischen Rahmen und für die Koordination des europäischen Verbundes tragen. Die Europäische Union wird weiterhin zentrale Aufgaben wie die Softwareentwicklung in neuen SHARE-Ländern finanzieren. Das Mannheimer Forschungsinstitut Ökonomie und demographischer Wandel (MEA) koordiniert die europäische Datenerhebung.

Am Projekt, das im Jahr 2002 im Rahmen des 5. Rahmenprogramms der EU aufgelegt und von der EU und dem amerikanischen National Institute on Aging (NIA) finanziert wurde, beteiligen sich bislang 14 Länder der Europäischen Union, sowie Israel und die Schweiz. SHARE wird als eines der ersten über mehrere Standorte verteilten Projekte im Rahmen der ESFRI-Initiative den Rechtsstatus eines European Research Infrastructure Consortium (ERIC) anstreben. Durch die mit dem Rechtsstatus ERIC verbundene Möglichkeit der Befreiung von der Umsatzsteuer können forschungsfremde Finanzierungskosten eingespart werden.

Die Wissenschaftler des SHARE-Projektes untersuchen die Altersprozesse von 45.000 Befragten. Drei Jahre nach Veröffentlichung der ersten Daten gibt es schon mehr als 1300 registrierte Nutzer aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen. Die umfangreiche multidisziplinäre Forschung auf Basis der SHARE-Daten zeigt deutlich, auf wie vielfältige Weise die Altersprozesse und die damit verbundenen menschlichen Beziehungen in Europa ablaufen.

Zum Beispiel gibt es im Norden ganz andere Muster, sich in der Familie gegenseitig zu helfen als im Süden. So hilft die Familie in Skandinavien älteren Menschen meistens freiwillig und sporadisch. Im Süden dagegen wird die Pflege der eigenen Eltern eher als Pflicht angesehen, der häufig intensiv nachgegangen wird. Diese Unterschiede sind unter anderem auf das unterschiedliche Angebot an öffentlichen sozialen Dienstleistungen zurückzuführen.

Mit der Veröffentlichung der Daten der dritten Erhebungswelle werden die Forscher detaillierte Informationen über die individuellen Lebensverläufe der Europäer erhalten, mit denen die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf das individuelle Verhalten beleuchtet werden können. Die Zahl der Befragten wird deutlich erhöht, um die Vielfalt des Alterns genauer verstehen und die Ursachen unterschiedlicher Lebenslaufdynamiken besser gewichten zu können. Damit wird SHARE zu einem zentralen Altersforschungsinstrument in Europa ausgebaut.

Weitere Informationen gibt Prof. Axel Börsch-Supan, Ph.D. (Direktor des MEA, Koordinator von SHARE): Tel.: 0621-181-1861 oder E-Mail: axel@boersch-supan.de.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise