Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Blick auf die Geburten in Deutschland

30.04.2013
Karten des Leibniz-Instituts für Länderkunde ermöglichen erstmals einen detaillierten regionalen Vergleich

Was bisher das Studium amtlicher Statistiken erforderte, zeigen aktuelle Karten des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) jetzt auf einen Blick. Zum Beispiel, dass ostdeutsche Frauen bei der Erstgeburt auch heute noch deutlich jünger sind als Frauen in Westdeutschland.


Alter der Mütter bei der Erstgeburt 2010, nach Kreisen. Karte: IfL 2013

Oder dass sich bei den Geburtenraten das frühere Land-Stadt-Gefälle und die noch vor wenigen Jahren bestehenden Ost-West-Unterschiede weitgehend nivelliert haben. Abrufbar sind die Karten bei „Nationalatlas aktuell“, der Online-Zeitschrift des IfL.

Im aktuellen Beitrag analysiert Dr. Sebastian Klüsener vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock aktuelle Trends und regionale Unterschiede bei den Geburtenraten und beim Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes.

Der Rostocker Wissenschaftler hat dazu Daten aus dem deutschen Geburtenregister ausgewertet, das seit 2009 erstmals Informationen zur biologischen Geburtenfolge enthält. Dadurch lassen sich erstmals Geburtenraten und Geburtsalter differenziert nach Erst-, Zweit- sowie Dritt- und höherrangigen Geburten regional im Detail analysieren.

Bis 2008 wurde in Deutschland lediglich registriert, um die wievielte Geburt innerhalb einer bestehenden Ehe es sich handelt. „Da aber immer mehr Kinder außerhalb der Ehe geboren werden, und auch eine steigende Zahl von Frauen Kinder aus mehr als einer Ehe haben, waren diese Zahlen in den letzten Jahrzehnten immer weniger geeignet, um Aussagen über die biologische Geburtenfolge zu treffen“, sagt Sebastian Klüsener.

Aus den neuen Daten lässt sich beispielsweise erstmals ableiten, dass in München Frauen im Durchschnitt mit 31 Jahren ihr erstes Kind bekommen. Damit sind sie im statistischen Mittel ein bis zwei Jahre älter als frisch gebackene Mütter in anderen deutschen Großstädten. Abseits der Metropolen haben Erstgeborene insgesamt deutlich jüngere Mütter. Den größten Abstand zum Altersrekordhalter München weist der Landkreis Uecker-Randow im Osten Mecklenburg-Vorpommerns auf: Hier liegt das Durchschnittsalter der Erstmütter mit knapp 26 Jahren so niedrig wie nirgendwo sonst in Deutschland.

Mit Blick auf die Erstgeburten zeigen die statistischen Auswertungen die höchsten Raten in Ostdeutschland mit der angrenzenden Metropolregion Hamburg. Hohe Erstgeburtenraten ergaben sich überraschenderweise auch in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München oder Köln. Das widerspricht der verbreiteten Annahme, dass Großstädte vergleichsweise ungünstige Rahmenbedingungen für Paare bieten, ein erstes Kind zu bekommen.

Über die Ursachen dieses Trends lässt sich vorläufig nur spekulieren: „Leider können wir nicht überprüfen, ob die hohen Erstgeburtenraten in den Metropolregionen zumindest teilweise auf das 2007 eingeführte Elterngeld zurückzuführen sind, da wir für die Zeit davor keine Daten haben“, so der Max-Planck-Wissenschaftler Dr. Sebastian Klüsener.

Der vollständige Artikel ist auf „Nationalatlas aktuell“ (http://aktuell.nationalatlas.de) nachzulesen. In der Online-Zeitschrift veröffentlicht das Leibniz-Institut für Länderkunde regelmäßig Kartenbeiträge zu Ereignissen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Alle Karten, Diagramme und Fotos sind dort online verfügbar und stehen zusätzlich als PDF-Dokumente zum Download bereit. Auf Wunsch können die Materialien in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Volker Bode, Leibniz-Institut für Länderkunde, T. +49 341 600 55-143, V_Bode(at)ifl-leipzig.de

Dr. Peter Wittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifl-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive