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Mobil in allen Lebensphasen

23.10.2014

Forschungsergebnisse erleichtern Leben im Alter / Müller: „Wir müssen die Bedürfnisse von älteren Menschen stärker in den Blick nehmen“

Wer nicht mehr mobil sein kann, dem fällt die Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben oft schwer. Mobilität muss aber nicht länger eine Frage des Alters bleiben.

Forschung ermöglicht heute intelligente und barrierefreie Mobilitätsangebote und Dienstleistungen, die passgenau auf die speziellen Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind: vom sicheren Weg durch das eigene Wohnquartier, über die komfortable und zuverlässige Nutzbarkeit von Bus und Bahn bis hin zum nutzerfreundlichen Einsatz von technischen Hilfsmitteln zur Orientierung im Alltag.

Die heute in Nürnberg vorgestellten Innovationen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderschwerpunkt „Mobil bis ins hohe Alter“ seit 2010 mit rund 20 Millionen Euro gefördert.

Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen neuen Mobilitätsangeboten, die jetzt in ganz Deutschland zum Einsatz kommen können. „Es ist gelungen, wichtige Unterstützung für das alltägliche Leben im Alter zu entwickeln. Die von uns geförderten Innovationen werden vielen Menschen in Deutschland helfen, weiterhin mobil zu bleiben“, betonte Müller bei der Eröffnung der Veranstaltung.

Über mobile Endgeräte können jetzt barrierefreie Fußgängerrouten durch fremde Städte angezeigt werden, um beispielsweise Wege mit Treppen umgehen zu können. Vorhandene Optionen für den Weg von A nach B werden zu nahtlosen Mobilitätsketten verknüpft. Technik hilft hier, die unterschiedlichen Verkehrsangebote zu erfassen und die optimale Verbindung dem Nutzer vorzuschlagen. Die Systeme können auch kommunale Freizeit- und Kulturangebote integrieren, um die physische Mobilität mit der sozialen Teilhabe zu verbinden.

Folgende Innovationen sind Beispiele der Forschungsarbeit:

- Im Projekt inDAgo wurde ein technischer Assistent entwickelt, der eine geeignete barrierefreie Route, beispielsweise für den Weg zu einer Arztpraxis, vorschlagen kann. Dabei berücksichtigt der Assistent gesundheitliche Einschränkungen, beispielsweise im Bewegungsapparat, und wählt passgenaue Angebote aus dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aus.

- Das Projekt S-Mobil 100 hat eine Mobilitätsplattform entwickelt, mittels derer Bürger der Stadt Siegen und des angrenzenden Landkreises Siegen-Wittgenstein über Fernsehen, Smartphone oder Internet individuelle Fahrorganisationen nutzen können. Ehrenamtliche Mitarbeiter und Kooperationen mit zusätzlichen Fahrdienstanbietern ermöglichen so auch in Randzeiten oder bei sehr ausgedünntem Verkehrsnetz Mobilitätsangebote, die ergänzend und nicht konkurrierend zum ÖPNV angeboten werden. Für nicht barrierefreie Teilabschnitte der Strecke kann zudem persönliche Begleitung angefordert werden.

- Im Projekt SIMBA/GENIAAL MOBIL werden Angebote des ÖPNV in enger Abstimmung mit den Nutzern mit Informationen zur Barrierefreiheit unterlegt. So wird regelmäßig ermittelt, welche Hindernisse bei der Nutzung des ÖPNV aus Sicht der Älteren bestehen, welche Anforderungen sie an die Mobilität stellen und inwiefern sie beispielsweise Smartphones nutzen. Aufgrund der Rückmeldungen werden die Angebote kontinuierlich verbessert. Ziel ist es, die selbstständige Bewegung auf barrierefreien Routen außerhalb der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Dabei wird der individuelle Unterstützungsbedarf durch intelligente Kombination von Information, Ortung und Kommunikation berücksichtigt.

Bei der heutigen Präsentation lud Müller weitere Kommunen und Regionen ein, die erfreulichen Ergebnisse zu nutzen. „Kommunen, die attraktive Mobilitätsangebote unterbreiten, sind sehr beliebt. Das ist für viele Menschen ein bewegendes Thema, besonders im Alter“, so Müller.

Informationen zu allen Projekten der Bekanntmachung finden Sie unter: http://www.mtidw.de/ueberblick-bekanntmachungen/mobil-bis-ins-hohe-alter.
Zusätzliche Informationen finden Sie auch unter: http://www.bmbf.de/de/20112.php

Agnes Kuruppu | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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