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An der Universität Hamburg entsteht Hamburgs erste Netzwerk- und Forschungsstelle zur beruflichen Partizipation von behinderten und chronisch erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund. Der Europäische Sozialfonds und die Freie und Hansestadt Hamburg fördern das praxisorientierte wissenschaftliche Vorhaben ab dem 1. Juli 2011 mit 250.000 Euro über zwei Jahre.
Ziel des Projekts ist, die Diskriminierung von mehrfach ausgegrenzten Menschen im Arbeitsleben zu bekämpfen. „Gerade, wenn es um Personen mit Migrationserfahrung und -geschichten geht, die außerdem noch behindert oder chronisch erkrankt sind, gibt es meist nur kurz- und mittelfristige Aktionen und Projekte“, erläutert Projektleiterin Marianne Pieper, Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt „Kulturen, Geschlechter, Differenzen“. Das jetzt startende Projekt soll Betroffene dagegen langfristig unterstützen.
Forschung und Kontakte
Am Anfang stehen Forschungsarbeiten und der Aufbau eines lokalen, nationalen und internationalen Netzwerks im Vordergrund. Zunächst werden Daten über Art und Umfang von Hürden in der Arbeits- und Lebenswelt wissenschaftlich erfasst und ausgewertet. In Befragungen untersuchen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen u. a. die Effekte anonymer Bewerbungsverfahren und die Partizipationsmöglichkeiten der Betroffenen auf dem freien Arbeitsmarkt. Der Dialog mit Betrieben soll zeigen, welche Unterstützung diese zur Beschäftigung von bislang ausgegrenzten Menschen benötigen.
Für den Aufbau eines Forschungsnetzwerks mit lokalen, nationalen und internationalen Kooperationspartnern sind u. a. soziologische Forschungsstellen der Disability-, Migrations-, Gender- und Queer- Forschung sowie Unternehmen, Hamburger Behörden und Fachstellen im Blick. Das Netzwerk soll zudem eine Schnittstelle zwischen Unternehmen und Forschungsinstitutionen bilden.
Zentrale Hamburger Netzwerkstelle
Auf Basis des gewonnenen Wissens wird eine zentrale Hamburger Netzwerkstelle für mehrfach ausgegrenzte Menschen eingerichtet. Betroffene erhalten dort langfristig Hilfe auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt. Unternehmen sollen dafür gewonnen werden, bislang ausgegrenzte Menschen fair einzubeziehen. Außerdem wird die Netzwerkstelle der Politik deutliche Impulse geben, die UN-Behindertenrechtskonvention und das EU-Antidiskriminierungsgesetz weiter umzusetzen. Falls möglich, soll die Netzwerkstelle über die zweijährige Förderung hinaus zu einer dauerhaften Einrichtung ausgebaut werden.
Nicht zuletzt will die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im Rahmen des Projekts die Fachdisziplin „Participation Research/(Dis)Ability Research“ einführen. „Bislang existiert diese Disziplin nicht an Hamburger Hochschulen“, betont Pieper. „Indem wir das ändern, stellen wir uns der gesellschaftlichen und universitären Herausforderung, allen Menschen die Teilhabe an Wissenschaft, Bildung und Arbeit zu ermöglichen.“
Für Rückfragen:
Prof. Dr. Marianne Pieper
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften/
Fachbereich Sozialwissenschaften
Tel.: 040-428 38-61 89
E-Mail: marianne.pieper@wiso.uni-hamburg.de
Soz. ök. Jamal Haji Mohammadi
Fachbereich Sozialwissenschaften
Tel.: 040-428 38-70 86
E-Mail: Jamal.hajimohammadi@uni-hamburg.de
Birgit Kruse | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-hamburg.de/
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