Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Migration und Behinderung – mehr Partizipationschancen im Beruf

28.06.2011
Forschungsprojekt „Netzwerk Partizipation mehrfach diskriminierter Menschen“ startet

An der Universität Hamburg entsteht Hamburgs erste Netzwerk- und Forschungsstelle zur beruflichen Partizipation von behinderten und chronisch erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund. Der Europäische Sozialfonds und die Freie und Hansestadt Hamburg fördern das praxisorientierte wissenschaftliche Vorhaben ab dem 1. Juli 2011 mit 250.000 Euro über zwei Jahre.

Ziel des Projekts ist, die Diskriminierung von mehrfach ausgegrenzten Menschen im Arbeitsleben zu bekämpfen. „Gerade, wenn es um Personen mit Migrationserfahrung und -geschichten geht, die außerdem noch behindert oder chronisch erkrankt sind, gibt es meist nur kurz- und mittelfristige Aktionen und Projekte“, erläutert Projektleiterin Marianne Pieper, Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt „Kulturen, Geschlechter, Differenzen“. Das jetzt startende Projekt soll Betroffene dagegen langfristig unterstützen.

Forschung und Kontakte

Am Anfang stehen Forschungsarbeiten und der Aufbau eines lokalen, nationalen und internationalen Netzwerks im Vordergrund. Zunächst werden Daten über Art und Umfang von Hürden in der Arbeits- und Lebenswelt wissenschaftlich erfasst und ausgewertet. In Befragungen untersuchen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen u. a. die Effekte anonymer Bewerbungsverfahren und die Partizipationsmöglichkeiten der Betroffenen auf dem freien Arbeitsmarkt. Der Dialog mit Betrieben soll zeigen, welche Unterstützung diese zur Beschäftigung von bislang ausgegrenzten Menschen benötigen.

Für den Aufbau eines Forschungsnetzwerks mit lokalen, nationalen und internationalen Kooperationspartnern sind u. a. soziologische Forschungsstellen der Disability-, Migrations-, Gender- und Queer- Forschung sowie Unternehmen, Hamburger Behörden und Fachstellen im Blick. Das Netzwerk soll zudem eine Schnittstelle zwischen Unternehmen und Forschungsinstitutionen bilden.

Zentrale Hamburger Netzwerkstelle

Auf Basis des gewonnenen Wissens wird eine zentrale Hamburger Netzwerkstelle für mehrfach ausgegrenzte Menschen eingerichtet. Betroffene erhalten dort langfristig Hilfe auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt. Unternehmen sollen dafür gewonnen werden, bislang ausgegrenzte Menschen fair einzubeziehen. Außerdem wird die Netzwerkstelle der Politik deutliche Impulse geben, die UN-Behindertenrechtskonvention und das EU-Antidiskriminierungsgesetz weiter umzusetzen. Falls möglich, soll die Netzwerkstelle über die zweijährige Förderung hinaus zu einer dauerhaften Einrichtung ausgebaut werden.

Nicht zuletzt will die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im Rahmen des Projekts die Fachdisziplin „Participation Research/(Dis)Ability Research“ einführen. „Bislang existiert diese Disziplin nicht an Hamburger Hochschulen“, betont Pieper. „Indem wir das ändern, stellen wir uns der gesellschaftlichen und universitären Herausforderung, allen Menschen die Teilhabe an Wissenschaft, Bildung und Arbeit zu ermöglichen.“

Für Rückfragen:

Prof. Dr. Marianne Pieper
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften/
Fachbereich Sozialwissenschaften
Tel.: 040-428 38-61 89
E-Mail: marianne.pieper@wiso.uni-hamburg.de
Soz. ök. Jamal Haji Mohammadi
Fachbereich Sozialwissenschaften
Tel.: 040-428 38-70 86
E-Mail: Jamal.hajimohammadi@uni-hamburg.de

Birgit Kruse | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hamburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht WSI-GenderDatenPortal: 35,2 Prozent der Alleinerziehenden von Armut betroffen
27.05.2015 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Wissensarbeit im Zeitalter der Digitalisierung: Digitales Fließband oder neue Humanisierung
06.05.2015 | ISF München - Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Perspektiven für das Laserstrahlschweißen von Bauteilen aus Aluminium-Druckguss

Das Fraunhofer IWS Dresden hat ein neues Verfahren zum Schweißen von Bauteilen aus Aluminium-Druckguss entwickelt und gemeinsam mit einem Industriepartner in die Serie überführt. Mit Hilfe brillanter Laserstrahlung und hochfrequenter Strahloszillation konnte erstmals eine Schweißverbindung erzeugt werden, die sich durch eine äußerst geringe Porenhäufigkeit im Schweißgut auszeichnet. Darüber hinaus ist der Bauteilverzug durch die konzentrierte, lokal begrenzte Wärmeeinbringung kaum noch messbar. Mit dem herkömmlichen Laserstrahlschweißen ist diese Qualität nicht realisierbar.

Wegen der hervorragenden Gießbarkeit und der Möglichkeit einer komplexen Formgebung wird Aluminium-Druckguss im Automobilbau vielfältig genutzt, insbesondere...

Im Focus: Advance in regenerative medicine

The only professorship in Germany to date, one master's programme, one laboratory with worldwide unique equipment and the corresponding research results: The University of Würzburg is leading in the field of biofabrication.

Paul Dalton is presently the only professor of biofabrication in Germany. About a year ago, the Australian researcher relocated to the Würzburg department for...

Im Focus: Eine Bremse gegen epileptische Anfälle in Nervenzellen

In jedem Augenblick werden an Billiarden Synapsen unseres Gehirns chemische Signale erzeugt, die einzelnen Nervenzellen feuern dabei bis zu 1000 mal in der Sekunde. Wie ihnen diese Höchstleistung gelingt ohne dabei epileptische Anfälle zu erzeugen, haben Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie in Berlin nun ein Stück weit aufgeklärt. Das Ergebnis könnte zu einem besseren Verständnis nicht nur der Epilepsie, sondern auch anderer neurologischer Erkrankungen wie der Alzheimerschen Krankheit beitragen.

Mit jedem elektrischen Impuls schüttet eine Nervenzelle Neurotransmitter in den synaptischen Spalt aus und trägt so das Signal weiter. Sie hält dafür einen...

Im Focus: Kieler Forschende bauen die kleinsten Maschinen der Welt

Die DFG stellt Millionenförderung für die Entwicklung neuartiger Medikamente und Materialien an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) bereit.

Großer Jubel an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU): Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute (Donnerstag, 21. Mai) bekannt gab,...

Im Focus: Basler Physiker entwickeln Methode zur effizienten Signalübertragung aus Nanobauteilen

Physiker haben eine innovative Methode entwickelt, die den effizienten Einsatz von Nanobauteilen in elektronische Schaltkreisen ermöglichen könnte. Sie entwickelten dazu eine Anordnung, bei der ein Nanobauteil mit zwei elektrischen Leitern verbunden ist. Diese bewirken eine hocheffiziente Auskopplung des elektrischen Signals. Die Wissenschaftler vom Departement Physik und dem Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel haben ihre Ergebnisse zusammen mit Kollegen der ETH Zürich in der Fachzeitschrift «Nature Communications» publiziert.

Elektronische Bauteile werden immer kleiner. In Forschungslabors werden bereits Bauelemente von wenigen Nanometern hergestellt, was ungefähr der Grösse von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Schweigen ist Silber, Diskutieren ist Gold

26.05.2015 | Veranstaltungen

Neue Werkstoffkonzepte für eine nachhaltige Mobilität

26.05.2015 | Veranstaltungen

TU Darmstadt: Gipfel der Verschlüsselung - CROSSING-Konferenz am 1. und 2. Juni in Darmstadt

22.05.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Auszeichnung auf dem Gebiet der Spektroskopie

27.05.2015 | Förderungen Preise

Neue Perspektiven für das Laserstrahlschweißen von Bauteilen aus Aluminium-Druckguss

27.05.2015 | Verfahrenstechnologie

Was Pflanzen zu Fleischfressern macht

27.05.2015 | Biowissenschaften Chemie