Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menschliches Erinnerungsvermögen ausgeprägter als bisher angenommen

02.09.2016

Neue Gedächtnisforschung der Monash University in Australien weist darauf hin, dass sich das menschliche Gedächtnis Gesichter besser merken als bisher angenommen.

Forscher der Monash University in Melbourne untersuchten das menschliche Erinnerungsvermögen und fanden Hinweise darauf, dass sich das Gehirn Gesichter besser merken kann, als bisher geglaubt wurde. Diese Erkenntnis könnte die Türen für nachfolgende Gedächtnisforschung öffnen und dafür sorgen, dass Augenzeugenberichte einen höheren Stellenwert in der Kriminalforschung einnehmen werden.


Menschliches Gehirn - ein Puzzle

Monash University

Die Studie, welche im Journal Psychological Sciences veröffentlicht wurde, baut auf bereits bestehender Gedächtnisforschung auf und wendet sie an, um die Glaubwürdigkeit von Augenzeugenberichten in Alltagssituationen zu untersuchen, erklärt Professor Naotsugu Tsuchiya.

Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass sich Personen bis zu sieben Gesichter einprägen können, was vier bis fünf mehr sind, als Menschen bis dato zugetraut wurde.
Da die Funktionen des Gehirns sehr komplex sind und jeden Tag Unmengen an Daten aufgenommen werden, war es bisher schwierig zu messen, welche Informationen das Gehirn nicht nur behält, sondern welche Informationen auch wieder bewusst aufgerufen werden können.

Professor Tsuchiya erklärt in diesem Zusammenhang, dass wir uns zwar merken, was wir gesehen haben, aber nicht den Ort und die Zeit. Sobald jedoch weitere Details der Erinnerung hinzugefügt werden, wird das Abrufen der Erinnerung eingeschränkter.

Eltern, die beispielsweise ihr Kind in einem überfüllten Einkaufszentrum suchen, schauen sich viele Gesichter an, bevor sie das ihres Kindes identifizieren. Die Studie der Monash University deutet nun darauf hin, dass sich eine Person bewusst bis zu sieben fremde Gesichter merken kann, die während der Suche nach dem Kind vom Gehirn verarbeitet wurden. Aber die Fähigkeit sich daran zu erinnern, wo genau im Einkaufszentrum diese Gesichter auftauchten, oder in welcher Reihenfolge, ist dabei limitiert.

Dies bedeutet, dass Augenzeugen vielleicht nicht den genauen Standort oder die präzise Zeit einer bestimmten Szene wiedergeben können, aber ihre Erinnerung an das Gesicht einer bestimmten Person während einer Identifizierung wider Erwarten nützlich sein kann.

Also auch, wenn unser Gedächtnis keinen praktischen Nutzen für beiläufige Bilder hat, so werden sie nicht sofort wieder gelöscht. Dies unterstützt die Idee, dass wir uns viel besser an unsere Umgebung erinnern, als bisher angenommen.

Weitere Informationen:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle Friedrichstr. 95

10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de

Tel.: 030-20 96 29 593

oder

Monash University
Media Communicatons
Email: media@monash.edu
Tel.: +61 3 9903 4840

Bei Veröffentlichung der Pressemitteilung bitten wir um eine Quellenangabe sowie die Zusendung eines Belegexemplars.

Das Institut ist die gemeinnützige Einrichtung zur Förderung des Austausches und der Auslandsstudien insbesondere mit allen Universitäten Australiens und Neuseelands sowie zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. In seinen Förderprogrammen stellt es SchülerInnen und Studierenden Unterstützung in der Finanzierung durch Stipendien und Coaching in der Studienberatung und Studienplatzbewerbung zur Verfügung.

Weitere Informationen:

http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.ranke-heinemann.tv

Sabine Ranke-Heinemann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kupferbergbau mit bioaktiven Stoffen aus Bakterien

Chile ist einer der wichtigsten Kupferlieferanten für Deutschland. Im Rahmen der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit beider Länder wird nun untersucht, wie sich chilenische Kupfererze umweltverträglicher aufbereiten lassen. Aus Bakterien gewonnene bioaktive Stoffe sollen Chemikalien ersetzen oder verringern. Ein weiteres Ziel ist es, die Metallausbeute zu steigern sowie schwer abtrennbare Metalle herauszulösen. Insbesondere das in den Erzen enthaltene Molybdän soll gewinnbar werden.

Chile ist einer der wichtigsten Kupferlieferanten für Deutschland. Im Rahmen der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit beider Länder wird nun...

Im Focus: Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur

Hydrologie trifft Biodiversitätsforschung: Sind Grünflächen mit hoher Biodiversität widerstandsfähiger gegen nachteilige Umweltveränderungen wie Trockenheit? Mithilfe von ferngesteuerten Drohnen wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. diese These untersuchen. Dazu startet am 1. März 2017 das DFG-Projekt „pETchy: Patterns of Evapotranspiration Changing throughout the Year” innerhalb des DFG-Schwerpunktprogramms „Biodiversitäts-Exploration”.

Hydrologie trifft Biodiversitätsforschung: Sind Grünflächen mit hoher Biodiversität widerstandsfähiger gegen nachteilige Umweltveränderungen wie Trockenheit?...

Im Focus: Natürlicher Prothese-Ersatz für Arthrosepatienten

Für Patienten mit fortgeschrittener Arthrose sind Gelenkprothesen meist der letzte Ausweg aus dem schmerzhaften Alltag. Die künstlichen Gelenke können jedoch auch mit Risiken verbunden sein. »MioHIP« ist anders: Der naturnahe, elastische Hüftkopfüberzug soll den Gelenkapparat und seine Funktion erhalten und seine natürliche Beweglichkeit bis ins hohe Alter gewährleisten.

Arthrose gehört zu den am weitesten verbreiteten chronischen Erkrankungen der älteren Bevölkerung. Allein in Deutschland sind rund fünf Millionen Menschen...

Im Focus: Forscher ahmen molekulares Gedränge nach

Enzyme verhalten sich im geräumigen Reagenzglas anders als im molekularen Gedränge einer lebenden Zelle. Chemiker der Universität Basel konnten diese engen Bedingungen nun erstmals in künstlichen Vesikeln naturgetreu simulieren. Die Erkenntnisse helfen der Weiterentwicklung von Nanoreaktoren und künstlichen Organellen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Small».

Enzyme verhalten sich im geräumigen Reagenzglas anders als im molekularen Gedränge einer lebenden Zelle. Chemiker der Universität Basel konnten diese engen...

Im Focus: Researchers Imitate Molecular Crowding in Cells

Enzymes behave differently in a test tube compared with the molecular scrum of a living cell. Chemists from the University of Basel have now been able to simulate these confined natural conditions in artificial vesicles for the first time. As reported in the academic journal Small, the results are offering better insight into the development of nanoreactors and artificial organelles.

Enzymes behave differently in a test tube compared with the molecular scrum of a living cell. Chemists from the University of Basel have now been able to...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Digitalisierung anpacken

06.03.2017 | Veranstaltungen

Kongress: Legasthenie und Dyskalkulie

06.03.2017 | Veranstaltungen

Kongress für Medizintechnik kommt nach Stuttgart

03.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

HEIDENHAIN ECA 4000 in Functional Safety-Ausführung

06.03.2017 | Maschinenbau

Rittal Tipps zur Schaltschrank-Klimatisierung: Ist die Kühlleistung ausreichend?

06.03.2017 | Maschinenbau

Steckverbinder in der Automobilbranche – Grundlagen, Trends und aktuelle Anforderungen

06.03.2017 | Seminare Workshops