Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr über das Sterben wissen, um es menschlicher zu gestalten

04.10.2012
Nationales Forschungsprogramm «Lebensende» (NFP 67) gestartet
In der Schweiz sterben jährlich rund 62‘000 Menschen. Unter welchen Umständen jedoch und wie sie sterben, ist kaum bekannt. Damit die letzte Lebensphase alter wie junger Menschen humaner gestaltet werden kann, startet der Schweizerische Nationalfonds das Nationale Forschungsprogramm «Lebensende» (NFP 67): Es erarbeitet für Politik und Gesellschaft das einschlägige Wissen.

«Der Tod ist kein Tabu mehr: Auf allen Kanälen wird über das Sterben geredet. Aber wir wissen viel zu wenig darüber, wie gestorben wird», sagt Markus Zimmermann. Der Theologe und Ethiker ist der Präsident des neuen Nationalen Forschungsprogramms «Lebensende» (NFP 67). Die daran beteiligten Forschenden – Medizinerinnen, Rechtswissenschaftler, Theologen, Soziologinnen, Ökonominnen, Anthropologen – untersuchen in den nächsten fünf Jahren, wie und unter welchen Umständen Menschen in der Schweiz sterben.

«Bis in die sechziger Jahre redeten die Menschen nicht über das Sterben, machten aber Erfahrungen mit sterbenden Angehörigen und Nachbarn. Auf dem Land war der Tod Teil des Alltags. Heute ist es gerade umgekehrt: Wir reden über das Sterben, aber kommen kaum mehr damit in Berührung», sagt Zimmermann. Doch Politik und Gesellschaft müssten dringend mehr über das Sterben wissen, um die letzte Lebensphase menschwürdig gestalten zu können.

«Gutes Sterben»

Jährlich sterben in der Schweiz rund 62‘000 Menschen. Aber wo sterben wie viele Menschen? Und wie sterben sie? Krank, vereinsamt, über- oder unterversorgt? Welche medizinische Unterstützung brauchen sie in der letzten Lebensphase, was kostet ihre Betreuung, wer bezahlt? Wie sterben junge Kranke, was tun ihre Angehörigen? Warum wollen manche Menschen den Zeitpunkt des Todes selbst festlegen? Wer soll darüber bestimmen dürfen, wie sieht eine gute rechtliche Regulierung aus? Und was stellt sich die Gesellschaft unter «gutem Sterben» vor?

Diese Fragen will das NFP 67 beantworten. Seit einigen Jahren sei die Aufmerksamkeit für die letzte Lebensphase markant gestiegen, sagt Zimmermann: Das zeigten die Debatten um Patientenverfügung, Palliative Care und Suizidhilfe. Daran knüpft das NFP an. Dabei konzentriert es sich auf Menschen, die nur noch wenige Monate zu leben haben, auf alte, aber auch auf junge Menschen, auf Kinder, Neugeborene und sogar auf ungeborene Menschen.

Von der Versorgung zur Spiritualität
Dem NFP 67 stehen fünfzehn Mio. Franken zur Verfügung. Seine knapp dreissig Forschungsprojekte sind in vier Schwerpunkte gegliedert. Das Modul «Versorgung» fragt, welche Einrichtungen – Heime, Spitäler, Hospize – bestehen und wie sie von den Insassen erlebt werden; «Entscheidungen» untersucht, wie das medizinische Personal entscheidet und mit welchen Motiven es die Sterbebegleitung gestaltet; «Regelungen» prüft, ob die geltenden Gesetze der Realität gerecht werden und ob es neue braucht; und «Leitbilder» erforscht, wie Spiritualität, Ideale und kulturelle Herkunft die Vorstellung über das Sterben und den Tod beeinflussen.

Kontakt
PD Dr. Markus Zimmermann-Acklin
Präsident der Leitungsgruppe NFP 67
Universität Freiburg
Departement für Moraltheologie und Ethik
Av. de l’Europe 20
CH-1700 Fribourg
Tel.: +41 (0)26 300 74 14
E-Mail: markus.zimmermann@unifr.ch

Abteilung Kommunikation SNF | idw
Weitere Informationen:
http://www.snf.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics