Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung untersucht die Integration von Migrantenkindern

16.12.2009
Mannheimer Soziologen untersuchen mit Kollegen aus Oxford, Stockholm, Tilburg und Utrecht die Entwicklung von Einwandererkindern im internationalen Vergleich
Warum schneiden viele Migranten im Bildungssystem schlecht ab?

Und warum tun sie sich auf dem Arbeitsmarkt oft schwerer, selbst wenn sie gute Noten haben? Wie kann verhindert werden, dass Integrationsdefizite der Eltern auch den Lebensweg der Kinder prägen? Soziologen des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim gehen diesen Fragen nun mit einer groß angelegten Langzeitstudie auf den Grund.

Das neue MZES-Projekt "Children of Immigrants Longitudinal Survey in Four European Countries" (CILS4EU), untersucht die Entwicklung von Einwanderer¬kindern der zweiten Generation in Deutschland, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden über mehrere Jahre hinweg. NORFACE, eine Initiative von 14 nationalen Einrichtungen der Forschungs¬förderung, unterstützt das Projekt bis 2012 mit insgesamt 3,8 Millionen Euro.

Forschungsleiter Prof. Dr. Frank Kalter sieht im Forschungsdesign von CILS4EU einen entscheidenden Vorteil gegenüber den meisten anderen Integrationsstudien: "Was uns fehlt, sind international vergleichbare Längsschnittdaten, um die Hypothesen der Migrations¬forschung zu überprüfen und Ursache und Wirkung voneinander zu trennen. Zum Beispiel interessiert uns, ob sich Jugendliche türkischer Herkunft in Schweden und in den Niederlanden in zentralen Bereichen des Lebens anders entwickeln als in Deutschland - und wenn ja, warum."

Gemeinsam mit seiner Mannheimer Kollegin Prof. Dr. Irena Kogan und Sozial¬wissen¬schaftlern der Universitäten Oxford, Stockholm, Tilburg und Utrecht möchte Kalter möglichst alle zentralen Aspekte der Integration und deren Wechselwirkungen im Zeitverlauf erfassen. 2010 wollen die Forscher in den beteiligten Ländern jeweils 4.000 14-Jährige befragen, einen Großteil von ihnen auch in den darauffolgenden Jahren.

Die befragten Jugendlichen befinden sich in einer entscheidenden Phase ihres Lebens: Sie stehen vor der Herausforderung, sich entweder eine Arbeitsstelle zu suchen oder einen höheren Bildungsabschluss anzustreben. In diesen Jahren würden die Weichen für ein ganzes Leben gestellt, erläutert Irena Kogan: "Der Übergang zum Arbeitsmarkt oder in die höhere Bildung ist für sich schon eine ganz entscheidende Schnittstelle. Aber in diesem Alter finden auch in anderen Bereichen zentrale Entwicklungen statt: Erste Partnerschaften kommen zustande, dauerhafte Freundschaftsnetzwerke bilden sich heraus, und auch kulturelle und emotionale Aspekte der Integration, wie etwa die Identifikation mit dem Aufnahmeland, werden in diesen Jahren nachhaltig geprägt."

Mit dem Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) als Koordinations¬stelle soll CILS4EU einen europaweit einzigartigen Datensatz aufbauen, der der internationalen Forschung zur öffentlichen Nutzung bereit gestellt wird.

Kontakt:

Prof. Dr. Frank Kalter
Universität Mannheim
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Leiter des Arbeitsbereichs "Die europäischen Gesellschaften und ihre Integration"
Tel.: 0621/181-3066
Fax: 0621/181-2021
kalter@uni-mannheim.de
Prof. Dr. Irena Kogan
Universität Mannheim
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Projektleiterin
Telefon: +49-621-181-2015
Telefax: +49-621-181-2803
Irena.Kogan@mzes.uni-mannheim.de

Achim Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mzes.uni-mannheim.de/pro_d.php?n=327
http://www.norface.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics