Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Länger leben – länger produktiv bleiben

28.10.2013
Deutschland braucht die Älteren. In unserer alternden und schrumpfenden Gesellschaft leisten sie über ihre Produktivität und ihr Engagement einen immer wichtigeren Beitrag für die Stabilität des Zusammenlebens.

Politik und Unternehmen sind deshalb gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen für ein längeres Arbeitsleben zu schaffen. Wie genau diese Bedingungen aussehen sollten, zeigen das Berlin-Institut, die Körber-Stiftung und die Robert Bosch Stiftung in der gemeinsamen Studie „Produktiv im Alter“.

Die Wissenschaftler am Berlin-Institut recherchierten erfolgversprechende Reformansätze europäischer Länder und gewähren Einblicke in erfolgreiche betriebliche Praxis in Deutschland.

Heute gehen in Deutschland zwar deutlich mehr über 55-Jährige einer bezahlten oder ehrenamtlichen Tätigkeit nach als noch zur Jahrtausendwende. Nordische Länder wie Schweden oder Norwegen schaffen es jedoch, Ältere noch stärker in das Erwerbsleben einzubeziehen. „In Deutschland hängt der Erfolg Älterer auf dem Arbeitsmarkt zu stark vom Bildungsstand ab“, sagt Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts. „Zudem ist das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe nicht gelöst.“

Aus den Erfahrungen anderer europäischer Länder zieht die Studie eine Vielzahl von Empfehlungen für die deutsche Politik. So sollte etwa die aktive Arbeitsmarktpolitik noch intensiver die Wiedereingliederung von Arbeitslosen fördern – etwa durch Lohnsubventionen oder persönliche Vermittlung. Auch die gesetzliche Rentenversicherung kann langfristig nur demografiefest gestaltet werden, wenn zukünftige Gewinne bei der Lebenserwartung nach einem festen Schlüssel auf Erwerbsleben und Ruhestand verteilt werden. Neben der Verlängerung des Erwerbslebens sollte ein weiteres Ziel sein, dem Wunsch vieler Menschen nach einem schrittweisen Berufsausstieg entgegenzukommen. „Teilrenten sind hierfür ein geeignetes Mittel“, erläutert Klingholz. „Allerdings sind sie in Deutschland noch wenig bekannt und die Hinzuverdienstregelungen kompliziert.“

„Ein längeres Erwerbsleben muss kein Schreckgespenst sein. Die Menschen in Deutschland werden nicht nur immer älter, sondern altern auch gesünder als früher. Viele Menschen möchten diesen Lebensabschnitt aktiv und sinnvoll gestalten“, sagt Birgit Rößle, Gruppenleiterin „Leben im Alter“ in der Robert Bosch Stiftung. „Ältere können vor allem dann einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten, wenn das produktive Altern nicht auf Erwerbsarbeit begrenzt, sondern auch zivilgesellschaftliches Engagement unter Älteren gefördert wird“, ergänzt Karin Haist von der Körber-Stiftung.

Für die Studie befragte das Berlin-Institut auch Personalverantwortliche aus verschiedenen Unternehmen in Deutschland, wie ein längeres Erwerbsleben praktisch gelingen kann. Ein Ergebnis der Interviews: Größere Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder BMW verfügen bereits über vielfältige Instrumente, um die Leistungsfähigkeit im Alter zu sichern – etwa betriebliche Gesundheitsprogramme oder regelmäßige Fortbildungen. Kleinere Betriebe haben diese Möglichkeiten bislang häufig nicht. „Die größte Herausforderung sehen die Praktiker darin, altersgerechte Arbeitsplätze zu schaffen und durch Prävention und Weiterbildung schon frühzeitig die Weichen für ein langes Berufsleben zu stellen“, sagt Klingholz. „Ein Arbeitsplatz ist nur dann altersgerecht, wenn es flexible Arbeitszeiten, eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und auch Tätigkeitswechsel im Alter gibt.“

Die Studie erhalten Sie als PDF kostenlos unter:
http://www.berlin-institut.org/publikationen/studien/produktiv-im-alter.
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung
Schillerstr. 59
10627 Berlin
Ansprechpartner: Stephan Sievert (sievert@berlin-institut.org, Tel.: 030 - 31 10 26 98)

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist ein unabhängiger Thinktank, der sich mit Fragen regionaler und globaler demografischer Veränderungen beschäftigt. Das Institut wurde 2000 als gemeinnützige Stiftung gegründet und hat die Aufgabe, das Bewusstsein für den demografischen Wandel zu schärfen, nachhaltige Entwicklung zu fördern, neue Ideen in die Politik einzubringen und Konzepte zur Lösung demografischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten.

Das Berlin-Institut erstellt Studien, Diskussions- und Hintergrundpapiere, bereitet wissenschaftliche Informationen für den politischen Entscheidungsprozess auf und betreibt ein Online-Handbuch zum Thema Bevölkerung.

Weitere Informationen, wie auch die Möglichkeit, den kostenlosen regelmäßigen Online-Newsletter „Demos“ zu abonnieren, finden Sie unter

http://www.berlin-institut.org.

Robert Bosch Stiftung
Heidehofstraße 31
70184 Stuttgart
Ansprechpartnerin: Birgit Rößle, Gruppenleiterin „Leben im Alter“ im Programmbereich Gesundheit und Wissenschaft (birgit.roessle@bosch-stiftung.de, Tel. 0711 – 460 84 – 63)

Die Robert Bosch Stiftung gehört zu den großen unternehmensverbundenen Stiftungen in Deutschland. Seit fast fünfzig Jahren folgt sie dem philanthropischen Vermächtnis des Firmengründers Robert Bosch. Sie beschäftigt sich vorrangig mit den Themenfeldern Völkerverständigung, Gesundheit, Wissenschaft, Bildung, Gesellschaft und Kultur. Im Schwerpunkt „Leben im Alter“ setzt sie Impulse, wie die gewonnenen Lebensjahre aktiv gestaltet werden können. Die Robert Bosch Stiftung fördert zum einen Vorhaben, welche die Lebensqualität von Menschen verbessern, die am Lebensende stehen oder an Demenz erkrankt sind. Zum anderen rückt sie die Potentiale alter Menschen in den Vordergrund, stärkt ihre Rolle in der Gesellschaft und unterstützt Ideen für ein langes Leben in Selbständigkeit. Im Themenfeld „Beruf und Alter“ werden die demographischen Veränderungen im Hinblick auf Arbeitswelt und Erwerbsleben untersucht und zukunftsweisende Modellprojekte vor allem auf kommunaler Ebene erprobt.

http://www.bosch-stiftung.de

Körber-Stiftung
Kehrwieder 12
20457 Hamburg
Ansprechpartnerin: Karin Haist, Leiterin Bereich Gesellschaft (haist@koerber-stiftung.de, Tel. 040 – 80 81 92 – 165)

Um die Herausforderungen des demografischen Wandels und die Chancen des langen Lebens mit Impulsen, Debatten und Lösungsideen zu begleiten, adressiert die Körber-Stiftung in ihrem Bereich Gesellschaft gesellschaftliche Entscheider ebenso wie die breite Öffentlichkeit: in Fachveranstaltungen, Netzwerken, bundesweiten Kampagnen und Büchern. In ihrem BegegnungsCentrum Haus im Park in Hamburg-Bergedorf finden Menschen ab 50 altersspezifische Bildungs-, Gesundheits- und Kulturangebote und die Möglichkeit zum Engagement. Die Körber-Stiftung stellt mit ihren operativen Projekten, Netzwerken und Kooperationspartnern derzeit fünf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen in den Fokus: Dialog mit Asien, Umgang mit Geschichte, MINT-Förderung, Potenziale des Alters und Musikvermittlung. 1959 vom Unternehmer und Anstifter Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Stiftung heute von ihren Standorten Hamburg und Berlin aus national und international aktiv.

http://www.alter-neu-erfinden.de

Stephan Sievert | idw
Weitere Informationen:
http://www.berlin-institut.org
http://www.bosch-stiftung.de
http://www.alter-neu-erfinden.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie