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Jugendarbeitslosigkeit in Europa: Experten starten 5-Millionen-Euro-Projekt der EU

04.02.2014
Auftakt-Konferenz des am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung koordinierten EU-Forschungsverbundes CUPESSE am 10. Februar / Elf Expertengruppen aus zehn Ländern untersuchen länderübergreifend das Zusammenspiel von Jugendarbeitslosigkeit und Familienwerten

Um der teils gravierenden Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu begegnen, fördert die EU das interdisziplinäre Forschungsprojekt CUPESSE am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim mit rund fünf Millionen Euro. Ziel ist es, länderübergreifend die Ursachen und Folgen des Problems zu erheben sowie Gegenmaßnahmen vorzuschlagen.

Die Initiatorin und Koordinatorin des CUPESSE-Projekts, die Politikwissenschaftlerin Professor Jale Tosun, lädt für den 10. und 11. Februar internationale Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis zur Auftakt-Konferenz an die Universität Mannheim ein, um die wissenschaftliche Herangehensweise zu erörtern und die Zusammenarbeit offiziell zu eröffnen.

Im Fokus: Familiäres und soziales Umfeld sowie Normen und Werte

Im Rahmen von CUPESSE sollen umfassende länder-, generationen- und kontextübergreifende Erhebungen durchgeführt werden. Die Befragungen richten sich an Frauen und Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren, beziehen aber auch deren familiäres und soziales Umfeld mit ein, um Zusammenhänge zu belegen und langfristige Entwicklungen abzubilden. „Besonderes Augenmerk liegt dabei erstmals auf den Normen und Werten, die jungen Menschen in den Familien generationenübergreifend und in unterschiedlichen kulturellen Kontexten vermittelt werden“, erklärt Jale Tosun. „Hierbei untersuchen wir nicht nur, welche Rolle die Wertevermittlung durch die Eltern spielt, sondern auch welchen Einfluss die Großeltern haben.“

Nach Überzeugung der Forscher haben diese Faktoren Einfluss darauf, ob Jugendliche beim Streben nach wirtschaftlicher Eigenständigkeit erfolgreich sind. Wer etwa in einem von Arbeitslosigkeit geprägten Umfeld aufwächst, hat es auf dem Arbeitsmarkt oder als Existenzgründer mutmaßlich schwerer. CUPESSE soll dazu beitragen, dass die grassierende Jugendarbeitslosigkeit in Teilen Europas nicht zu langfristiger und generationenübergreifender Abhängigkeit von den Sozialsystemen führt.

Ständiger Austausch mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Um den Austausch mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu gewährleisten, wird CUPESSE neben einem international besetzten wissenschaftlichen Beirat auch von einem praxisnahen Gremium begleitet. In ihm sind neben Politikern auch Unternehmensvertreter, Gewerkschafter sowie Repräsentanten der Handwerkskammern mehrerer europäischer Länder vertreten.

Internationale Zusammenarbeit

An dem Forschungsvorhaben, das nach dem englischen Titel „Cultural Pathways to Economic Self-Sufficiency and Entrepreneurship: Family Values and Youth Unemployment in Europe” den abgekürzten Namen CUPESSE trägt, sind neben deutschen Wissenschaftlern auch Experten aus Dänemark, Großbritannien, Italien, Österreich, der Schweiz, Spanien, Tschechien, der Türkei und Ungarn beteiligt. Sowohl Politikwissenschaftler als auch Soziologen, Ökonomen, Statistiker und Psychologen sind im Projektteam vertreten. Es handelt sich um das erste Projekt dieser Größe innerhalb des 7. EU-Rahmenforschungsprogramms, das von einer deutschen Einrichtung aus koordiniert wird.

Vertreter der Medien sind willkommen

Die Tagung beginnt am 10. Februar 2014 um 10.00 Uhr mit einem Empfang im Fuchs-Petrolub-Festsaal O 138 der Universität Mannheim. Konferenzsprache ist überwiegend Englisch. Vertreter der Medien sind zur Auftaktveranstaltung herzlich willkommen, um Anmeldung wird gebeten (siehe weitere Informationen und Kontakt). Gern vermitteln wir Ihnen am Rand der Veranstaltung Gespräche mit der Projektleiterin.

Das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

Am MZES wurden in der Vergangenheit bereits EU-Exzellenznetzwerke zu sozialer Ungleichheit (EQUALSOC) und zu effizientem und demokratischen Regieren (CONNEX) koordiniert. In vielen weiteren langfristig und international angelegten Projekten werden laufend umfangreiche Daten erhoben und anschließend der internationalen Wissenschaft unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Das 1989 gegründete MZES zählt bei der Erforschung der sozialen und politischen Entwicklung Europas zu den international führenden Einrichtungen und ist die größte sozialwissenschaftliche Forschungseinrichtung einer deutschen Universität.

Kontakt:
Prof. Dr. Jale Tosun
Projektleiterin
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Telefon: +49-621-181-2840
Telefax: +49-621-181-2845
E-Mail: Jale.Tosun@mzes.uni-mannheim.de
Nikolaus Hollermeier
Direktorat / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Telefon: +49-621-181-2839
Telefax: +49-621-181-2866
E-Mail: nikolaus.hollermeier@mzes.uni-mannheim.de
Weitere Informationen:
http://www.cupesse.eu
http://www.mzes.uni-mannheim.de
http://www.mzes.uni-mannheim.de/d7/de/profiles/jale-tosun

Katja Bär | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mannheim.de

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