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Das IfL wird in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit elf internationalen Partnern Trends der Rückkehrmigration untersuchen und in acht Beispielregionen Projekte entwickeln, die Rückkehrwilligen das Zurückwandern leichter machen sollen. Die EU fördert das als „besonders innovativ“ bewertete Vorhaben mit 1,7 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Der regionale Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte hat in der EU nach den Erweiterungsrunden von 2004 und 2007 spürbar zugenommen. Viele Regionen in Mitteleuropa verzeichnen eine verstärkte Abwanderung gut ausgebildeter Personen, insbesondere junger Arbeitskräfte, ins Ausland. Der daraus resultierende Fachkräftemangel stellt die Regionen mit Blick auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung vor große Herausforderungen; kontinuierlicher Bevölkerungsrückgang und die Alterung der Bevölkerung in vielen Regionen Mitteleuropas verstärken diese Herausforderungen.
In dem jetzt gestarteten Forschungsprojekt „Re-Turn“ untersuchen internationale Expertenteams unter Leitung des IfL die Bedingungen, unter denen gut ausgebildete Fachkräfte sich für die Rückwanderung in ihre Heimatregion entscheiden. Dazu müssen die Wissenschaftler im ersten Schritt herausfinden, wer die tatsächlichen oder potenziellen Rückwanderer sind und ob Rückwanderung möglicherweise als Episode innerhalb komplexer Wanderungsbiografien verstanden werden kann. Denn wie verschiedene Studien ergaben, verlagern bis zu 50 Prozent der Abgewanderten innherhalb von fünf Jahren nach Abwanderung erneut ihren Lebensmittelpunkt.
Bei dieser großen Gruppe sehen die Wissenschaftler Potenzial für die Rückkehr in die Herkunftsregion: „Mehr als zwei Millionen Menschen sind zwischen 2003 und 2007 aus den in diesem Zeitraum der EU beigetretenen Ländern in die alte EU15 abgewandert, 2006 gingen 20.000 Deutsche in die Schweiz und 12.500 haben das Land Richtung Österreich verlassen“, beschreibt Projektleiter Dr. Thilo Lang vom Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig die Größenordnungen.
Um dieses Potenzial möglichst gut zu nutzen und die Rückkehr gut ausgebildeter Arbeitskräfte in ihre Heimatregionen zu fördern, wollen die Forscher auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse aus der ersten Projektphase die vorhandenen Konzepte überprüfen und neue Werkzeuge und Strategien entwickeln, um Rückkehrwillige zu informieren und bei ihrer Wiedereingliederung aktiv zu unterstützen. „Wir wollen mit intelligenten Angeboten etwas bewegen und Leute ansprechen, sich in unseren Projektregionen niederzulassen“, so Lang. Als weiteres Projektziel sollen Wege aufgezeigt werden, wie sich die fachlichen und interkulturellen Kompetenzen der zurückgekehrten Fachkräfte effizient für eine wissensbasierte Regionalentwicklung nutzen lassen.
Vom IfL wissenschaftlich untersuchte Beispielregionen sind die Landkreise Görlitz und Harz. Beide Regionen weisen niedrige Geburtenzahlen auf und sind von anhaltender Abwanderung und geringer Zuwanderung geprägt. Bei der offiziellen Auftaktveranstaltung des Forschungsprojekts am 13. Juli in Wernigerode/Harz unterstrichen die neben Wissenschaftlern der internationalen Projektteams anwesenden Vertreter der lokalen Politik deshalb auch ihr großes Interesse an dem Vorhaben und hoben seine Bedeutung in der Gastgeberregion hervor. Weitere Untersuchungsgebiete befinden sich in Italien, Tschechien, Ungarn, Polen und Slowenien.
Ausführliche Informationen zum Forschungsvorhaben sowie zu den Expertenteams und beteiligten Partnern sind auf der Internetseite des Projekts „Re-turn“ unter http://www.re-migrants.eu verfügbar.
Weitere Informationen:
Dr. Thilo Lang
Leibniz-Institut für Länderkunde
T_Lang@ifl-leipzig.de
Tel. +49 341 600 55-159
Dr. Peter Wittmann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.re-migrants.eu
www.ifl-leipzig.de
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