Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IfL startet Forschungsprojekt zur Rückkehrmigration

02.08.2011
Neue Konzepte sollen mehr Anreize zur Rückwanderung gut ausgebildeter Fachkräfte in strukturschwache Herkunftsregionen schaffen / EU fördert internationales Vorhaben unter Leitung des IfL mit 1,7 Mio. Euro

Das IfL wird in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit elf internationalen Partnern Trends der Rückkehrmigration untersuchen und in acht Beispielregionen Projekte entwickeln, die Rückkehrwilligen das Zurückwandern leichter machen sollen. Die EU fördert das als „besonders innovativ“ bewertete Vorhaben mit 1,7 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Der regionale Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte hat in der EU nach den Erweiterungsrunden von 2004 und 2007 spürbar zugenommen. Viele Regionen in Mitteleuropa verzeichnen eine verstärkte Abwanderung gut ausgebildeter Personen, insbesondere junger Arbeitskräfte, ins Ausland. Der daraus resultierende Fachkräftemangel stellt die Regionen mit Blick auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung vor große Herausforderungen; kontinuierlicher Bevölkerungsrückgang und die Alterung der Bevölkerung in vielen Regionen Mitteleuropas verstärken diese Herausforderungen.

In dem jetzt gestarteten Forschungsprojekt „Re-Turn“ untersuchen internationale Expertenteams unter Leitung des IfL die Bedingungen, unter denen gut ausgebildete Fachkräfte sich für die Rückwanderung in ihre Heimatregion entscheiden. Dazu müssen die Wissenschaftler im ersten Schritt herausfinden, wer die tatsächlichen oder potenziellen Rückwanderer sind und ob Rückwanderung möglicherweise als Episode innerhalb komplexer Wanderungsbiografien verstanden werden kann. Denn wie verschiedene Studien ergaben, verlagern bis zu 50 Prozent der Abgewanderten innherhalb von fünf Jahren nach Abwanderung erneut ihren Lebensmittelpunkt.

Bei dieser großen Gruppe sehen die Wissenschaftler Potenzial für die Rückkehr in die Herkunftsregion: „Mehr als zwei Millionen Menschen sind zwischen 2003 und 2007 aus den in diesem Zeitraum der EU beigetretenen Ländern in die alte EU15 abgewandert, 2006 gingen 20.000 Deutsche in die Schweiz und 12.500 haben das Land Richtung Österreich verlassen“, beschreibt Projektleiter Dr. Thilo Lang vom Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig die Größenordnungen.

Um dieses Potenzial möglichst gut zu nutzen und die Rückkehr gut ausgebildeter Arbeitskräfte in ihre Heimatregionen zu fördern, wollen die Forscher auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse aus der ersten Projektphase die vorhandenen Konzepte überprüfen und neue Werkzeuge und Strategien entwickeln, um Rückkehrwillige zu informieren und bei ihrer Wiedereingliederung aktiv zu unterstützen. „Wir wollen mit intelligenten Angeboten etwas bewegen und Leute ansprechen, sich in unseren Projektregionen niederzulassen“, so Lang. Als weiteres Projektziel sollen Wege aufgezeigt werden, wie sich die fachlichen und interkulturellen Kompetenzen der zurückgekehrten Fachkräfte effizient für eine wissensbasierte Regionalentwicklung nutzen lassen.

Vom IfL wissenschaftlich untersuchte Beispielregionen sind die Landkreise Görlitz und Harz. Beide Regionen weisen niedrige Geburtenzahlen auf und sind von anhaltender Abwanderung und geringer Zuwanderung geprägt. Bei der offiziellen Auftaktveranstaltung des Forschungsprojekts am 13. Juli in Wernigerode/Harz unterstrichen die neben Wissenschaftlern der internationalen Projektteams anwesenden Vertreter der lokalen Politik deshalb auch ihr großes Interesse an dem Vorhaben und hoben seine Bedeutung in der Gastgeberregion hervor. Weitere Untersuchungsgebiete befinden sich in Italien, Tschechien, Ungarn, Polen und Slowenien.

Ausführliche Informationen zum Forschungsvorhaben sowie zu den Expertenteams und beteiligten Partnern sind auf der Internetseite des Projekts „Re-turn“ unter http://www.re-migrants.eu verfügbar.

Weitere Informationen:
Dr. Thilo Lang
Leibniz-Institut für Länderkunde
T_Lang@ifl-leipzig.de
Tel. +49 341 600 55-159

Dr. Peter Wittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.re-migrants.eu
http://www.ifl-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Online-Kommunikation für ältere Menschen
28.01.2016 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Wenn das Erbe auf dem Server liegt
15.01.2016 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelle Bildgebung fürs Gehirn soll noch präziser werden

1,5 Millionen Euro für die Weiterentwicklung der Magnetresonanztomografie an Prof. Dr. Jürgen Hennig / Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) / Medizinische Relevanz: Direktes Beobachten schneller Veränderungen in Anatomie und Aktivität des Gehirns, etwa nach einem Schlaganfall / Bereits heute nicht-invasive Ortung von Epilepsieherden im Gehirn möglich

Bildgebende Verfahren für das Gehirn sind entweder schnell oder detailliert. Wie diese Faktoren bei der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT)...

Im Focus: From allergens to anodes: Pollen derived battery electrodes

Pollens, the bane of allergy sufferers, could represent a boon for battery makers: Recent research has suggested their potential use as anodes in lithium-ion batteries.

"Our findings have demonstrated that renewable pollens could produce carbon architectures for anode applications in energy storage devices," said Vilas Pol, an...

Im Focus: Automatisiertes Fahren: Lenken ohne Grenzen

Projekt OmniSteer startet mit 3,4 Millionen Euro Budget, um urbane Manövrierfähigkeit von Autos zu steigern

Autos steigern die Mobilität ihrer Nutzer. In engen Innenstädten jedoch stoßen sie an die Grenzen der eigenen Manövrierfähigkeit. Etwa für Vielparker wie...

Im Focus: Automated driving: Steering without limits

OmniSteer project to increase automobiles’ urban maneuverability begins with a € 3.4 million budget

Automobiles increase the mobility of their users. However, their maneuverability is pushed to the limit by cramped inner city conditions. Those who need to...

Im Focus: Embedded World: Fraunhofer ESK zeigt Entwicklung eines ausfallsicheren Bordnetzes für die Autos der Zukunft

Hochautomatisiertes Fahren setzt voraus, dass Fahrzeuge Fehler selbstständig beheben können, bis der Fahrer in der Lage ist, selbst einzugreifen. Dazu muss im Bordnetz des Autos die Ausfallsicherheit kritischer Funktionen garantiert sein. Das Fraunhofer ESK zeigt auf der Embedded World in Nürnberg (23. bis 25. Februar), wie das mit Erweiterungen des aktuellen AUTOSAR-Standards umzusetzen ist. Hierfür stellen die ESK-Forscher auch eine Werkzeugkette vor, mit der solche Bordnetze entwickelt werden können (Halle 4 / Stand 460).

Fällt in einem hochautomatisierten Fahrzeug eine Steuerungseinheit aus, muss das Fahrzeug selbstständig reagieren, bis der Fahrer eingreifen und das Fahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

KIT 2016: Infektiologen und Tropenmediziner tagen in Würzburg

08.02.2016 | Veranstaltungen

11. European Bioplastics Konferenz 2016

08.02.2016 | Veranstaltungen

TAILORED JOINING – Fügetechnische Kompetenz versammelt sich in Dresden

08.02.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umwelt-Schau des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue

08.02.2016 | Unternehmensmeldung

KIT 2016: Infektiologen und Tropenmediziner tagen in Würzburg

08.02.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Für die Sicherheit: Lehrgang Explosionsschutzbeauftragter

08.02.2016 | Seminare Workshops