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Mit Haustechnik weniger Einsamkeit

18.12.2012
Wenn Kinder und Enkelkinder wegziehen, bleiben ältere Menschen oft alleine zurück. WissenschafterInnen aus verschiedenen Disziplinen (Informatiker, PsychologInnen, SoziologInnen) arbeiten an einer Haustechnik, die die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und die Kommunikation von Älteren unterstützt.

Gerade in der Weihnachtszeit wird das Alleinsein älterer Menschen stärker als sonst öffentlich sichtbar. Initiativen, die dem Prinzip e-Inklusion, d.h. „Beteiligung durch Technik“ folgen, arbeiten nun an Technologien, die dem entgegen wirken.

Ein solches Beispiel ist das Projekt „Casa Vecchia“, das am Institut für Informatik-Systeme von Gerhard Leitner und seinem Team betrieben wird. Zielsetzung dieser speziell entwickelten Haustechnik ist es, auch Menschen, die im Umgang mit neuen Technologien nicht versiert sind, einen Zugang zu ermöglichen.

„Wir haben dafür einen alternativen Bildschirm entwickelt“, so Gerhard Leitner. Anhand des Bildes können die Nutzerinnen und Nutzer unterschiedliche Funktionen auswählen: Mit einem Klick auf das Briefkuvert öffnen sie so beispielsweise ein E-Mailprogramm. E-Mailadressen von Verwandten und Bekannten sind vorgespeichert, die Menschen schreiben auf einer Art Schreibtafel, die E-Mail wird als Bild versendet. Ähnlich funktioniert die Skype-Funktion, die über einen Klick auf das Telefon aufgerufen werden kann.

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Derzeit sind zwanzig Haushalte in Kärnten – von Mallnitz bis zum Lavanttal – mit der Technik ausgestattet. Die Technik dient auch als Sicherheitssystem: So können - als Zusatzfunktion von Zwischensteckern, die Geräte fernbedienbar machen, - auch tägliche Aktivitäten der Älteren aufgezeichnet werden. Falls es entscheidende Abweichungen gibt, werden Verwandte per Handy alarmiert. Das Projekt wird laufend evaluiert, die Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer werden eingebunden.

Förderer des Projekts ist die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Für Gerhard Leitner ist es denkbar, das System auch breiter anzubieten: „Das Projekt läuft derzeit bis Ende 2013. Wir planen aber auch Folgeaktivitäten, da das Konzept durch die demographische Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnt.“

Dr. Romy Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.aau.at/

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