Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geburtenmonitor: Prognostizierte Geburtenziffer für das Jahr 2010 liegt bei 1,34

12.11.2010
Wissenschaftler des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels (RZ) haben eine Methode entwickelt, mit der die gesamtdeutsche zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) für ein Jahr noch vor dessen Ende vorhergesagt werden kann.

Die prognostizierte TFR wird im Geburtenmonitor veröffentlicht und liegt für das Jahr 2010 bei 1,34 Kindern pro Frau.

Im Geburtenmonitor des RZ werden seit 2008 monatliche zusammengefasste Geburtenziffern auf der Basis amtlicher Geburtenzahlen und geschätzter Altersstrukturen von Frauen berechnet. Die Ziele des Monitors sind, zeitnah Veränderungen im Geburtenverhalten der Deutschen aufzudecken und diese so differenziert wie möglich abzubilden.

Die zusammengefasste Geburtenziffer der amtlichen Statistik wird nur jährlich und zeitverzögert zur Verfügung gestellt. So veröffentlicht das Statistische Bundesamt die Geburtenziffer eines Jahres erst durchschnittlich neun Monate nach Ablauf des Jahres. Nachträgliche Korrekturen der gemeldeten Geburten sind dafür vornehmlich verantwortlich.

Schon in der Vergangenheit wurde dieser Zeitverzögerung im Geburtenmonitor begegnet, indem erste Schätzungen der TFR schon einige Monate vor der amtlichen Veröffentlichung berechnet und veröffentlicht wurden. Diese Prognosen zeichneten sich durch eine große Genauigkeit aus obwohl sie auf vorläufig gemeldeten Daten beruhten.

Nun gehen die Wissenschaftler noch einen Schritt weiter: Sie prognostizieren die jährliche Geburtenziffer für das noch laufende Jahr 2010, indem sie auf amtliche monatliche Geburtenzahlen des ersten Halbjahres zurückgreifen; derzeit sind Geburtenzahlen bis zum Juni verfügbar. Für die verbleibenden sechs Monate des Jahres werden die Geburtenziffern vorausberechnet. So ist bereits vor Ablauf eines Jahres der Trend der jährlichen Geburtenrate erkennbar. Für das Jahr 2010 sagen die Wissenschaftler eine Geburtenrate von 1,34 voraus. Das würde bedeuten, dass in diesem Jahr weniger Kinder pro Frau auf die Welt kamen und kommen als im vergangenen Jahr 2009.

Ob die Prognoseergebnisse den realen Entwicklungen entsprechen, wird sich in einem halben Jahr andeuten. Voraussichtlich werden im April alle vorläufigen Monatsergebnisse auch für die zweite Hälfte des Jahres 2010 zugänglich sein, so dass eine Schätzung im Geburtenmonitor vorgenommen werden kann. Gesicherte Ergebnisse werden die endgültigen Zahlen des Statistischen Bundesamts erst im vierten Quartal des kommenden Jahres bringen.

Den Geburtenmonitor finden Sie auf http://www.zdwa.de, dem Informationsportal Zentrum für Demografischen Wandel. Dort finden Sie auch Hintergründe zur Prognosemethode im noch unveröffentlichten, wissenschaftlichen Artikel.

Ansprechpartner:

Juliane Steinberg
Wissenschaftliche Redakteurin
Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels
Konrad-Zuse-Straße 1
18057 Rostock
Telefon: 0381 – 2081 - 268
E-Mail: steinberg@rostockerzentrum.de
Gabriele Doblhammer
Direktorin
Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels
Konrad-Zuse-Straße 1
18057 Rostock
Professorin für Empirischen Sozialforschung und Demographie
Universität Rostock
Ulmenstraße 69
18057 Rostock
Telefon: +49-381-498-4393
E-Mail: doblhammer@rostockerzentrum.de

Juliane Steinberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.zdwa.de
http://www.rostockerzentrum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten