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Frauenfußball boomt vor allem im Westen

24.08.2011
Die einstige Männerdomäne Fußball verzeichnet auf der Beliebtheitsskala von Mädchen und Frauen seit Jahren einen stetigen Aufwärtstrend, nur die Turnvereine freuen sich über – deutlich – höhere Mitgliederzahlen. Doch nicht alle Fußballclubs in Deutschland profitieren gleichermaßen vom Boom, wie aktuelle Karten des Leibniz-Instituts für Länderkunde zeigen.

Die höchsten Anteile weiblicher Mitglieder registriert der Deutsche Fußballbund (DFB) in seinen Landesverbänden Westfalen und Rheinland. Dort überschreitet der Anteil der Mädchen und Frauen durchweg die 20-Prozent-Marke.


Anteile der weiblichen Mitglieder des Deutschen Fußballbundes. Karte: IfL 2011

Bei den absoluten Zahlen stehen unter den 21 Landesverbänden Bayern und Westfalen mit jeweils rund 200 000 Fußballerinnen an der Spitze. Sie stellen damit fast 40 Prozent aller weiblichen DFB-Mitglieder. Dagegen liegen die ostdeutschen Landesverbände mit Mädchen- und Frauenanteilen von unter zehn Prozent deutlich zurück, zudem gibt es in den neuen Ländern mehr Frauen- als Mädchenteams. Im Westen ist es umgekehrt.

Das könnte sich jedoch in den nächsten Jahren ändern, sollten sich im Regionalverband Nordost die hohen Zuwachsraten der letzten Jahre weiter fortsetzen, wie Christian Hanewinkel und Volker Bode vom Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) in Leipzig prognostizieren.

Die beiden Geographen haben umfangreiches Datenmaterial zu den jüngsten Entwicklungen im Frauenfußball zusammengetragen und gründlich unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse in Form von Karten und Diagrammen sind jetzt im Internet auf „Nationalatlas aktuell“ (http://aktuell.nationalatlas.de) abrufbar, in einem Begleittext erläutern die Autoren Fakten und Hintergründe.

Deutlich werden nicht nur regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei Vereinen und Mitgliederzahlen, sondern auch Zusammenhänge, etwa zwischen den Erfolgen des deutschen Frauenteams bei internationalen Turnieren und dem Zuwachs der weiblichen Mitgliederzahlen und Teams innerhalb des DFB. So zeigen beide Kurven seit der gewonnenen Europameisterschaft 2005 und besonders seit dem Weltmeistertitel 2007 einen markanten und stetigen Aufwärtstrend. Dass das frühe Ausscheiden der deutschen Frauen im WM-Viertelfinale die zukünftige Entwicklung dämpfen könnte, halten die Autoren für wenig wahrscheinlich.

Auf einen weiteren Zusammenhang sind die beiden IfL-Wissenschaftler gestoßen: Die erfolgreichsten Frauenfußballclubs – Frankfurt, Potsdam und Duisburg – haben für die aktuelle Saison einen überdurchschnittlich hohen Prozentsatz ausländischer Spielerinnen verpflichtet. Auf ein Fünftel ist ihr Anteil in der ersten Liga mittlerweile gestiegen, für Bode und Hanewinkel kein Zufall. Sie werten die Internationalisierung als Indikator für zunehmende Qualität und Professionalität im deutschen Frauenfußball.

Der vollständige Artikel ist nachzulesen auf „Nationalatlas aktuell“ (http://aktuell.nationalatlas.de). In der Online-Zeitschrift veröffentlicht das Leibniz-Institut für Länderkunde regelmäßig Kartenbeiträge zu Ereignissen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt, zuletzt zur Lehrstellensituation, zur Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland und zum 20. Jahrestag der Entscheidung für Berlin als Hauptstadt. Alle Karten, Diagramme und Fotos sind dort online verfügbar und stehen zusätzlich als PDF-Dokumente zum Download bereit. Auf Wunsch können die Materialien in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Volker Bode, Leibniz-Institut für Länderkunde, Tel. +49 341 600 55-143, V_Bode@ifl-leipzig.de.

Dr. Peter Wittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifl-leipzig.de/
http://aktuell.nationalatlas.de/

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