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Forscher der Universität Luxemburg fördern Zivilcourage in der Schule

12.07.2010
Mobbing ist Alltag auf vielen Schulhöfen. Wer einem schikanierten Mitschüler helfen will, braucht oft eine gute Portion Zivilcourage. Ein neu entwickeltes Training der Universität Luxemburg hilft jetzt, in solchen Situationen das mutige Eingreifen durch Mitschüler zu fördern.

Schimpfworte, Fäuste oder Mauern des Schweigens sind typische Beispiele systematischer Schikane von Mitschülern. Viele Jugendliche sind zwar selbst keine Zielscheibe und lehnen Schikane auch ab, erleben solche Situationen aber mit und wissen dann nicht, wie sie helfen können.

Der Diplom-Psychologe Jan Pfetsch von der Forschungseinheit INSIDE der Universität Luxemburg hat nun im Rahmen seiner Doktorarbeit ein Zivilcourage-Training speziell für Schüler entwickelt. „Zivilcourage trainiert man in kleinen Schritten, die immer wieder geübt werden – zum Beispiel mit Rollenspielen oder Partnerarbeit. Bereits Schüler können auf diese Weise lernen, sich für andere Personen in Not einzusetzen“, so Pfetsch, der seine Doktorarbeit unter Betreuung von Prof. Dr. Georges Steffgen im Juni erfolgreich abschloss.

Den Erfolg des psychologischen Trainings überprüfte der Wissenschaftler an einem großen Forschungsprojekt, an dem sich 58 Primar- und Sekundarschulklassen aus Luxemburg beteiligten. Das Resultat: Die Schüler berichten, nun seltener passiv zuzuschauen, wenn Mitschüler schikaniert werden. Sie können sich besser in andere einfühlen und deren Gedanken und Gefühle verstehen. Vor allem aber werden Schüler nach dem Training seltener zur Zielscheibe ihrer Mitschüler. Das Zivilcourage-Training zeigt also auch vorbeugende Wirkung.

Besonders die enge Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern, die das Training eigenständig umsetzten, stellte sich als ein Erfolgsfaktor des Projekts heraus. Außerdem zeigte sich, dass das Alter der Schüler groβen Einfluss auf die Wirksamkeit hatte: Bei Schülern der 5. und 6. Klasse waren die größten Lernfortschritte zu beobachten. „Wenn Jugendliche in dieser Phase lernen, sich zivilcouragiert gegen die unfaire und herabwürdigende Behandlung anderer Schüler einzusetzen, so werden sie sich auch im späteren Leben leichter gegen Unfairness und Ungerechtigkeiten wenden“, so Jan Pfetschs Fazit.

Kontakt: jan.pfetsch@uni.lu

Britta Schlüter | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni.lu

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