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Europäische und internationale Solidarität? Empirischer Nachweis für ein komplexes Phänomen

02.06.2009
Kann Solidarität erklären, warum manche Hilfsbedürftigen von uns viel und mache kaum Aufmerksamkeit bekommen? Während die Opfer des Tsunami im Dezember 2004 mit Spenden überschüttet wurden, leiden die Menschen in Darfur seit Jahren ohne besonders beachtet zu werden. Und sind die Staaten der Europäischen Union nicht vielleicht schon viel solidarischer, als wir vermuten?

Gewiss, man fühlt sich selten als Europäer, aber die innereuropäischen Umverteilungsmechanismen lassen erkennen, dass es ein großes Potential für europäische Solidarität jenseits eines vagen Zusammengehörigkeitsgefühls gibt.

Solche Fragen stehen im Zentrum eines neu erschienen Bandes zum Thema Solidarität im europäischen und globalen Kontext. Ein politikwissenschaftliches Forscherteam am Sonderforschungsbereich 600 "Fremdheit und Armut" der Universität Trier veröffentlicht darin die Ergebnisse seiner Arbeit.

Unter dem Titel "Solidarität und internationale Gemeinschaftsbildung. Beiträge zur Soziologie der internationalen Beziehungen" beleuchten die Autoren die Optionen und Folgen von Solidaritätsforderungen für eine politische Ordnung jenseits des Nationalstaats. Denn die Solidarität innerhalb der Nationalstaatsgrenzen wird durch den Prozess der Globalisierung zunehmend in Frage gestellt. Da der Begriff der 'Solidarität' in der Veröffentlichung theoretisch-konzeptionell umfassend thematisiert wird, erhoffen sich die Autorinnen und Autoren, die Diskussionen um den Begriff voranzubringen. Der Band grenzt sich insbesondere dadurch von anderen Arbeiten zu diesem Thema ab, dass er einen empirischen Nachweis anstrebt und nicht normativ-philosophisch argumentiert. Einen Schwerpunkt des Bandes bildet die Frage, ob und wie europäische Solidarität möglich ist - sowohl im Inneren, unter den Europäern selbst, als auch nach außen, mit Hilfsbedürftigen rund um den Globus. Vor allem durch die Beiträge von Steffen Mau, Katrin Radtke und Rachel Folz, Simon Musekamp und Siegfried Schieder wird diese aktuelle Diskussionen aufgegriffen. Ergänzt werden diese Ergebnisse u.a. durch Beiträge von Hauke Brunkhorst, Klaus Schlichte und Reinhard Wolf, die auf Vorträgen der Tagung "Solidarität und Gemeinschaftsbildung in den internationalen Beziehungen" in Trier basieren.

Sebastian Harnisch, Hanns W. Maull, Siegfried Schieder (Hg.), Solidarität und internationale Gemeinschaftsbildung. Beiträge zur Soziologie der internationalen Beziehungen, Campus Verlag, 2009, ISBN 978-3-593-38875-5

Kontakt:
Dr. Siegfried Schieder
Universität Trier
Fachbereich III - Politikwissenschaft
Tel.: 0651/201-2151
Mail: sschied@uni-trier.de
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt und weiteren Themen des Sonderforschungsbereichs finden sie auf der Homepage http://www.sfb600.uni-trier.de

Heidi Neyses | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfb600.uni-trier.de
http://www.uni-trier.de

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