Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erziehungswissenschaftler erforschen Fremd- und Selbstbilder von Ferntouristen

07.04.2009
Am Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) beschäftigen sich Prof. Dr. Alfred Schäfer und sein Team in einem DFG-Forschungsprojekt mit dem Thema "Begegnung mit dem Fremden. Fremd- und Selbstbilder bei Ferntouristen im Kontakt mit einer fremden Kultur und die Möglichkeit interkultureller Bildungsprozesse".

Zuvor erarbeitete Fragestellungen bilden dabei die Grundlage der Leitfadeninterviews, die in dem westafrikanischen Land Mali mit Einheimischen (Dogon) und Individualtouristen geführt und danach ausgewertet werden.

Seit 1998 untersucht Prof. Schäfer, Professor für Systematische Erziehungswissenschaft der MLU, mit Studierenden den afrikanischen Raum in Tansania, Benin und Mali unter verschiedenen bildungstheoretischen und bildungsethnologischen Aspekten. Vor einigen Jahren erforschten er und sein Team die Geschlechterverhältnisse der Dogon in Mali.

Dabei kamen sie vor Ort häufig auch mit Individualtouristen zusammen und stellten sich dabei die Frage, was diese eigentlich von den Dogon oder anderen afrikanischen Einwohnern und deren Lebensweise, Sitten und Gebräuchen mitbekämen. Aus der Frage wurde ein ganzer Fragenkomplex, und dieser führte letztendlich zur Beantragung des jetzigen Projekts bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Seit Januar 2007 erforschen Prof. Schäfer und sein Team, wie Individualtouristen im direkten Kontakt mit 'fremden Kulturen' das Verhältnis von Eigenem und Fremdem konstruieren. Gleichzeitig untersuchen sie, wie Einheimische, darunter Touristenführer, Besitzer kleiner Hotels, normale Männer und Frauen, im Kontakt mit den Touristen ihr Verhältnis von Eigenem und Fremdem konstruieren. "Dabei wird eine doppelte Problematik zum Ausgangspunkt genommen: Einerseits sind dem Verstehen des Fremden Grenzen gesetzt und andererseits benennt das Konzept der 'Kultur' nicht das 'Wesen' eines fremden oder eigenen Selbstverständnisses", erklärt der Pädagoge den Forschungsansatz seines Projekts. "Mit Hilfe dieses Konzepts werden Eigenes und Fremdes erst in ein Verhältnis gesetzt, wird im Hinblick auf das Fremde erst Sagbares und Unzugängliches unterschieden."

Die vermutlich heterogenen Entwürfe des Verhältnisses von Eigenem und Fremdem der Individualtouristen werden daraufhin befragt, inwieweit in ihnen eine Ordnung zu erkennen ist. Danach werden die Entwürfe mit den entsprechenden Entwürfen der Dogon verglichen. "Abschließend ist dann zu fragen, auf welche Weise von interkulturellem Kontakt oder gar von Bildungsprozessen gesprochen werden kann", sagt Prof. Schäfer. Das Forschungsprojekt endet nach einer Verlängerung im Juni 2010.

Prof. Dr. Alfred Schäfer studierte und promovierte an der Pädagogischen Hochschule Köln. Während seiner anschließenden Tätigkeit als Bildungsreferent in einem Jugendverband gründete er einen Arbeitskreis 'Dritte Welt' und betreute erste Projekte in Tansania. 1988 habilitierte er an der Universität Lüneburg. Seit 1993 lehrt und forscht er am Institut für Pädagogik der MLU, dessen Direktor er ist. Von 2003 bis 2006 war er Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaften.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Alfred Schäfer
Telefon: 0345 55 23780
E-Mail: alfred.schaefer@paedagogik.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung